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Von der Tuchfabrik zum...

Zum Leben erweckt

31.03.2010 | 17:43 Uhr
Zum Leben erweckt

Kettwig. Als die ersten Bauarbeiter anrückten, waren auch die letzten Zweifel beseitigt. Dieses Mal würde es wohl endlich klappen - mit der Sanierung der ehemaligen Scheidtschen Tuchfabrik am Ruhrufer. Und es hat geklappt.

Info
Vom KWI bis zum Callcenter

1870: Bau des viergeschossigen Webereigebäudes der 1720 gegründeten Tuchfabrik Scheidt.

1902: Das Haus wird auf die doppelte Größe erweitert. Im gleichen Jahr entsteht das Maschinenhaus.

1968: Die Scheidtsche Tuchfabrik wird stillgelegt.

1987: Das Land NRW entschließt sich zur Errichtung eines Kulturwissenschaftlichen Instituts (KWI).

1989: Das Land NRW kauft Gelände und die mittlerweile verfallene Tuchfabrik für 1,2 Millionen Mark.

1990: Das KWI war zwischenzeitlich im alten Heisinger Rathaus untergebracht und soll in Kettwig einen neuen Standort finden.

1993: Das NRW-Wissenschaftsministerium entscheidet, aus finanziellen Gründen den KWI-Standort Kettwig aufzugeben.

1993-2007: Das Objekt steht zum Verkauf - die angedachte Nutzung reicht vom Ärztehaus bis zum Callcenter.

34 der 38 Eigentumswohnungen sind bereits verkauft. Zwischen 60 und knapp 200 Quadratmetern sind sie groß, die direkte Flußnähe ist nicht der einzige Luxus, den die Bewohner genießen werden. Es gibt ungemein großzügige Spa-Bereiche mit Sauna, Lofts, Fenster in Raumhöhe, runde Turmzimmer, viel Licht, viel Luft - und "ganz viel Platz für die Kreativität und Individualität der Eigentümer", sagt Prokuristin Astrid Happel, die für Hochtief Construction durchs Gebäude führt. Und die Neu-Kettwiger kommen aus ganz NRW, "die meisten sind Selbstnutzer, vermieten also nicht", sagt Happel.Im September 2010 wird alles fertig sein

Die Realisierung der Tuchfabrik-Sanierung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Hochtief Construction AG aus Düsseldorf und der Lion Bau aus Polch. Die eigens gegründete Uferpalais Projektgesellschaft hatte mit der kostspieligen Sanierung im November 2008 begonnen. Und man ist im Zeitplan. Astrid Happel: "Im September 2010 sind wir komplett fertig. In den kommenden sechs Wochen werden die Außenanlagen gestaltet, die ersten Eigentümer ziehen im dritten Quartal ein." Um den Uferpalais-Bewohnern ein Gefühl für die Möglichkeiten zu geben, die modernes Design bietet, wird ab 23. April eine "Musterwohnung" eingerichtet sein.

17 Millionen Euro beträgt das Investitionsvolumen. Bei allen Materialien wurde großer Wert auf Qualität gelegt, und "viele Käufer hatten Sonderwünsche, die wir berücksichtigt haben", sagt die Fachfrau. Wohnen im Uferpalais hat seinen Preis, aber "ein solches Objekt in dieser Lage und in einem denkmalgeschützten Gebäude gibt es wohl nicht noch einmal." Beispiel: Für eine 145 Quadratmeter große Wohnung zahlt der Interessent 550 000 Euro - allerdings inklusive Carport.

1190 Quadratmeter umbaute Fläche hat das Uferpalais, und es steht auf 7700 Quadratmetern Grund. Die Denkmalbereichssatzung schützt zwar die Außenhülle des Gebäudes vor gravierenden Veränderungen, doch beim "Innenleben" hatten die Planer freie Hand.

