Kosten für Winterdienst steigen in Essen um 211 Prozent
09.11.2011 | 14:02 Uhr 2011-11-09T14:02:00+0100
Essen. Essens Mieter und Wohneigentümer müssen sich warm anziehen: Die Abgaben steigen auf breiter Front – beim Winterdienst gar um 211 Prozent. Deutlich steigen werden außerdem die Entwässerungs- und Abfallgebühren.
Weiße Pracht über Wochen hinweg, kein Salz mehr im Depot und Bus- wie Bahn-Touren nach Spar- statt Fahrplan: Der vergangene Rekordwinter hat schon so manchen Schneefluch hervorgerufen, aber jetzt dürften noch all jene einstimmen, die bislang gelassen blieben. Denn in den nächsten Tagen wird dem Rat der Stadt – und damit den Bürgern – die Rechnung (nicht nur) der weißen Weihnacht 2010 präsentiert. Danach steigen die Gebühren für den Winterdienst im kommenden Jahr aufs Dreifache (!) der bisherigen Preise, und auch bei den übrigen Posten der so genannten zweiten Miete müssen sich die Essener warm anziehen.
Denn diesmal wird das Gebührenplus an der einen Stelle durch kein Gebührenminus an einer anderen aufgefangen. Im besten Falle bleiben die Tarife stabil, so wie bei der Grundsteuer B für bebaute und unbebaute Grundstücke, deren Hebesatz ja im vergangenen Jahr rückwirkend kräftig angehoben wurde und 2012 auf 590 Prozent verharren soll.
Teurere Müllverbrennung
Auch die Gebühr für die braune Biomüll-Tonne, die ja von allen Müllgebühren-Zahlern subventioniert wird, bleibt im kommenden Jahr stabil bei 45 Cent pro Liter. Für eine klassische 120-Liter-Tonne sind also weiterhin 54 Euro im Jahr zu berappen.
Aber dann geht’s rauf: Die Abfallgebühr für den Restmüll in der grauen Tonne steigt nächstes Jahr von 2,26 auf 2,40 Euro je Liter, ein Plus von immerhin 6,2 Prozent. Unterm Strich stehen damit bei einer 120-Liter-Tonne Kosten von 288 Euro. Verantwortlich für diesen Sprung sind nach Angaben der Stadt unter anderem gestiegene Betriebskosten fürs Müllheizkraftwerk in Karnap.
Deutlich rauf geht’s erneut auch bei den Entwässerungsgebühren: Jeder Kubikmeter Schmutzwasser, der den Kanal runterspült soll ab 2012 mit 2,87 Euro zu Buche schlagen, das sind 24 Cent oder 9,1 Prozent mehr als in diesem Jahr. Und beim Niederschlagswasser fällt das Plus ähnlich deutlich aus: 1,23 Euro sind künftig pro Quadratmeter zu zahlen, acht Cent oder sieben Prozent mehr als derzeit.
Da kann man schon froh sein, wenn für die Straßenreinigung „nur“ ein Aufschlag von 5,9 Prozent berechnet wird: 7,13 Euro sind im kommenden Jahr für jeden Frontmeter zu zahlen, 40 Cent mehr als noch 2011.
Streupläne überarbeitet
Aber was sind das für Steigerungsraten angesichts der Zahlen für den Winterdienst: Der kostet beim so genannten Streuplan A mit 24-Stunden-Bereitschaft auf den verkehrswichtigsten Hauptstraßen im nächsten Jahr 3,89 Euro je Frontmeter. Zum Vergleich: In diesem Jahr sind 1,25 Euro fällig, ein Plus also von 211,2 Prozent. Beim Streuplan B sind pro Frontmeter demnächst 2,61 Euro statt 84 Cent fällig. Auch hier: 210,7 Prozent plus.
Wie die Stadt in einer Vorlage für den Rat und seine Ausschüsse mitteilt, sind die höheren Kosten für den Winterdienst im Wesentlichen auf den Rekordwinter des vergangenen Jahres zurückzuführen: 4,1 Millionen Euro waren zu veranschlagen, weit mehr als das Doppelte der Plankosten 2010. Wichtig: Gezahlt werden die Kosten für den Winterdienst nur von den Anliegern der gestreuten Straßen. Pech für all jene, die an den Hauptstraßen liegen, womöglich noch mit üppigen Häuser- oder Garagenfronten.
