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Krayer Arena in Essen wird trotz Abstieg ausgebaut

22.05.2013 | 13:00 Uhr
Mit Eifer brezelte der FC Kray seine Arena auf. Doch das Kapitel Regionalliga ist erst einmal beendet.Foto: Ulrich von Born

Essen.  Der Abstieg des FC Kray aus der Fußball-Regionalliga ist besiegelt. Trotzdem soll das Bauvorhaben an der Buderusstraße zu Ende gebracht werden - mit einem Kompromiss: Der Verein verzichtet auf die zugesagten Mittel für den regionalligatauglichen Ausbau und bekommt dafür weitere 42.000 Euro städtischen Zuschuss für seine Tribüne.

In der an grundlegenden Weisheiten nicht eben armen Fußballwelt haben die Kicker des FC Kray jetzt eine weitere bestätigt gefunden: „Die meisten Wünsche bekommt man erfüllt – nur entweder zu spät oder eine Nummer zu klein.“

Denn vor knapp einem Jahr noch suchten Fans und Verantwortliche in einer Mischung aus Stolz und Überschwang den Sportausschuss des Rates heim, ließen ihren sensationellen Aufstieg in die Regionalliga West beklatschen und hielten bei der Gelegenheit auch die Hand auf. Um auf Augenhöhe mit Traditionsvereinen wie Rot-Weiss Essen oder Fortuna Köln spielen zu dürfen, musste die Krayer Arena an der Buderusstraße so auf- und ausgerüstet werden, dass sie auch nach den strengen Maßstäben des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletik-Verbandes regionalliga-tauglich daherkommt.

Kray gewinnt hochverdient

Die Politik ließ sich nicht lumpen und versprach mit glasigen Augen 150.000 Euro aus dem knapp bemessenen Sport-Etat – zuzüglich zu jenen 170.000 Euro, die eine ohnehin erforderliche 141 Meter lange Lärmschutzwand kostet.

Verein verzichtet auf zugesagte Mittel

Doch weil das Spiel mit Baugenehmigungen und Lärmschutzgutachten zwar manches Eigentor kennt, keinesfalls aber in 90 Minuten erledigt ist, war erst vor wenigen Wochen der Weg zur Liga-gerechten Aufrüstung frei – als der Abstieg der Krayer quasi schon feststand: Erledigt durch liegen lassen.

Video
Essen, 20.05.13: FC Kray beendet die Regionalliga-Saison mit einem 5:1 Heimerfolg gegen die Reserve von Bayer 04 Leverkusen.

Nun ist die Tribüne für 400 Zuschauer, mit deren Bau der Verein bereits im Herbst begonnen hatte, nach wie vor ein Torso, es fehlen Stützen, das Dach und Rück- wie Seitenwände. Da aber die Tribüne in die auf jeden Fall erforderliche Lärmschutzwand integriert werden sollte, kommt man nun gar nicht umhin zu bauen, was man sonst „aus sportfachlicher Sicht für nicht nötig“ erachten müsste. Und so einigten sich die Sport- und Bäderbetriebe und der FC Kray auf einen Kompromiss: Der Verein verzichtet auf die zugesagten Mittel für den regionalligatauglichen Ausbau, spart sich die neue WC-Anlage, die Kassen, die Fan-Trennung und die Stehstufen hinterm Tor und bekommt dafür weitere 42.000 Euro als Zuschuss für seine Tribüne. Unterm Strich spart die Stadt auf diese Weise noch gut 40.000 Euro ein. Der Sportausschuss gab dazu gestern seinen Segen.

Gerechter Lohn

Günther Oberholz ist damit zufrieden: „Wir wollen nicht irgendwelchen Dingen hinterhertrauern“, sagt der 1. Vorsitzende des FC Kray, „wir wollen, dass Ruhe einkehrt“. Dass die Arena an der Buderusstraße ausgerechnet in dem Moment baulich aufgemöbelt wird, da die Gründe dafür entfallen sind, empfindet er letztlich als eine Art gerechten Lohn für die Arbeit: „Wir haben mit sehr bescheidenen Mitteln eine Saison in der Regionalliga über die Bühne gebracht.“

Und wer weiß, vielleicht klopft der FC Kray, der 2013/14 erstmal wieder in der Oberliga Niederrhein spielt, noch mal da oben an. Die passende Fußballerweisheit für den Aufstieg wird sich schon noch finden.

Wolfgang Kintscher


Kommentare
22.05.2013
18:39
Krayer Arena in Essen wird trotz Abstieg ausgebaut
von Essen_OK | #4

@ Boisfeuras

Egal was OB Paß will, oder die Stadtspitze, die Namensrechte an dem Stadion hat der RWE-Konzern erworben. Von daher muss man abwarten, was sich die Vorstandsbosse für einen Namen überlegen werden.
Und dieser wird (leider) ganz bestimmt nichts mit Georg Melches zu tun haben.

22.05.2013
18:29
Krayer Arena in Essen wird trotz Abstieg ausgebaut
von Boisfeuras | #3

Nachdem Kray nun in die Kray-Arena zurückkehrt, die SGS vor nicht wirklich erwähnenswerter "Kulisse" aufläuft und die alte, ehrwürdige Haupttribüne des GMS mit seinem Schriftzug verschwunden ist, ist es an der Zeit für die Stadtspitze und Herrn OB Paß endlich Nägel mit Köpfen zu machen und den unseligen und nichtssagenden Namen "Stadion Essen" in die Klamottenkiste zu verabschieden und die neue RWE-Spielstätte auch offizielle in "GEORG-MELCHES-STADION-II - RWE-ARENA" umzubennen. Wo sind die RWE-Fans?

22.05.2013
17:34
Krayer Arena in Essen wird trotz Abstieg ausgebaut
von dutsche | #2

Flughafen Berlin/Brandenburg ist überall!

22.05.2013
15:12
Krayer-Arena in Essen wird trotz Abstieg ausgebaut
von trickflyer | #1

und wieder einmal:ohne sinn und verstand.

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