Ein Knackpunkt ist und bleibt die Baustellenzufahrt. Noch 2000 hatte Dieter Schermuly, der damals in Diensten der städtischen Bauaufsicht stand, deutliche Worte gefunden: "Eine Genehmigung zur Nutzung des Leinpfades wird es für die Baufahrzeuge nicht geben." Doch es kam anders. Die Bezirksvertretung IX stimmte im Mai 2009 einer Rampe zu, die die Andienung der Baustelle von der Ringstraße aus ermöglichte. Die Kommunalpolitiker setzten den Bauherrn aber auch eine Frist - bis zum 31. Dezember 2009 sollte das Provisorium wieder abgebaut sein. Im Februar 2010 dann die Ernüchterung: Die Stadt hatte diese Genehmigung verlängert, ohne die Politiker vor Ort zu informieren - bis zum 31. Juli 2010. Mit Blick auf die vielen Aktivitäten und Feste anlässlich des Kulturhauptstadtjahres eines bittere Pille, die es zu schlucken galt. Denn nach wie vor verschandeln Rampe und die Bauzäune den Blick auf Kettwigs Altstadtkulisse. Bauzäune und Rampe werden abgebaut

Doch Astrid Happel kann Entwarnung geben. Sie hatte am Mittwoch ein Gespräch mit Kettwigs Verwaltungsbeauftragtem Karl-Heinz Speder, und das Ergebnis ist überaus erfreulich. Bereits im Mai werden die Bauzäune beseitigt, der freie Zugang zu Ruhr und Mühlengraben ist wieder möglich. "Und Ende Juni, Anfang Juli kommt die Rampe weg", sagt Astrid Happel.

Auch der Anleger der Weißen Flotte Mülheim, deren Schiffe direkt vor dem Uferpalais Halt machen, wird bald die Handschrift von Hochtief tragen. Astrid Happel: "Im Auftrag der Stadt Essen werden wir bis Ende April den Anleger umgestaltet haben.

Sabine Moseler-Worm

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Kommentare
12.04.2010
22:45
Zum Leben erweckt
von Bürger Kettwig | #10

Alter Kettwiger hat recht: Man hätte die Ruine auch abreissen können. Diese Bauwerk Denkmal braucht keiner, ebenso wie ein weiteres Denkmal, das von den Kettwiger nicht angenommen wird.

07.04.2010
07:55
Zum Leben erweckt
von AlterKettwiger_ | #9

Ich finde diese Bezeichnungen immer so niedlich: Spießig, Kleinkariert, Konservativ, etc..

Also ist jeder Bürger, der nicht bei allem und jedem sofort voller Begeisterung Hurra schreit, insbesondere wenn es um grosse Prestigeprojekte oder Investitionen mit dicker Knete geht, sondern auch mal kritisch nachharkt bzw. sich entsprechend äußert, vor allem wenn da anscheinend wieder mal gemauschelt wird, also nur ein kleinkarierter Spießer.....
Aha!

Dem kann man nur hinzufügen:

Wenn der typische Kettwiger so sein soll, dann könnt Ihr Experten doch gerne woanders hinziehen bzw. wohnen, es gibt im Ruhrpott genug Städte bzw. Stadtteile, in denen es keine Spießer gibt; allerdings gibt es dort andere andere nett Sachen und Leute;-)

Ihr wollt doch alle auf Teufel komm raus nach Kettwig, koste es was es wolle bzw. hier weiter wohnen bleiben, weil es doch so schön hier ist;-)
Nur muss man sich halt ein wenig integrieren in Kettwig, und wenn es halt in die Kettwiger Spießigkeit ist.
Nun denn!!

Aber mal Spaß beiseite: Kettwiger sind Leute wie Du und Ich, nichts Besseres, aber auch nichts Schlechteres, also mal den Ball flach halten

06.04.2010
23:26
Zum Leben erweckt
von rentnerschreck | #8

Meine Herren,
hier zeigt sich wieder der typische kleinkarierte Kettwiger der nichts anderes den lieben langen Tag zu tun hat als zu nörgeln!!!

Spießig darf man das nicht nennen... Wir bevorzugen konservativ!

Einfach albern!

02.04.2010
18:47
Zum Leben erweckt
von aulfes | #7

@michelino
Was heisst hier spießig? Das Ärgerniss ist einfach diese Rampe. Das Ding sollte ja weg sein. Aber die Stadt verwaltung hat mal wieder gezeigt welchen Stellenwert die BV9 hat.

01.04.2010
17:24
Zum Leben erweckt
von AlterKettwiger_ | #6

@michelino:
Gegen Menschen/Firmen etc., die investieren und was bewegen hat kein Mensch etwas, wenn die daran auch was verdienen ist ja auch in Ordnung, das rechtfertigt aber nicht das man sich über Absprachen/Genehmigungen der Bezirksvertretung mit Hilfe der Stadt einfach so hinwegsetzt und die Menschen vor Ort vor vollendete Tatsachen stellt.

Temporär kann man auch nicht mehr sagen, wird ja langsam chronisch...

