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Kooperation der Universitäten im Revier klappt nur theoretisch

09.11.2012 | 16:00 Uhr
Kooperation der Universitäten im Revier klappt nur theoretisch
Oft ist es ein langer Weg bis in die Hörsäle.Foto: Stephan Eickershoff

Essen/Bochum.  Die Hochschulen Dortmund, Bochum und Duisburg-Essen kooperieren. So soll gleichzeitiges Studieren an verschiedenen Standorten möglich sein. Allerdings nur theoretisch. Ein Erfahrungsbericht zeigt: In der Praxis hakt es oft noch.

Optimistisch sitze ich im Studi-Sekretariat der Ruhr-Uni Bochum (RUB). Ich habe mich entschlossen, etwas zu wagen, was an den Ruhrgebiets-Unis möglich ist, aber nur wenig genutzt wird: einen sogenannten Spagat-Master. Ein Zwei-Fach-Masterstudium, dessen Fächer an zwei verschiedenen Unis im Ruhrgebiet angeboten werden. In meinem Fall: Literatur und Medienpraxis an der Uni Duisburg-Essen (UDE) und „Gender Studies“ an der RUB.

Meinen Stundenplan für das erste Mastersemester habe ich schon fertig, organisatorisch ist alles kein Problem. Bisher. Denke ich.

„Was Sie sich da vorstellen, geht überhaupt nicht“

Doch die Sekretariatsmitarbeiterin sagt zu mir: „Was Sie sich da vorstellen, geht überhaupt nicht.“ Ich erkläre verdutzt, dass ich überhaupt erst auf meine Idee kam, weil die Studienberatung in Essen mich ausdrücklich auf diese Möglichkeit hingewiesen hat.

Fern-Uni Hagen
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Das Fernstudium der Hochschule Hagen als Alleinstellungsmerkmal bröckelt immer stärker. Auch Präsenzuniversitäten bieten die Ausbildungsvariante etwa durch Online-Kurse an. Beim "Dies Academicus" diskutierten Hochschulexperten neue Trends.

Seit fünf Jahren arbeiten die Revier-Unis Bochum , Dortmund und Duisburg-Essen als Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR) zusammen. Das Ziel: Vernetzung und Kooperation. Studenten sollen Angebote miteinander verbinden können.

Aber jetzt: „Es gibt keine Kooperation mit Essen“, sagt die Frau im Sekretariat resolut. Ich frage mich zum Chef durch, der freundlicher ist, aber genauso ratlos. Er rät: „Sprechen Sie zuerst mit den Prüfungsämtern, ob Ihre Leistungen angerechnet werden können. Dann würde ich Sie einschreiben.“

Endlich klappt die Einschreibung

Zwei Tage später: Ich spreche mit der zuständigen Frau vom Prüfungsamt der UDE. Auch sie ist mit dem Fall nicht vertraut, meint aber: „Von mir aus können Sie das so machen. Ich wüsste nicht, was dagegen spricht.“ Das klingt schon besser, eine schriftliche Zusicherung will sie mir nicht geben.

Zurück in Bochum: Endlich klappt die Einschreibung. Wobei die Studienbescheinigung ein bisschen mager aussieht, weil es technisch offenbar nicht möglich ist, auf mein Zweitfach in Essen zu verweisen. Es vergeht eine weitere Woche, bis ich einen Termin im Essener Sekretariat bekomme, um abermals mein Vorhaben vorzutragen. „Das geht gar nicht“, sagt die Sekretariatsmitarbeiterin. „Mit Bochum haben wir keine entsprechenden Verträge.“

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