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Konjunkturumfrage - Essener Unternehmer zunehmend verunsichert

29.12.2011 | 10:02 Uhr
Konjunkturumfrage - Essener Unternehmer zunehmend verunsichert
Bei Auftragseingang und Umsatz konnten zwei Drittel der befragten Essener Unternehmen bessere oder gleich bleibend gute Ergebnisse im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 einfahren.Foto: Sebastian Konopka

Essen.  Die Stimmung der Essener Wirtschaft kühlt beim Blick aufs kommende Jahr ab, ergab eine Konjunkturumfrage. Die Ertragslage hat sich verschlechtert: Nur noch 30 Prozent der Befragten vermelden gute Erträge. Branchenübergreifend wurden 2011 allerdings deutlich mehr Stellen geschaffen als gestrichen.

Essens Unternehmen blicken auf ein solides Wirtschaftsjahr im Zeichen des Aufschwungs zurück. Doch der Höhepunkt scheint überschritten, das neue gehen die Firmen mit eher verhaltenem Optimismus an. Das ist im Kern das Ergebnis des aktuellen Konjunkturbarometers des Essener Unternehmensverbandes (EUV). An der Umfrage beteiligten sich 30 Unternehmen mit Sitz in Essen.

Henner Puppel, Vorstandvorsitzender des EUV, sieht zwar Wolken am Konjunkturhimmel aufziehen, warnt jedoch vor Rezessionsszenarien: „Die Konjunkturprognosen für das erste Halbjahr 2012 lassen überwiegend eine Fortdauer des Optimismus erkennen, allerdings ohne Euphorie. Die Wachstumsdynamik wird gegenüber 2011 nachlassen.“

Fast die Hälfte ist zufrieden

Bei Auftragseingang und Umsatz konnten zwei Drittel der befragten Unternehmen bessere oder gleich bleibend gute Ergebnisse im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 einfahren. Vor einem halben Jahr lag dieser Anteil mit 80 beziehungsweise 74 Prozent deutlich höher. Die aktuelle Ertragslage hat sich verschlechtert: Nur noch 30 Prozent der Befragten vermelden gute Erträge, fast die Hälfte (44 Prozent) ist zufrieden, über ein Viertel klagt über schlechte Erträge. Deutlich verbessert hat sich die Situation allerdings in der Metall- und Elektroindustrie: Auftragseingang und Umsatz wurden von zwei Dritteln aller Firmen als positiv beurteilt.

Branchenübergreifend wurden deutlich mehr Stellen geschaffen als gestrichen. Auffällig, so der EUV, sei der gegenüber dem Frühjahr wieder deutlich gefallene (15 gegenüber 31 Prozent) Mehrarbeitsbedarf. Bei den Ausbildungsplätzen konnten 54 Prozent der Befragten ihr Vorjahresangebot halten, weitere 22 Prozent konnten sogar ausweiten.

Ausbildungsplätze nicht besetzt

Ein Warnzeichen ist die Rückmeldung, dass rund ein Sechstel der Unternehmen die angebotenen Ausbildungsplätze nicht besetzten konnten. Als Hauptgründe wurden genannt: mangelnde Qualifikationen (35 Prozent). Bewerbermangel (24 Prozent) und Nicht-Erscheinen oder Abbruch der Ausbildung (21 Prozent). Nahezu jedes achte Unternehmen beklagte einen Mangel an Fachkräften . Das ist eine deutliche Zunahme gegenüber dem Vorjahr. Die Situation dürfte sich nach Einschätzung des EUV binnen weniger Jahre weiter verschärfen und nach Einschätzung Puppels zu einem „gesellschaftspolitischen Mega-Thema“ werden.

Relativ optimistisch geben sich Firmen übrigens, wenn’s um Investitionen geht: 61 Prozent rechnen mit mehr, nur 18 Prozent mit einem Zurückfahren. Eine weitere Verbesserung bei den Erträgen sei dagegen kaum in Sicht.

