Krawalle in Essen verhindern

Es ist selten, dass Politiker gleich mehrerer Parteien ein starkes Polizeiaufgebot fordern. Zu groß ist einfach die Sorge, dass – wie in Köln geschehen – die Randalierer bei der hier für den 18. Januar geplanten Demo der „Hooligans gegen Salafisten“ die Oberhand gewinnen könnten. „Ich erwarte, dass die Polizei aus der Demonstration in Köln gelernt hat“, sagte CDU-Fraktionschef Thomas Kufen, der auch für den Einsatz der Reiterstaffel plädiert. Schon der Name Hooligans mache deutlich, „dass das kein Knabengesangsverein ist.“

Noch deutlicher wird SPD-Parteichefin Britta Altenkamp: „Das ist ein gewalttätiges, sehr machohaftes Auftreten von Männern, deren Ziel vor allem die Polizei ist. Das hat nur vorgeblich etwas mit dem Islam zu tun“, sagt sie über die HoGeSa-Szene. Die Hooligans, die an Bedeutung verloren hatten und jetzt ihre „Wiederbelebung suchen“ , würden sich nach der Demo in Köln gestärkt fühlen. Auch deshalb sei es wichtig, dass der Polizeieinsatz „gut geplant“ werde. Altenkamp: „Ich hoffe, dass die Polizei das richtige Maß an Einsatzbereitschaft findet.“

Diesen Punkt greift ebenso der Essener FDP-Chef Ralf Witzel auf: Die HoGeSa-Bewegung könne einen Zulauf bekommen, „der sich im Vorfeld nicht absehen lässt.“ Es müsse auf jeden Fall verhindert werden, dass eine „überforderte Ordnungskraft“ gleich mehreren gewalttätigen Demonstranten gegenübersteht. „Ich kann nur raten, ausreichend Hundertschaften vor Ort zu haben und auch Spezialkräfte zur Verfügung zu stellen, sagte der FDP-Chef. Er erwartet vom Innenminister und vom Polizeipräsidium „die Sensibilität, in „Essen vorbereitet zu sein.“

Dies versicherte gestern nochmals das Innenministerium. „Die Essener Polizei wird eine professionelle Lagebewertung und Kräfteberechnung erstellen“, so ein Sprecher. Dass die erforderlichen Unterstützungseinheiten rechtzeitig in die Ruhr-Metropole abgeordnet werden können, dafür werde das zuständige Landesamt für polizeiliche Dienste in Duisburg sorgen .