Kluges Sponsoring muss bleiben

Gutes tun und drüber reden - auch die städtischen Töchter fühlen sich diesem Credo seit vielen Jahren verpflichtet. Zumal nach dem EBE-Skandal ist das nicht mehr jedem geheuer. Selbstherrliche Geschäftsführer, die an Günstlinge Geld verteilen, das ihnen nicht gehört, und die dabei die Hosenträger schnalzen lassen - so stellen sich manche Bürger das vor. Und leider gab es das wirklich. Dabei geht es nicht nur um die Entsorgungsbetriebe. Beispiel RWE: Als der Verein in der Ära vor dem jetzigen Chef Michael Welling ein Fass ohne Boden war, haben einige Stadttöchter - auch auf Druck der früheren Rathaus-Spitze - hier Millionen versenkt.

Derlei aufzudecken und abzustellen war und ist richtig. Aber wie so oft, droht nun das Pendel in die andere Richtung auszuschlagen. Ganz gewiss lassen sich in den Apparaten der Stadttöchter weiterhin Spar-Potenziale aufspüren. Die Unterstützung für kleinere und mittlere Projekte, die gemeinnützig sind, die Gesundheit verbessern, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern oder die Lebensqualität verbessern, sollten aber ausgenommen werden.

Sicher, auch hier dürfte manches dabei sein, das streng genommen verzichtbar ist. Genaues Hinsehen, Transparenz und ein Mindestmaß an Controlling sind also Pflicht, um Ego-Tripps von geschickten Projekte-Rittern herauszufiltern, egal ob nun in der Kunst, beim Sport oder im Sozialen. Doch es ist nun einmal so: Manchmal kann ein kleiner finanzieller Anschub helfen, am Ende Großes zu bewirken. Warum Chancen vergeben?

Sponsoring hat zudem durchaus unmittelbaren Nutzen für das Unternehmen selbst. Das gilt für private Konzerne, die das schon lange wissen, das gilt aber auch für Stadttöchter, von denen sich mindestens die großen ja ebenfalls am Markt bewähren müssen. Allbau-Chef Dirk Miklikowski hat Recht, wenn er den unbestrittenen Erfolg des städtischen Wohnungsunternehmens auch an weichen Faktoren wie Marketing und Sponsoring festmacht. Kluges Unterstützen ist ein Gewinn für beide Seiten - bei überschaubarem Geld-Einsatz. Es wäre dumm, hier die Axt anzusetzen.