Wir (zwangs-)eingemeindeten Kettwiger sind da etwas empfindlich, wenn selbst unsere letzten Rechte (vertreten über die BV) seitens der Pleite-Grosskotzstadt Essen einfach so übergangen werden;;--))

Übrigens: Man hätte diese Ruine auch gerne abreissen können, spätestens nachdem das Gebäude ausgebrannt war, und den Mühlengraben verlängern können. Gegen einen netten Biergarten an der Ruhr mit einer hübschen Grünanlage hätten wir vor Ort auch nichts gehabt, hätte unseren Freizeit- und Erholungswert für die Stadt Essen noch weiter erhöht, heisst ja eigentlich auch Gartenstadt;-)

01.04.2010
16:21
Zum Leben erweckt
von michelino | #5

Seid ihr spießig! Was ist euch denn lieber? Eine temporäre Rampe oder eine auf Jahrzehnte weiter leerstehende hässliche Ruine?? Manche Leuts kann man wirklich nicht verstehen, aber Hauptsache dat Schößken aufreißen...

31.03.2010
21:49
Zum Leben erweckt
von AlterKettwiger_ | #4

@aulfes:
Psst, wollte unseren Neuen doch nicht gleich die Laune verderben;;--))

Ich hoffe nur nicht das da so Korin...-Kac.. einziehen wie in anderen Teilen unserer Altstadt, die sich dann sofort über die Lärmbelästigung durch die Kettwiger Biergärten beschweren.....

31.03.2010
21:30
Zum Leben erweckt
von aulfes | #3

@AlterKettwiger
Du hast die jungen Menschen vergessen, die an lauen Sommerabenden gerne mal in diesem Bereich ordentlich feiern. Auch das macht Geräusche.
@sandvik
Solange dort die Container der Bauleitung stehen wird auch die Rampe bestehen bleiben. Warten wir einfach mal ab, ob man sich an die gemachten Aussagen hält.

Was den Anleger angeht, wird der umgestaltet oder verlegt oder vielleicht sogar Schallisoliert (Ironie off)?
Geben wir die Hoffnung nicht auf, daß alles wieder schön wird und nur nette Menschen in dieses altehrwürdige Gemäuer einziehen.
Heissen wir sie herzlich willkommen nach dem Motto: Kettwiger sind nette Leute.

31.03.2010
19:55
Zum Leben erweckt
von AlterKettwiger_ | #2

Ist doch klar, ist doch für die Jungs vom Bau und die Herrn Verkäufer gemütlicher und angenehmer direkt über die Rampe zu fahren als sich von hinten herum durch die Altstadt zu schlängeln.
Und Geld macht es bekanntlich immer möglich, auch mal hinten herum eine ausgesprochene Genehmigung zu umgehen bzw. zu verlängern.....
Obwohl heute sagt man eleganter: Man investiert

Vielleicht sollte man die Rampe generell so lassen und die Rasenfläche in Autoparkplätze umwandeln; bei 38 Einheiten haben wir 38 Eigentümer und 38 Autos, da ja bekanntlich gut betuchte Eigentümer pro Wohneinheit natürlich 2 Autos haben, damit man mal eben zu REWE fahren kann, wären wir dann bei 76 Autos = 76 Parkplätze.
UiUiUi ja nun wohin mit den ganzen Wägelchen? Der Bereich vor der katholischen Kirche ist ja jetzt bereits chronisch zugeparkt.....
Da bin ich mal gespannt.

Übrigens liebe Neu-Kettwiger und Uferpalais-Bewohner: Ihr seid trotz des Gemauschels hier und der Kritik in Kettwig herzlich willkommen!!!

Nur für den Sommer vorsorglich schon einmal Ohrenstöpsel kaufen, denn dann ist das halbe Ruhrgebiet mit Schiff, Fahrrad und Hunde und Kegel an der Ruhr unterwegs......

31.03.2010
18:00
Zum Leben erweckt
von sandvik | #1

Ich frag mich echt wo das Problem ist, diese verhasste Rampe zu entsorgen? Ein bisschen Erde und anderes Baumaterial läßt sich doch schnell abbauen.
Aber ne, da wird bis JULI!! gewartet, damit auch ja der Sommer da ist, die Pflanzzeit vorbei ist und die Grünflächen wahrscheinlich bis über den Winter verhunzt aussehen.
Aber für betuchte Anreihner kann man ja mal ein Auge zudrücken oder?

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