Kindergarten braucht Hilfe
27.12.2010 | 15:26 Uhr 2010-12-27T15:26:00+0100
Kettwig.Ein fröhliches und besinnliches Weihnachtsfest sieht deutlich anders aus. Hinter den Mitgliedern des Trägervereins der Kinderinitiative Kettwig (KiK) liegen einige unruhige Tage. Ein Brand zerstörte am Heiligen Abend das Gebäude des Kindergartens am Bögelsknappen (wir berichteten) - und jetzt steht die Einrichtung faktisch vor dem Nichts.
Dr. Martin Fischer ist Vorsitzender des Trägervereins. Er war am Freitag schnell vor Ort. „Ich war fassungslos, als ich die vielen Feuerwehrwagen gesehen habe. Und dann hatte ich Tränen in den Augen - nicht nur wegen der Rauchentwicklung.“
Im Raum der so genannten „Mäusegruppe“ war der Brand ausgebrochen, hatte dort alles zerstört. „In diesen Räumen wird es nie wieder einen Kindergarten geben - die KiK braucht jetzt dringend Hilfe“, sagt Martin Fischer.
Dabei sieht es für Zukunft der Einrichtung, die in den 1980er Jahren von Eltern gegründet wurde, richtig gut aus. Schon lange suchten die Verantwortlichen nach neuen Räumen und hatten endlich ein Gelände und auch einen Investor gefunden. „Die Stadt hat sich zwar lange Zeit gelassen, aber jetzt haben wir Grünes Licht für den Standort Schmachtenberg bekommen,“, sagt Martin Fischer. Direkt auf dem Gelände der Grundschule soll das Gebäude errichtet werden - der Investor pachtet das Grünstück und vermietet den fertigen Kindergarten an die Stadt - und die verpachtet ihn wiederum an die KiK. „Wenn alles gut läuft, könnten wir vielleicht schon im Herbst dort einziehen“, hofft Fischer.
Doch der Brand vom Heiligen Abend hat alle Zukunftspläne erst einmal über den Haufen geworfen. Am 6. Januar sollte der Kindergarten nach den Weihnachtsferien den Betrieb wieder aufnehmen. Mit Nachdruck wurde nun nach einer Übergangslösung für die kommenden Monate gesucht - und diese Suche scheint auch schon Erfolg zu haben. Dr. Martin Fischer: „Gudrun Gerschermann von der Kinder- und
Jugendhilfe Kettwig hat uns in Absprache mit Pfarrer Sven Goldhammer angeboten, den
Pfarrsaal von St. Peter zumindest für vier Wochen zu nutzen. Das würde uns natürlich sehr weiterhelfen.“
Heute wird er sich gemeinsam mit den Verantwortlichen der katholischen Kirchengemeinde über die Möglichkeiten, die dieser Raum bietet, genauer informieren.
Viele Alternativen haben die KiK-Verantwortlichen schon durchgespielt - immer in engem Kontakt mit der KiGa-Leiterin Gabriela Addeo und dem Elternrat. „Wir hätten die 45 Kinder natürlich auf verschiedene Einrichtungen verteilen können. Auch dafür hatten wir Hilfsangebote. Aber in solch einer Situation, die für die Kinder natürlich besonders schwierig ist, ist es viel besser, wenn sie zusammenbleiben können“, weiß der Arzt und Apotheker.
Aber selbst wenn die Unterbringung im Pfarrsaal an der Hauptstraße für einen begrenzten Zeitraum das größte Problem lösen würde, bleiben noch unzählige andere. „Wir haben zwar eine Versicherung, aber die Einrichtung war alt und wurde schon oft von uns selbst repariert. Die Kinder haben keinen Teller und keine Tasse mehr, kein Spielzeug und kein Bilderbuch. Da brauchen wir dringend Unterstützung.“
Der Elternrat und die KiGa-Leitung stellen derzeit eine Liste zusammen, die all die Dinge enthält, die für den Kindergartenalltag gebraucht werden. Wir werden diese Liste in einer unserer nächsten Ausgaben veröffentlichen.
„Wir erfahren viel Unterstützung“, sagt Martin Fischer. „Und ich möchte mich herzlich bei den netten Menschen bedanken, die am Brandtag zur Stelle waren. Die Nachbarn am Bögelsknappen haben nicht nur Kaffee gekocht, sie haben auch Schnee geschaufelt - und die vielen aufmunternden Worte waren mir sehr wichtig.“
Die KiK hat am Montag ein Spendenkonto eingerichtet:
Sparkasse Kettwig
Kontonummer 7014244
Bankleitzahl 360 501 05
Stichwort: Kinderiniative Kettwig (KiK)
In zahlreichen Kettwiger Geschäften und bei anderen Institutionen wurden gestern Sammeldosen aufgestellt, deren Inhalt ebenfalls der KiK zugute kommen wird. Weitere Infos erteilt Dr. Martin Fischer unter 0172/980 35 15.
0mitdiskutieren