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Kinder stürmen den Hörsaal

24.02.2010 | 20:02 Uhr
Kinder stürmen den Hörsaal

In Scharen strömten sie herbei - Manche an der Hand ihrer Eltern, Andere im Kreis ihrer Klassenkameraden. Rund 600 Mädchen und Jungen waren gestern beim Auftakt der achten „Kinderuni“ im Audimax der Uni Duisburg-Essen dabei. Auf dem Stundenplan stand die Vorlesung „Warum stürzen Radfahrer meistens auf den Kopf?“

Während manche Kinder unerschrocken und forsch den größten Hörsaal des Campus erobern, suchen sich andere eher vorsichtig ihren Platz. „Ist das riesig hier“, staunt so auch die elfjährige Leonie und gibt zu: „Ich bin total aufgeregt!“ Und ihre Freundin Vanessa (11) schaut sich neugierig um und verrät: „Ich bin zum ersten Mal an der Uni, möchte aber später gerne studieren.“

Im Nu füllt sich das Audimax, wobei die ersten Reihen - von den wahren Studenten meist verschmäht - bei den Kleinen die begehrtesten sind. Die Kinder sind fast unter sich, denn Eltern, Großeltern und Lehrer müssen draußen bleiben, können die Vorlesung aber im Foyer und Nachbarhörsaal per Vidioübertragung verfolgen.

Dann geht es los: Mit lautem Trommeln begrüßen die Kinder zunächst den radelnden Bürgermeister Rolf Fliß und geben ihm zugleich ihre Wünsche mit auf den Weg: Viel mehr und breitere Radwege im Stadtgebiet.

Mit Fußtrappeln empfangen die „unikids“ dann endlich ihren „Prof“: Verkehrspädagogin Prof. Dr. Maria Limbourg. Gemeinsam mit Studierenden der Verkehrspädagogik und Polizeihauptkommissar Michael Seth erläutert sie in den folgenden rund 45 Minuten kurzweilig viel Wissenswertes rund ums Radfahren.

So erfahren die Kinder, dass sich bei 100 Unfällen mit dem Rad, 82 Menschen am Kopf verletzen und lauschen aufmerksam den Erzählungen von Felix, der dies vor zwei Jahren selbst schmerzhaft erfahren musste: „Glücklicherweise hatte ich einen Helm auf, der dann aber ziemlich demoliert war.“

Begleitet vom Jubel der Kinder lassen die Studierenden Svetlana, Tina und Axel dann Eier und Melonen auf dem Podium zerplatzen und demonstrieren im Vergleich die Wirkung, wenn diese in schützendes Styropor gehüllt sind. „Wow“, meint Jan (12). „Ob ich das Experiment zu Hause mal meinem kleinen Bruder zeigen darf?“

Ein Quiz mit Fragen rund ums Radfahren, Hinweise zum verkehrssicheren Fahrrad und Verhalten am Unfallort, eine akrobatische Einrad-Vorführung und ein gemeinsames Lied runden die erste bunte Veranstaltung der „Kinderuni“ab, die insgesamt sechs Vorlesungen für Acht- bis Zwölfjährige umfasst.

„Nach all dem Stress der Vorbereitung, ist die Begeisterung der Kinder immer wieder der größte Lohn“, strahlt Dr. Sabine Zix, Leiterin des Zentralen Veranstaltungsmanagements der UDE. Und Jan meint: „Beim nächsten Mal bin ich wieder dabei!“

Andrea Kleemann

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