Kultivierte Nachbarschaft
09.09.2008 | 19:42 Uhr 2008-09-09T19:42:05+0200KULTUR. Die Galerie Heimeshoff zieht an die Brigittastraße - in ein Haus, das ein Möbelgeschäft war und nun Kreativen eine Heimat gibt.
Die traditionsreiche Galerie Heimeshoff hat an der Brigittastraße 7 eine neue Heimat gefunden. Und das in einer anregenden Umgebung: Haben doch Roger Schimanski und seine Galerie, die - wie berichtet - ihre von der Allbau AG gemieteten Räume am Kennedyplatz räumen mussten, in dem Gebäudekomplex an der Brigittastraße, Ecke Annastraße gleich eine Reihe kreativer Nachbarn: Die Ladenpassage wird belegt von der "Wohngemeinschaft", einem Geschäft für ungewöhnlichen Wohnungsbedarf. Zwei Räume dienen jungen Künstlern als Galerie mit Namen "Baustelle/Schaustelle" (siehe "Ausgestellt"-Überblick auf der NRZ-Lokalseite 5), und für die Büroräume im ersten Stock interessiert sich auch eine Gruppe junger Leute (vom Architekten bis zur Modedesignerin).
"Schnittstelle" nennt Brigitte Krieger den Gesamtkomplex. Sie kümmert sich um das Haus, vertritt einerseits die Hauseigentümer und hat andererseits die Galerie "Baustelle/Schaustelle" ins Leben gerufen. Bis zum Februar 2007 hatte hier Jahrzehnte lang ein großes, renommiertes Möbelgeschäft seinen Sitz. Anschließend wurde das Gebäude, das inklusive Hof eine Gewerbefläche von immerhin 2000 Quadratmetern umfasst, saniert. Als "netter Ankermieter", so Brigitte Krieger, verlegten dann die Stadtwerke ihre Werkstatt ins Hofgebäude.
Weil die anderen Räume nicht ungenutzt bleiben sollten, sie sich in der Kunstszene auskenne und dort auch viele Kontakte habe, beschloss Brigitte Krieger, sie unentgeltlich für Ausstellungen zur Verfügung zu stellen. Nun zeigen auf der "Baustelle/Schaustelle", junge Künstler, oft Absolventen, ihre Werke.
Und schließlich sei Roger Schimanski auf sie zugekommen. Der ist froh, dass er mit nunmehr 200 Quadratmetern seine Ausstellungsfläche gegenüber den Räumen am Kennedyplatz verdoppeln kann. Was dazu führt, dass die Galerie Heimeshoff, wenn sie Mitte Oktober offiziell wiedereröffnet wird, mit einem erweiterten Programm an den Neustart geht: Mehr junge Kunst, mehr Fotografie, mehr Skulpturen und Installationen will Schimanski präsentieren. "Aber unser Künstlerstamm bleibt derselbe", sagt der Galerist.
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