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Kinder demolieren Natureisbahn

15.01.2013 | 19:37 Uhr
Kinder demolieren Natureisbahn
Die Natureislauffläche im Seaside Beach Baldeney.Foto: Meike Allekotte

Essen. Für Holger Walterscheids Eisbahn läuft es derzeit nicht wie auf Kufen. 4000 Euro hat der Betreiber des „Seaside Beach “ investiert, um eine 600 Quadratmeter große Natureisbahn auf dem Areal des ehemaligen Schwimmbades Baldeney zu errichten. Doch nachdem Kinder am vergangenen Wochenende große Eisstücke aus der Bahn brachen, steht Walterscheids Plan auf dünnem Eis: „Wir wissen nicht, ob man das reparieren kann. Damit ist unsicher, ob wir die Eisbahn in Betrieb nehmen können. Wir hoffen das Beste.“

Dabei war die Eröffnung für das kommende Wochenende fest geplant. Die aktuellen Minusgrade sind ideal für die Natureisbahn. Denn an eine große Lösung, bei der die Fläche mit Glykolmatten unterlegt und das Eis mit Kühlaggregaten auf Temperatur gehalten wird, war nicht zu denken, „das wäre viel zu teuer geworden. Darum haben wir uns für die Variante Natureisbahn entschieden.“

54.000 Liter Wasser aus dem See

Walterscheid ließ einen Teil des Sandstrandes im Bad planieren, orderte Spezialfolie und ließ mit Holz eine Schalung montieren. „Anschließend haben wir rund 54 000 Liter Wasser aus dem Baldeneysee gepumpt, um das Areal zu füllen. Das Wetter spielte mit – doch ganz durchgefroren war die etwa neun Zentimeter dicke Schicht noch nicht, als am vergangenen Sonntag immer mehr Ausflügler ins „Seaside Beach“ strömten. Dann „brachen Kinder Eisstücke aus der Bahn und warfen sie wieder zurück“, sagt Walterscheid. Teils krachten dabei die Eisstücke durch die angefrorene Decke, teils blieben schlicht Löcher im Eis zurück. Walterscheid ärgert sich. „Die Eltern standen ja direkt daneben und haben nichts unternommen.“ Deutliche Worte finden auch andere Gäste des „Seaside Beach“ im sozialen Netzwerk Facebook: „Abgesehen von den Eltern, die seelenruhig zugeguckt haben, wie ihre Kinder die Eisfläche zerstört haben, war es schön!“

Ein anderer Gast ärgert sich über einen Vater; den hatte man gebeten, sein Kind davon abzuhalten, weitere Stücke aus dem Eis zu brechen, worauf der Vater lediglich lapidar geantwortet habe: „Stellen Sie doch ein Schild auf.“ Dabei seien die Kinder so ahnungslos gar nicht gewesen. „Als ich sie gefragt habe, ob sie wissen, was das werden soll, haben sie gesagt: klar, das wird eine Eisbahn.“

Es fehlen Erfahrungswerte

Walterscheid hat den Ärger abgehakt und will nun retten, was zu retten ist. „Wir haben die Löcher wieder aufgefüllt und hoffen, dass man die unebenen Stellen glätten kann. Zuvor müsse man allerdings warten, bis die Fläche nebst reparierten Stellen komplett durchgefroren seien. Uns fehlen einfach die Erfahrungswerte, um zu sagen, ob das klappen wird. Wir machen das schließlich in diesem Jahr zum ersten Mal.“ Doch selbst wenn es klappt – mit der Eisbahn auf dem Kennedyplatz wird Walterscheid ab kommenden Freitag Konkurrenz bekommen. Zumal es dort auch einen Rodelberg und eine Eisstock-Bahn gibt.

Ob ihm das Sorge bereitet? „Wir haben hier ja eine vergleichsweise kleine Bahn, die wir nicht kühlen müssen. Es ist einfach ein schönes Zusatzangebot für Menschen, die bei dem Wetter zu uns an den See kommen, sich an den Strand setzen und die Atmosphäre hier genießen“, sagt Walterscheid. In der Tat lässt sich mit dem Flair im verschneiten Strandbad punkten.

Eine Nische, die Kontrastprogramm ist zu der eben auf Zollverein beendeten Eissaison – aber auch ihre Liebhaber finden dürfte.

Einen Schlittschuhverleih übrigens wird es im Seaside Beach nicht geben. Dafür ist die Nutzung der Bahn kostenfrei, einzig der Eintritt auf das Gelände ist wie immer zu zahlen (Erwachsene drei Euro).

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