Und wichtig auch: Wer in diesem Jahr für den Streudienst in die Tasche greifen musste, kommt 2012 vielleicht ungeschoren davon – und umgekehrt. Denn die Stadt hat nach den schlechten Erfahrungen des zurückliegenden Winters ihre Streupläne A und B komplett überarbeitet.
Bei alledem sind sämtliche Zahlen noch vorläufig: Der Rat diskutiert die Gebührentarife in seiner Sitzung am 23. November. Eine Zustimmung gilt allerdings als sicher.
09:43
Erst wird über Jahre eine extrem schlechte Winterleistung in Rechnung gestellt, was an Sich schon eine Unverschämtheit ist, dann wird der "neue" Streuplan um eine handvoll Straßen erweitert, mehr ist es wiklich nicht, und prombt werden die Gebühren drastisch erhöht.
So ist es halt wenn brave unqualifizierte SPD-Parteisoldaten (GF EBE) auf eine willfährige SPD Pseudo "Regierung" in Essen trifft.
Da kann man nur hoffen, dass wir diesen Winter keinen Schnee bekommen werden.
Übrigens, das Real-Einkommen von 80 % der Bevölkerung ist in den letzten 10-Jahren gesunken. Und nun das Erstaunliche, diese Menschen wurschteln sich durch, weil sie eben nicht ihr Einkommen per Beschluss um 200 % erhöhen können. Aber natürlich sind die Lohnkosten der "Müllmänner" schuld, dass die Gebührenschraube immer und immer weiter steigt. Mein Herren der Fisch stinkt vom Kopf !
Großkupfert nennt man überdimmensionierte Müllverbrennungsanlagen und dilettantisch die Organisation des Winterdienstes. Darüber lachen schon seit Jahren die Nachbarstädte.
09:26
Das Ordnungsamt steht am Borbecker Markt pünktlich um 20:01 Uhr vor den Markttagen, um Autos abschleppen zu lassen. In der Innenstadt wird bis 20:00 Uhr abkassiert und die Knöllchenjäger sind auch hier so lange unterwegs. Bei der Straßenreinigung und der Entsorgung des Laubes sieht das etwas anders aus. Da kann man froh sein, wenn überhaupt jemand kommt. Nach 3 Wochen wurden in dieser Woche erstmals Laubsäcke in unserer Straße abgeholt. Das Laub, welches nicht in Säcken war, wurde einfach liegengelassen. In dieser Stadt wundert mich mittlerweile gar nix mehr, hier wird der Bürger nur noch gemolken.
08:30
Ich frage mich ja, ob die EBE auch in diesem Winter wieder mit den Micky-Maus - Schilden aus Kunststoff die Straßen "räumt". Denn dadurch, das diese Dinger angeschafft wurden, um die Straßen zu schonen, haben wir im letzten Winter viel Ärger gehabt. Ergebnis war nämlich eine 1a Schneedecke, ungefähr 3 cm hoch. Das ist doch Killefitt. Denn was habe ich und wir alle von geschonten Straßen, wenn man nicht darauf fahren kann? Das ist natürlich die Schonung schlechthin, aber gebracht hat es nix, im Gegenteil. Soviel zum Kommentar von 1980yann. Verschleißfrei geht es nicht, aber wenn keiner nach der Räumung fahren kann, kann man es auch gleich lassen, oder? Das wäre aber auch Schade, denn bezahlt haben wir es ja. Es gab nur leider keine Gegenleistung. Hier darf sich auch die EVAG angesprochen fühlen. Ich erinnere mich auch noch gut daran, wie wir alle sprachlos an der Haltestelle standen - der 155er fuhr nicht und der SB15 knallte fast leer an uns vorbei. Da hat der Pressesprecher hinterher gesagt, die Leute hätte für einen Schnellbus bezahlt und den sollten sie dann auch haben. Unser Geld war anscheinend nicht so wichtig.
Wofür wir bezahlt hatten, das gab es dann einfach nicht.
08:22
Liebe Bürger von Essen,
gewöhnt Euch doch einfach daran, dass im Bereich Straßenreinigung und Winterdienst VIEL GELD FÜR WENIG BIS KEINE LEISTUNG bezahlt werden muss!
