Kritik am Bauvorhaben Leanderbank
05.09.2010 | 16:51 Uhr 2010-09-05T16:51:00+0200Fischlaken/ Kettwig.„Ich persönlich empfinde die Baumaßnahme als ganz schönen Hammer.“ Patrick Widmaier, Sprecher der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung IX, ließ seinen Unmut spüren. Ausgelöst hatte ihn der geplante Neubau von fünf Mehrfamilienhäusern im Bereich Leanderbank/Scheppener Weg. „Das Grundstück, auf dem jahrelang ein Fabrikgelände mit viel Grün war, soll regelrecht zugebaut werden.“
Das sah die Bauverwaltung völlig anders. Evelyn Meyer, die das Vorhaben in der Sitzung der BV IX im Kettwiger Rathaus vorstellte, sagte die baldige Erteilung der Baugenehmigung voraus. Es seien lediglich noch einige Brandschutzmaßnahmen zu klären. Entstehen soll ein blockartig wirkendes Ensemble aus fünf Häusern mit je zehn Wohnungen und einer darunter liegenden Tiefgarage, die alle Gebäude miteinander verbindet. Der Bereich zwischen den Häusern soll begrünt werden.
50 Stellplätze sind nötig - 77 wird es geben
Laut Baurecht seien 50 Stellplätze nötig, tatsächlich würden mit der Tiefgarage sogar 77 zur Verfügung gestellt. Die zweigeschossigen Häuser mit zusätzlichem Staffelgeschoss fügten sich, insbesondere was die Traufhöhe betreffe, in die vorhandene Wohnbebauung ein, sie seien sogar etwas niedriger als die umliegenden Häuser. Die Erlaubnis der Unteren Landschaftsbehörde, die auf dem Grundstück stehenden Bäume zu fällen, liege ebenfalls vor. Auch der Fachbereich Straßenbau und Verkehrstechnik, so Meyer weiter, habe keinerlei Einwände erhoben. Es handle sich um eine Erschließung für Wohnbebauung, wie sie in dem vorhandenen Wohngebiet üblich sei.
Patrick Widmaier sah das anders. „Meines Erachtens entsprechen die fünf Häuser nicht dem Charakter des Ein- bis Zweifamilienhaus-Wohngebiets, das sie umgibt.“ Auch wenn die Maßnahme rechtlich genehmigungsfähig sei, fehle ihm „bei der Beurteilung das Augenmaß“. Zudem herrsche in der Gegend ein erheblicher Parkdruck. „Die Leute, die dort wohnen, werden verdrängt.“ Der Investor hätte sich in jedem Fall um mehr Parkmöglichkeiten kümmern müssen, da mit rund 110 zusätzlichen Fahrzeugen zu rechnen sei.
Widmaiers Ausführungen ernteten Applaus aus dem Publikum. 14 Bürger aus Fischlaken hatten sich auf den Weg nach Kettwig gemacht, um die Sitzung zu verfolgen. Peter Maas, Bezirksvertreter der Bündnisgrünen, hatte die Situation vor Ort fotografiert: Jede noch so kleine Parkmöglichkeit an der Leanderbank wird genutzt. Altbürgermeister Hanslothar Kranz (CDU) bekräftigte: „Ich kenne die Ecke ganz genau.“
Man weiß nicht, wohin
man ausweichen soll
Wenn einem dort einer entgegenkomme, wisse man nicht, wohin man ausweichen solle.
Patrick Widmaier griff den Vorschlag von Peter Maas auf, eine Einbahnregelung für die Strecke in Betracht zu ziehen. Kranz: „Wir sollten vorsichtig sein und vor einer Entscheidung die Bürger, die dort wohnen, mit ins Boot holen!“ – „Wir sind hier!“, rief ein Zuhörer - doch Bezirksbürgermeister Dr. Michael Bonmann machte klar: „Ich kann ihnen kein Rederecht einräumen.“
10:55
Was für manche schon erheblicher Parkdruck ist.
Kommt doch mal nach Rüttenscheid.
Wenn der Investor 77 statt 50 vorgeschrieben Tiefgaragen-Stellplätze baut, ist eigentlich alles gesagt. Wahrscheinlich haben aber die jetzigen Anwohner erheblich mehr PKW, als sie bei einem Neubau nachweisen müssten.
Wie in #3 zu sehen ist, heisst es, wir sind hier, andere können wir nicht gebrauchen.
13:24
Super noch mehr Autos die sich durch Werden quetschen, besten Dank , da können wir gerne drauf verzichten.
11:04
warum hat man die sitzung nicht in magdeburg abgehalten?wäre für die leute aus fischlaken unwesentlich weiter gewesen.
10:32
Ich verstehe die Kritik nicht: „Das Grundstück, auf dem jahrelang ein Fabrikgelände mit viel Grün war, soll regelrecht zugebaut werden.“ Mit 5 (in Worten: fünf!) Häusern.
In Essen-West sollen auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhof, das jetzt brach liegt, Billig-EFH gebaut werden. An eine Grünfläche denkt dort niemand, wahrscheinlich wissen die Anwohner dort gar nicht, was das ist.
Ich finde es gerecht, wenn mal im Süden gebaut wird, und der Norden/Nordwesten begrünt wird.