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„Klimaschutz nicht so teuer wie viele denken“

27.10.2010 | 20:07 Uhr
„Klimaschutz nicht so teuer wie viele denken“
Einsatz für betrieblichen Klimaschutz: Das Ehepaar Ulf und Andrea Wagner in der Druckerei ihrer Rüttenscheider Firma „Wagnermedia“ (hinten: Abteilungsleiter Marco Ocklenburg). Foto: Ulrich von Born

Essen. Kurz vor der Entscheidung des Initiativkreises Ruhr, wer den Zuschlag für den Titel „Innovation City“ mit einem Investitionsvolumen von 2,5 Milliarden Euro erhält, machen Familienunternehmer anderen Betrieben Mut, auf Klimaschutz zu setzen.

Info
30 Monate

Die städtische Grundstücksgesellschaft GVE kalkuliert mit 30 Monaten Bauzeit für das neue Stadion. Zunächst soll die Haupttribüne errichtet werden, dann Gegengerade und Gästetribüne. Die Tribüne für die heimischen Fans im Osten wird zuletzt gebaut, da diese bis auf das derzeitige Spielfeld des Georg-Melches-Stadions ragen wird.

„Das ist nicht nur etwas für Konzerne, sondern auch für kleine Firmen. Klimaschutz ist nicht so teuer wie viele denken und zahlt sich am Ende aus: Es dient der Umwelt, dem eigenen Image und zieht mehr Kunden an“, ist Ulf Wagner, Geschäftsführer des Essener Druckbetriebs „Wagnermedia“ mit 14 Angestellten, überzeugt. „Das Interesse der Bürger an Klimaschutz wächst. Die Nachfrage nach klimaneutralen Produkten steigt.“

Der 38-Jährige hat mit seiner Frau Andrea den Betrieb so umgestellt, dass möglichst viel des für den Treibhaus-Effekts verantwortlichen Kohlenstoffdioxids (CO2) vermieden wird. Der Strom für die Druckerei wird - von RWE garantiert - nur aus klimafreundlicher Wasserkraft gewonnen. Das entstandene CO2 des benötigten Erdgases der Stadtwerke wird mit Unterstützung von Klimaschutz-Projekten kompensiert. Wagner zahlt nun 2,8 Prozent mehr für den Strom, fast 7 Prozent mehr fürs Gas. „Das ist uns Klimaschutz Wert - im Interesse der nachfolgenden Generationen“, sagen die Wagners, frisch gebackene Eltern eines zehn Monate alten Sohnes.

Der Transport ihrer Druckerzeugnisse, von Visitenkarten bis hin zu Geschäftsberichten, soll bald mit einem Elektro-Kleintransporter erfolgen - angetrieben durch Wasserkraft-Strom. Das Dach ihrer Druckerei ist wärmegedämmt; die alten Neonröhren sollen Energiesparlampen weichen. Überschaubare Investitionen, die nach Wagners Meinung viele Mittelständler stemmen könnten, wenn sie mehr über Klimaschutz wüssten.

Ihre Druckprodukte bieten die Wagners „klimaneutral“ an - CO2 kann bei der Produktion nicht komplett vermieden werden, doch zum Ausgleich wird soviel Geld in CO2-senkende Klimaschutzprojekte investiert, wie man an Gas frei gesetzt hat. Dafür nimmt Wagnermedia einen Aufschlag auf den Rechnungsbetrag, der zur Gänze über den Umwelt-Zertifizierer „Nature Office“ an Windparks in der Türkei, an Biogasanlagen in Thailand oder zur Aufforstung vietnamesischer Wäldern weitergeleitet wird.

Wer sein Image pflegen will, lässt bereits „Klima-neutral“ drucken: Kliniken, Energielieferanten, Autohäuser, Schulen - oder Einzelhändler an der Düsseldorfer Königsallee. Der Aufpreis beträgt etwa 0,5 bis 1,5 Prozent der Druckkosten.

Peter Szymaniak

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