Wer wissen will wie der Winterdienst in der nächsten Saison ausfallen wird braucht doch die Straßen anschauen die mit Laubbäumen bepflanzt sind. In meinem Umfeld in Steele sind fast alle Nachbarn ihrer Fegepflicht nachgekommen und wer das Glück hatte bei der "Verlosung von 12000 Laubsäcken" dabei gewesen zu sein, hat sein Laub auch noch schön handlich verpackt damit die Straßenreiniger nicht zuviel zu tun haben.
Jetzt liegen die Berge am Straßenrand, dekoriert mit Laubsäcken und brauchten nur noch eingesammelt oder eingesaugt werden. Aber nichts passiert! Am Samstag sah ich einen großen Laubsauger-LKW und einen Transporter der EBE durch mein Viertel fahren (Nebenstraßen!) und dachte "jetzt gehts los". Weit gefehlt! Die wollten wahrscheinlich nur gucken und die Zuschläge für die Samstagsschicht mitnehmen.
In der letzten Saison wurden die Laubsäcke (natürlich bereits im Zustand der Renaturierung begriffen) aus November im April Abgeholt nachdem ich bei Picobello auf diesen Mißstand hingewiesen hatte!
Liebe Stadtwerke,
nett das ihr die Säcke mit dem Hinweis auf durch Laub verstopfte Gullis sponsort.
Wie man sieht macht der Bürger sogar mit!
Aber wenn ihr den Abtransport den "Schnarchnasen von der EBE" überlasst wird das nix. Die stehen lieber mit ihren Wagen auf den Parkplätzen von Pommesbuden rum und lernen die "Blöd-Zeitung" auswendig.
00:30
dass es noch Leute wie 1980yann gibt, die die armen Schneeräumer in Schutz nehmen. :-)
Aber wenn Schneeräumen eigentlich gar nicht möglich ist, fragt man sich doch, wie das in den Gegenden funktioniert, in denen Winter wie der letzte der Normalfall sind und das nicht nur 4 Wochen, sondern auch schon mal 3 Monate.
Es ist ja völlig normal, dass plötzliche heftige Schneefälle erst einmal Chaos verursachen. Aber wenn Tage nach dem letzten Schneefall immer noch nicht einmal die Hauptverkehrsstraßen halbwegs anständig geräumt sind, dann stimmt etwas nicht.
21:32
Die Dauerarbeitslosen könnten ab 3 Uhr morgens Schnee schippen, damit die Berufstätigen zur Arbeit fahren können
20:53
... sondern gerade im letzten Jahr einfach nur, dass mehr Schnee gefallen ist.
Und räumen ist auch nicht verschleißfrei möglich. Entweder reißt man mit metallenen Räumschilden die Asphaltdecke auf oder man nimmt Kunststoffschilde mit nur begrenzter Lebensdauer.
19:53
welcher verbesserter Service? Letztes Jahr etwa nicht in Essen gewesen? Es geht auch nicht ums rasen, das war jetzt völlig daneben, sebst der Nahverkehr klappte nicht. Es geht hier nur um das wie. Wie wurde der Winterdienst ausgeführt? Als Antwort kann eigentlich nur kommen, welcher Winterdienst?
19:15
pleiten pech und pannen angesagt,oder warum funktioniert hier nichts?
18:54
also bitte jetzt nicht jammern, verbesserter Service ist nicht zum Nulltarif zu haben. Und wenn der Winter so bleibt wie bisher und wie viele andere vor den Wintern der drei letzten Jahre, ist ein Teil der Ausgaben sogar für Nüsse.
Fragt euch einfach ob diese Mehrausgaben für ein paar Wintertage ungebremste Raserei wirklich sinnvoll sind.
Diese Mehrausgaben werden mit dem Chaos von 2010/2011 begründet, nicht mit Verbesserungen für den nächsten Winter.
Außerdem geht es nicht um "ungebremste Raserei", sondern um die Notwendigkeit, auch im Winter seinen Arbeitsplatz zu erreichen. Und wenn die Evag bei den ersten Schneeflocken ihren Dienst einstellt, muss man nun leider mit dem Auto fahren. Und dazu braucht man eben halbwegs geräumte Straßen.