Kettwiger Straße im Zangengriff der Einkaufszentren
07.05.2010 | 17:52 Uhr 2010-05-07T17:52:00+0200
Essen. Immobilienfachleute sind besorgt über den Zustand der Kettwiger Straße. Nach Analyse der Profis wird die einst für Ladeninhaber teuerste Einkaufsstraße Deutschlands in einen Zangengriff der Einkaufszentren genommen. Die Makler fordern niedrigere Mieten und ein wirksames City-Management .
Sie wollen keine Miesmacher sein, sie sehen als Wirtschaftsexperten typischerweise eine Krise immer auch als Chance, doch der aktuelle Zustand der einst für Ladeninhaber teuersten Einkaufsstraße Deutschlands, der Kettwiger Straße in der Innenstadt, besorgt die Immobilienfachleute des Ruhrgebiets nachdrücklich. So sehr, dass diese kein Blatt mehr vor den Mund nehmen.
„Im Einzelhandelsbereich ist die Kettwiger mit ihren zunehmenden Leerständen unser größtes Problem der Region“, sagt Rainer Post, Schatzmeister von der Grundstücksbörse Ruhr, bei Vorstellung des neuen Gewerberaum-Mietspiegel 2010 für Mülheim, Oberhausen und Essen.
„Wir brauchen endlich ein City-Management aus einem Guss“
Wir brauchen endlich ein City-Management aus einem Guss, sonst verliert die Innenstadt im Wettbewerb mit den Einkaufszentren, die dies für sich leisten können.Dabei sollte man sich an die sehr gute Arbeit von Werbegemeinschaften in Stadtteilen wie Rüttenscheid orientieren. Die sind ehrenamtlich, aber erfolgreich“, sagt Joachim Sälzer, Geschäftsführer der Projektfirma Arsatec, und Sprecher der Grundstücksbörse. Sälzer kritisiert damit die Arbeit der Essen Marketing GmbH (EMG), einer Stadttochter, die seit Jahren die Innenstadt nach vorne bringen will.
„Die Eigentümer sind jedenfalls nicht zufrieden, da gründet sich oft etwas und dann verläuft wieder vieles im Sande“, konstatiert Corinna Spiess, Vorsitzende der Grundstücksbörse und Geschäftsführerin von Rasch Industrie-Immobilien.
Nach der Analyse der Immobilienprofis wird die Kettwiger derzeit in einen Zangengriff der Einkaufszentren genommen: Das neue Haus am Limbecker Platz mit über 200 Geschäften und die „Rathaus-Galerie“, das renovierte frühere „City-Center“, mit rund 60 Läden saugten derzeit der Kettwiger Straße die Kunden ab. Davon profitiere derzeit nur die Limbecker Straße als „Frischluft-Flaniermeile“, so dass dort die Mieten wieder anzögen.
„Das bisher gewohnte hohe Mietniveau ist nicht mehr zu erzielen“
Die Preise für Büroräume, Gewerbehallen und Ladenräume sind in Essen relativ stabil geblieben. Büroräume in bevorzugten Lagen kosten 7 bis 9,50 Euro pro Quadratmeter, in mittleren Lagen 6 bis 8 Euro, in einfachen Lagen 4,50 bis 6,50 Euro. Neubauten sind bis zu 40 Prozent teurer. Ladenflächen kosten bis zu 130 Euro Miete pro Quadratmeter.
Die Konsequenz: Die Eigentümer der Immobilien an der Kettwiger müssen nach Ansicht der Makler ihre Mieten dringend absenken. „Das bisher gewohnte hohe Mietniveau ist nicht mehr zu erzielen, das müssen die Immobilienbesitzer akzeptieren“, meint der Oberhausener Makler Ulrich Niesing. Mit Investitionen in die alten Läden und niedrigere Mieten könnte man wieder spannende Läden anlocken. „Bei uns in Oberhausen dauerte es leider zehn Jahre, ehe diese Erkenntnis bei den Eigentümern in der Oberhausener Innenstadt nach dem Bau des Centro ankam.“ Heute seien dort wieder attraktive Geschäfte, davor bestimmten aber Leerstände und Billigketten die Szene.
City-Manager und günstige Mieten: Die Kettwiger hätte dann gute Chancen für individuellen Spezialeinzelhandel. „Es gibt neue Konzepte mit Strahlkraft“, sagt Sälzer. Und verweist auf die Mailänder Filiale des US-Modeladens Abercrombie & Fitch: „Dort stehen die Leute eine Stunde an, um reinzukommen.“
00:17
Was die Experten da sagen, kann gar nciht stimmen. Als wir hier vor Monaten genau diese Entwicklung voraussagten, wurden wir als ewige Nörgler und Miesmacher beschimpft, die doch einfach wegziehen sollen, wenns ihnen hier nicht gefällt.
Und jetzt sowas!
Aber wenigstens michelino lässt sich von der Panikmache nicht anstecken und entwirft eine rosarote Zukunft.
@10 von marcwause
Jetzt sagen Sie Schlauberger mal, was ich als Bürger der Stadt Essen an den Zuständen ändern kann. Das ist doch albern.
