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Protest

Kinderhilfsorganisation protestiert vor H&M, Primark und New Yorker

23.02.2016 | 18:51 Uhr
Kinderhilfsorganisation protestiert vor H&M, Primark und New Yorker
Die Protestaktion vor Primark in der Essener Innenstadt.Foto: Katharina Kemme / FUNKE Foto Services

Essen.   Die Kinderhilfsorganisation Tellavision hat vor Modeketten in der Essener Innenstadt auf die Arbeitsbedingungen in Nähereien aufmerksam gemacht.

Fünf Meter hoch, drei Meter breit, positioniert mitten auf der Kettwiger Straße in Essen: Das Protestshirt der Kinderhilfsorganisation Tellavision sorgte am Dienstagmittag für Aufmerksamkeit in der Innenstadt. Nicht zu übersehen war die dick aufgedruckte Frage: „Who made your clothes?“ („Wer hat deine Kleidung produziert?“). Die Demonstranten stellten das Protestshirt vor den Filialen der Modeketten H&M, Primark und New Yorker auf.

„Wir möchten damit die Modeketten unter Druck setzen, damit sie endlich die Bedingungen in den Nähereien verbessern“, erklärt Sascha Ivan, Geschäftsführer von Tellavision. Die Duisburger Kinderhilfsorganisation beklagt die schlechten Arbeitsbedingungen, die niedrigen Löhne und die schlechte soziale Absicherung in den asiatischen Textilfabriken, in denen viele Modeketten produzieren. „Erst wenn die Kunden über die Bedingungen aufgeklärt sind, kann sich etwas verändern“, so Ivan.

So sieht das auch Michael Kreuzfelder, der vor dem Protestshirt stehen blieb: „Wer sich über brennende Fabriken aufregt, muss auch mehr als fünf Euro für ein T-Shirt zahlen.“ Tellavision sucht Aufmerksamkeit und Unterstützer für das nächste Projekt. Im Sommer fliegen die Aktivisten nach Indien und produzieren dort ihre dritte Fair-Trade-Modekollektion. Das Besondere: Ehemalige Kinderarbeiter aus den Textilfabriken entwerfen die Kleidung.

Theresa Dahlhoff

Kommentare
24.02.2016
11:27
Kinderhilfsorganisation protestiert vor H&M, Primark und New Yorker
von archie2 | #5

"Wir möchten damit die Modeketten unter Druck setzen, damit sie endlich die Bedingungen in den Nähereien verbessern“,"

Ja, die Bedingungen sind...
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2 Antworten
Wir konsumenten haben es auch in der Hand!
von Sascha1210 | #5-1

Hey Archie, lass mich mal kurz sehr deutlich werden. Ist nichts persönliches !!!

Die Argumente sich aus der Verantwortung ziehen sind vielfältig. Ein berühmtes davon, eben auch das, dass die Produktionsbedingungen (Löhne, Überstunden, Ausbeutung, Gebäude, etc) einzig und allein die Fabrikbesitzer zu verantworten haben.

Wir sind als Konsument das fest verankerte letzte Glied dieser Produktionskette (Konsument Modefirma Nähfarbik Näher/in). Und das für alle Produzenten wichtigste dazu. Die Firmen reagieren auf unsere Bedürfnisse wie ein Fähnchen im Wind, weil wir für Ihre Umsätze und Marktanteile sorgen.

Jetzt können wir alle natürlich sagen, "uns doch sch***egal", "nicht unser Problem" was da z.b. in Indien passiert. Dann sind wir aber im wahrsten Sinne des Wortes eine asoziale Gemeinschaft. Und es wird doch von niemanden wird verlangt, dass er sich in selbstloser Aufopferung verliert. Aber ein gesundes menschliches Bewusstsein ist wohl das Mindeste, was man von einem erwarten.

Kinderhilfsorganisation protestiert vor H&M, Primark und New Yorker
von Sascha1210 | #5-2

Solidarität, Empathie, Courage und Miteinander sind für manche elementare Werte für eine intakte Zivilisation für andere dämliche Begriffe die man nicht Shoppen kann.

Uns doch "sch***egal"...
- wenn Du auf offener Straße verprügelt wirst, ist doch DEIN Körper,
- wenn Dein Haus brennt, ist doch DEINE Familie,
- wenn Dein Chef Dich ausbeutet und miserabel bezahlt, ist doch DEIN Leben.

Ist also anscheindend garnicht so schlecht, wenn man anderen nicht egal ist und Menschen und Institutionen für einen einstehen, wenn man selber hilflos ist, oder?

Natürlich ist das ein großer langer Prozess der Jahre dauert, aber eine ignorante Haltung ist beschämend.

Wenn wir als Käufer den Firmen permanent und eindringlich klar machen, dass es uns nicht egal ist, dass diese Menschen unter sklavenähnlichen Zuständen arbeiten, wird sich auch weiterhin was ändern. Warum wohl hat H&M seit einiges Zeit die "Conscious Collection im Regal" und ALDI neuerdings Bio-Baumwoll Jeans?

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Kinderhilfsorganisation protestiert vor H&M, Primark und New Yorker
Kinderhilfsorganisation protestiert vor H&M, Primark und New Yorker
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2016-02-23 18:51
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