Jörg Maibaum

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Kommentare
30.12.2011
09:25
Es brummt bei immer weniger Menschen
von the_big_dreamer | #6

14,50 € Stundenlohn braucht ein Arbeitnehmer durchgängig um im Alter nicht auf Hilfe zum Lebensunterhalt (Hartz IV ähnlich) angewiesen zu sein. Die Zahl derjenigen Alten die nicht richtig Vorsorgen konnten (gebrochene Erwerbsbiografie, Zeitarbeiter, 1Euro-Jobber) wird uns das Genick brechen. Mindestlohn 10 € sofort, deutliche Lohnerhöhungen jetzt in der Boomphase. Ich will nicht nur Bedürfige sehen, sondern ein harmonischen Gesellschaftsaufbau. Die Arbeitgeber sehen aber gerade jetzt gar keinen Spielraum für höhere Löhne, weil die Preise für Energie und Rohstoffe am Weltmarkt drastisch gestiegen sind. Alles wird zwangsläufig und unbeeinflussbar teurer nur höhere Löhne gehen nicht. Mummpitz. Jetzt Löhne anheben, mindestens 5%

29.12.2011
16:15
Konjunkturumfrage - Essener Unternehmer zunehmend verunsichert
von ruhry | #5

"Ein Warnzeichen ist die Rückmeldung, dass rund ein Sechstel der Unternehmen die angebotenen Ausbildungsplätze nicht besetzten konnten. Als Hauptgründe wurden genannt: mangelnde Qualifikationen (35 Prozent). Bewerbermangel (24 Prozent) und Nicht-Erscheinen oder Abbruch der Ausbildung (21 Prozent). Nahezu jedes achte Unternehmen beklagte einen Mangel an Fachkräften. Das ist eine deutliche Zunahme gegenüber dem Vorjahr."

Na das sind doch beste Voraussetzungen für die "Essener Optionskommune"

Zitat aus Der Westen:
"Die Antwort indes, was konkret auf den Weg gebracht werden soll, um der ständig wachsenden Zahl Langzeitarbeitsloser Herr zu werden, bleiben Renzel und Gutschmidt schuldig: Ein neuer Arbeitgeberservice soll es richten. Mehr Vermittler, die in Firmen gehen und dorthin passgenau Langzeitarbeitslose vermitteln."

Dann wissen die beiden ja jetzt wohl was zu tun ist.
Und wenn sie es nicht hinkriegen dann können sie ab nächstes Jahr zusammen mit den anderen Hartzis mal Parks saubermachen oder im Winter Schnee schippen.

29.12.2011
14:58
Es "brummt" doch - oder?
von Swatson | #4

Schon komisch. Da geben die Leute angeblich Geld aus wie verrückt und die Wirtschaft soll angeblich "brummen" und es wird von "Krise" geredet?

Andererseits ist es vielleicht auch das letzte Geld was aus Angst vor einer Inflation oder einem Euro-Crash nun lieber in Sachwerte getauscht wird? Und - wenn doch die Wirtschaft "brummt", warum sind dann die Staatskassen weiter bei Bund, Ländern und Kommunen leer und warum muss der Bund für den Haushalt 2012 trotz drastischer Einsparungen immer noch mehr als 26 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen? Und wie erklärt sich die wachsende Armut in der Gesellschaft? Kann es sein, dass man den Medien bezüglich ihrer Aussagen auch nicht trauen kann?

29.12.2011
14:36
Konjunkturumfrage - Essener Unternehmer zunehmend verunsichert
von rredfly | #3

@ marcwause

Das haben Sie wohl in der Bildzeitung gelesen. Die Realität kann damit aber nicht gemeint sein.

29.12.2011
14:10
Es "brummt" doch - oder?
von Swatson | #2

Schon komisch. Da geben die Leute angeblich Geld aus wie verrückt und die Wirtschaft soll angeblich "brummen" und es wird von "Krise" geredet?

Andererseits ist es vielleicht auch das letzte Geld was aus Angst vor einer Inflation oder einem Euro-Crash nun lieber in Sachwerte getauscht wird? Und - wenn doch die Wirtschaft "brummt", warum sind dann die Staatskassen weiter bei Bund, Ländern und Kommunen leer und warum muss der Bund für den Haushalt 2012 trotz drastischer Einsparungen immer noch mehr als 26 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen? Und wie erklärt sich die wachsende Armut in der Gesellschaft? Kann es sein, dass man den Medien bezüglich ihrer Aussagen auch nicht trauen kann?

29.12.2011
13:22
Medien reden und schreiben die Kriese herbei
von marcwause | #1

Bald ist es geschafft.
Fast alle Medien, darunter auch die WAZ haben es dann mal wieder geschafft, unsere funktionierende und florierende Wirtschadt kaputt zu schreiben.

Das komplette Jahr werden schlechte Nachrichten und Stimmungen verbreitet.
Euro hin, Euro her.

Ich sehe so viele Leute in Arbeit, wie noch nie.
Aufträge für Firmen, die aufgrund der Menge kaum abzuarbeiten sind.
Konsum ohne Ende.
Handwerksbetriebe mit Termin- und Personalsorgen.

Ich frage mich nur, warum WAZ + Co gerne eine Kriese hätten.

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