Das aktuelle Wetter Essen 19°C
Landjugend

Traktor gegen Bremswagen

19.09.2012 | 16:31 Uhr
Traktor gegen Bremswagen
Über 100 Meter muss der Trecker den Bremswagen ziehen - Tractorpulling an der Mendener Straße.Foto: Reiner Worm

Mülheim. Damit Sie auch gleich wissen, worum es geht: Tractorpulling ist eine der spektakulärsten Möglichkeiten, einen Motorsportwettkampf auf Rädern auszutragen. Ziel dieses Zugkraftwettbewerbs ist es, einen Bremswagen über eine Distanz von 100 Metern zu ziehen. Und dafür verwenden die Teams alles, von der seriennahen Landwirtschaftsmaschine bis hin zum vollständig selbst konstruierten „Supertraktor“...

Unter dem Motto „Trecker Treck“ hatte die Mülheimer Landjugend am Sonntag zum Tractorpulling geladen. Die Veranstaltung war eine Premiere - eine gelungene dazu. Der Vor der Brücker Landwirt Einhart im Brahm hatte ein Feld zwischen Ruhr und Mendener Straße zur Verfügung gestellt.

Und im Schatten der Ruhrtalbrücke gingen 65 Traktoren in insgesamt neun Klassen an den Start. Und dabei konnten die Gefährte kaum unterschiedlicher sein. Vom Leichtgewicht mit 3,8 Tonnen bis zum 15-Tonner mit satten 500 PS unter der Haube hatte der Fuhrpark alles zu bieten.

Der Motor heult auf, eine schwarze Rauchsäule steigt aus dem Auspuff in Richtung Himmel. Der Trecker müht sich Meter um Meter in Richtung Ziel - doch der Bremswagen zwingt diesen Kandidaten in die Knie. Nach 64 Metern ist Schluss. Mit einer Walze wird der aufgewühlte Boden geebnet, und der nächste Starter macht sich bereit...

Schnell werden noch einmal mit dem Kreidewagen die Außenlinien nachgezogen. Wer keine Sekunde der Wettkämpfe verpassen will und den Weg zu Grill-, Kuchenstand und Bierzelt scheut, wird direkt an der Strecke versorgt. Softdrinks zu humanen Preisen bieten die Organisatoren an. Derweil werden am Kommentatorenstand die Siegerehrungen in den verschiedenen Klassen durchgeführt.

Um die Mittagszeit sind die „besoders dicken Brummer“ an der Reihe. Die Mitglieder des Trecker Treck-Teams Sonsbeck sind fast schon Profis. „Old Jim“ oder „Mr. Fergie“ heißen die Trecker der Familie Siebers. Die 100 Meter sind ein Klacks, immer wieder müssen die Gewichte auf dem Bremswagen erhöht werden. Regelmäßig nehmen sie an Qualifikationsrennen zur Deutschen Meisterschaft teil.

Derweil macht Arnold mit seiner kleinen Digitalkamera Fotos. Er ist stilecht mit seinem knallroten Porsche-Traktor gekommen. Den hat er weiter hinten auf dem Feld geparkt. Beeindruckend seien die PS-starken Kollegen seines Oldtimers schon - „aber nicht so mein Ding und nichts für den Alltag“.

30 Mitglieder hat die Mülheimer Landjugend - um die Organisation des Wettbewerbes kümmerten sich vor allem die Brüder Steineshoff und die Brüder Mosch, Timo Lange, Stefan Schlieper und Alexander im Brahm. Beim Auf- und Abbau halfen alle mit, und ein ganz ordentliches Stück Arbeit hatten sich die Nachwuchs-Landwirte aus Essen, Duisburg und Ratingen da aufgeladen. Ob der Trecker-Treck im kommenden Jahr in die zweite Runde gehen wird, ist bislang noch nicht entschieden. Alexander im Brahm: „Der Vorstand wird sich jetzt noch einmal zusammensetzen und überlegen...“

Ein spannendes Spektakel war’s allemal - Fortsetzung erwünscht.

Sabine Moseler-Worm

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/7113878/create

Weitere Nachrichten aus dem Ressort
Kettwig ist weiß
Bildgalerie
Sonne und viele Besucher...
Fotos und Videos
Gangnam Style im Löwental
Bildgalerie
Tanzfest
Kettwig ist weiß
Bildgalerie
Sonne und viele Besucher...
Wasser marsch - Erlebniswelt Feuerwehr 2013
Bildgalerie
Riesenprogramm am...
6. Oldtimertreffen in Kettwig
Bildgalerie
Über 300 Schätzchen in...
Aus dem Ressort
BW Mintard sucht Trainer
Kreisliga A
Thomas Cvetkovic, der in der Winterpause kurzfristig die erste Mannschaft von Blau-Weiß Mintard übernommen hatte, gibt das Traineramt zum Saisonende wieder auf.
Möhneflut rollte auf Kettwig zu
Vor 70 Jahren
Es war ein milder Frühlingsmorgen, am 17. Mai 1943. Die damals 20-jährige Gertrud Brandenberg macht sich auf den Weg zur Arbeit. Sie lebt mit ihrer Familie in einem Fachwerkhaus in Oefte, direkt an der Laupendahler Landstraße. Vor der Tür gluckert friedlich ein Bach, die Ruhr ist nur einen Steinwurf...