23:52
@Michelino
Wollen Sie uns auf die Rolle schieben? Am Kennedyplatz gibt es drei oder vier Cafes - die haben zusammen noch nicht einmal 300 Plätze. 5500 Plätze - da haben sie aber alle Randbezirke der Innenstadt mitgezählt. Vom Bahnhof bis zum Kennedyplatz sind es vielleicht 2 Cafes, auf der Limbecker kein einziges. Und das die Entwicklung der Kettwiger auch ohne dem Einkaufscenter Limbecker Platz gekommen wäre, ist ja wohl lächerlich. In der ersten Phase, als das Einkaufscenter noch nicht so gut besucht war, hat man auch die Zugpferde, wie etwa Saturn oder C A gefhofft. Nun sind sie da und aus der Innenstadt weg - und siehe da - die Zugpferde haben die Kunden gleich mitgenommen. Sie glauben doch nicht im ernst, dass jemand wegen vielleicht 10 interessanter Läden zwei Kilometer Fußgängerzone abschreitet, wenn 200 Läden unter einem Dach in unmittelbarer Nähe locken? Und das sinkende Mieten einen tollen Branchenmix versprechen - na ja. Offensichtlich kennen sie die Viehofer Str. nicht, denn hier sind die Mieten bereits im Keller.
22:16
11 Hanspinoppkeken
Die Rede ist von den zieg Cafés am und um den Kennedyplatz. Eine derart große Freiluftgastronomie hat es in Essen nie gegeben. 5500 Outdoor-Plätze sprechen da eine eindeutige Sprache.
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Die Mieten auf der Kettwiger sind in den letzten Jahren doch sowieso schon gesunken, die derzeitige Entwicklung wäre eh eingetreten.Die neuen EKZ haben nur die Schwächen der Strasse aufgedeckt. An die Nase fassen können sich die Hausbesitzer, die ihre Immobilien nicht pflegen und ihre Lokale an den Meistbietenden vermieten. Diese Entwicklung betrachte ich alls selbstreinigend. Wenn die Mieten sinken, und das werden sie, besteht die große Chance, aus der Kettwiger eine Vorzeigeadresse zu machen. Einige gute Geschäfte, die es in den EKZ nicht gibt, befinden sich schon dort. Außerdem ist das Angebot an Cafés für eine reine Einkaufsstrasse gut. Es muße gelingen, einen Branchenmix in an die Kettwiger bekommen. Mehr Individualität, noch mehr Gastronomie, dann wirds was. Da von abgesehen halte ich die momentane Panikmache für etwas überzogen. Wie gesagt, derzeit ist Bewegung in der Essener Innenstadt und die Frage ist zu stellen, was die Alternative gewesen wäre. Weiter machen wie bisher hätte die Innenstadt nicht mehr lange durchgehalten. Es kommen wieder mehr Leute in die Innenstadt, die Rechung ist aufgegangen und das ist die Hauptsache
17:38
Und von der Viehofer reden wir besser nicht.Einfach ******* hoch drei.
17:33
Ich reibe mir die Augen. Jetzt tritt doch tatsächlich das ein , was der gemeine Pöbel und Miesmacher schon vor Baubeginn Limbecker Platz gewußt und hier geunkt hat.
Tja, so doof is dat Volk eben auch nich , ne !!
16:07
Von welcher verbesserten Gastronomie reden Sie? Von drei neuen Cafes? Sorry, aber die Innenstadt hat sich alles andere, als verbessert. In den letzten Jahren sind immer mehr Geschäfte verschwunden- kleine wie auch große. Und diejenigen, die trotz diverser Umstände - seien es Mitbewerber in den Nachbarstädten, weniger Einkommen der Bürger oder schrumpfende Einwohnerzahlen - standhaft durchgehalten haben, wird die Konkurrenz nun in Form eines 200-Geschäfte zählendes Einkaufscenters vor die Nase gesetzt. Das wäre das gleiche, als würde man einem Metzger, einem Bäcker und einem Tante-Emma-Laden ein Warenhaus vor die Nase setzen und dann staunen, dass niemand mehr Tante-Emma besucht. Dass dies abzusehen war, konnte man bereits vorzeitig an den Umzugsplänen namhafter Handelsfilialen, wie etwa Saturn oder C A erkennen. Aber alle Kritiker wurden ja von denjenigen, die das neue Einkaufscenter beklatscht haben ud teils noch heute feiern, mundtot gemacht. Spätestens dann, wenn die nächsten großen Läden verschwinden, kann der Schriftzug am Handelshof verschrottet werden.
15:40
Der Bau des Einkaufszentrums war wichtig für die Stadt!
Das Problem ist die anhaltende Gesichtslosigkeit der Innenstadt, obwohl sich in den letzten fünf Jahren viel verbessert hat. (Gastronomie)
Man hätte das alte Rathaus nie abreißen dürfen!
Ansonsten haben es die Bürger selbst in der Hand.
Meckern kann jeder.
10:51
Ist doch prima, denn dann wird Essen nicht nur (unsägliche) Kulturhauptstadt, sondern auch Bundessieger Stadt mit den meisten Mobilfunkläden auf einer Straße; fehlen nur noch ein paar 1.-€-Läden dazu... Vielleicht sollte man das Schild Einkaufsstadt Essen gegen Stadt der verpaßten Möglichkeiten austauschen...
10:24
Immer mehr Schrott in den Läden gegenüber immer weniger Geld in den Taschen derer, die bisher solche nenen wir es mal Mittelzentren frequentiert haben, hat halt Auswirkungen.
09:18
.... und warum werden die Parkgebühren in Essen bald erhöht ? Wer möchte denn für eine langweilige Innenstadt noch höhere Parkgebühren zahlen? Dann bleibe ich gleich im RRZ bzw Centro!