Künftig fünf Euro?

Das Grugabad zählte im vergangenen Jahr knapp 75.000 Besucher. Gleichzeitig verursacht die Anlage jährlich Kosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro. Eine Unternehmensberatung bringt daher die Schließung ins Spiel.
Das Grugabad zählte im vergangenen Jahr knapp 75.000 Besucher. Gleichzeitig verursacht die Anlage jährlich Kosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro. Eine Unternehmensberatung bringt daher die Schließung ins Spiel.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Die Stadt sucht nach Sparmöglichkeiten im Sportetat. Gäste des Grugabades wollen lieber höhere Eintrittspreise zahlen, als auf dieses Freizeitangebot zu verzichten.

Essen.. Essen ohne das Grugabad? Für viele Bürger ist das undenkbar. Doch in Zeiten klammer Kassen muss die Stadt überall sparen. Allein der Sportetat soll um 4,7 Millionen Euro gekürzt werden. Die Unternehmensberatung Rödl & Partner brachte vor einer Woche erstmals die Schließung des Grugabades ins Gespräch – eigentlich ein Tabuthema – insbesondere nach dem Aus für die Freibäder West und Nord. Mehrere Parteien sprachen sich in den vergangenen Tagen für den Erhalt des zentral gelegenen Traditionsbades aus. Immerhin zählte die Anlage im vergangenen Jahr circa 75.000 Besucher – in weniger verregneten Jahren waren es auch schon mal mehr.

Andererseits könnte die Stadt mit diesem radikalen Schnitt schlagartig Kosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro abhaken – so teuer ist der jährliche Betrieb des Grugabades. Der Kämmerer hätte damit bereits mehr als ein Viertel der verlangten Sparsumme gewonnen. Kostendeckend lässt sich das 1964 eröffnete Areal jedenfalls nicht bewirtschaften. Zu den laufenden Ausgaben kommt noch ein im Jahr 2013 errechneter Sanierungsbedarf von 13,7 Millionen Euro – wahrlich kein Pappenstiel.

Stammgäste würden spenden

Für Gäste des Grugabades zählt das offenbar aber nicht. So lautet das Credo der Besucher, mit denen die Redaktion gestern bei bestem Badewetter gesprochen hat. Irgendwie müsse es weitergehen, zur Not mit höheren Eintrittspreisen (aktuell 4 Euro) und gerne auch das ganze Jahr über.

Einige Stammgäste würden sogar für das Bad spenden. Andere planen eine Unterschriftenliste gegen die Schließung und wieder andere verlangen von der Stadt, dass sie entsprechende Freizeitangebote für ihre Bürger schafft – gespart werden müsse woanders. „Im Grugabad fehlen die Events“, beklagt etwa Besucher Thomas Franke und verweist auf andere Bäder, die ihre Einkünfte mit Konzerten und Wettkämpfen oder der Ansiedlung von Gastronomie aufstocken.