Kreativ unter Freunden

Werden/Heidhausen.  . Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Auch in der Malerei nicht. Es gehört schon ein bisschen Training und Mut dazu, um mit Pinsel oder Zeichenstift etwas Vernünftiges zu Papier zu bringen. Klar, es gibt auch den Mülleimer, aber da sollten die eigenen Kunstwerke natürlich nicht landen.

„Jeder kann malen“ - davon sind Susanne Herdick und Andrea Tils überzeugt. Die beiden Mitfünfzigerinnen gründeten 2005 ihre Malschule „Jonart“. Dass sie hier in den Räumlichkeiten der Jona-Gemeinde Am Schwarzen nun stehen und ihr Zehnjähriges feiern, das hätten sie damals wohl selber nicht gedacht. Bevor Herdick und Tils die Schule offiziell gründeten, gaben die beiden nämlich nur gelegentlich mal ein paar Kurse zwischendurch.

Landschaften zeichnerisch erkunden

Recht schnell wurde die Nachfrage aber so groß, dass aus den sporadischen Treffen eine feste Institution wurde. Ganz fremd war den befreundeten Frauen die Sparte Kunst schließlich nicht: Susanne Herdick kommt aus dem Grafikbereich, Andrea Tils war zuvor als Modedesignerin tätig. Ihre Jobs hängten sie an den Nagel. Kurzerhand wurde die Idee einer Malschule verwirklicht. Seit der Eröffnung brachten sie etwa 200 Schülern den Umgang mit Farbe und Pinsel bei. Einige besuchten mal ein, zwei Kurse, andere sind sogar von Anfang an dabei.

Das Angebot wurde im Laufe der Zeit mehr und mehr erweitert, maltechnische Kurse kamen hinzu, genauso wie Intensiv-Workshops zu unterschiedlichen Themen und Techniken wie Zeichnen, Ölmalerei oder Aquarell. An Ideen mangelte es nie. Im Gegenteil. Das Programm wird noch heute fortlaufend ausgebaut. Seit kurzem bieten Herdick und Tils zum Beispiel auch Malreisen an. Dabei werden auf kleinen Wanderungen in der näheren Umgebung Landschaften auf zeichnerische Art erforscht.

So verschieden die Kurse und Angebote auch sind – so verschieden sind auch die Schüler von Jonart. Die jüngsten Kursteilnehmer sind gerade mal im Kindergartenalter, der älteste Schüler ist 83 Jahre alt. „Wenn man wirklich malen möchte, dann spielt das Alter keine Rolle“, weiß Andrea Tils. Außerdem ginge es beim Malen oder Zeichnen nicht nur darum, am Ende mit dem Ergebnis zufrieden zu sein, sondern auch um die Sache an sich. „Ein inneres Erlebnis“, beschreibt die Künstlerin, und: „Malen beruhigt ungemein und verhilft beim Abschalten vom Alltag.“

Kursteilnehmerin Elisabeth Paschke nutzt das kreative Hobby auch dafür, „um den Gefühlen freien Lauf zu lassen“, sagt die 64-Jährige. Sie habe schon immer gerne gemalt, doch mangelte es während des Berufslebens an der nötigen Zeit. Die hat sie jetzt und die verbringt sie regelmäßig bei Jonart. „Was ich an dieser Malschule sehr schätze, das ist vor allem die familiäre und lockere Atmosphäre untereinander. Wir verstehen uns alle richtig gut“, so Paschke.

Genau das ist es auch, was Andrea Tils und Susanne Herdick wichtig ist. Deshalb werden die verschiedenen Kurse sehr klein gehalten. Maximal zehn Teilnehmer haben in einem Kurs Platz. „Das ermöglicht zum einen ein intensives und individuelles Arbeiten und ist eben auch sehr persönlich“, so Herdick. Und so seien in den letzten Jahren nicht nur unzählige künstlerische Werke in den Räumlichkeiten der Malschule entstanden, sondern zudem auch sehr viele Freundschaften.

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