Toiletten bleiben nichtöffentlich
11.08.2009 | 17:47 Uhr 2009-08-11T17:47:00+0200Das Problem „Öffentliche Toiletten in Kettwig” bleibt weiterhin ein ungelöstes. Die Betreiberinnen der Cafe&Bar Lulu in der Ruhrstraße, Leslie Morgan und Yvonne Kelleners, hatten sich bereit erklärt, die Betreuung der Toilettenanlage in der Ruhrstraße zu übernehmen.
Im Gegenzug baten sie um die Genehmigung für eine Außenterasse auf dem anliegenden Flachdach. Diese Genehmigung wurde den beiden Frauen nicht erteilt.
Statikprobleme
„Wir haben eine E-Mail bekommen, in der von Statikproblemen und nicht gegebener Tragfähigkeit gesprochen wird. Ganz nachvollziehen kann ich diese Entscheidung nicht, denn ich bezweifle, dass ordentlich geprüft wurde. Mir wurde erzählt, dass vor einiger Zeit dort während einer Baustelle ein großer Haufen Sand gelagert wurde und es regnete. Viel schwerer geht es wohl nicht. Ich finde das sehr schade, denn wir hatten schon viel positive Resonanz auf unser Angebot”, sagt Leslie Morgan.
Flachdach war Parkplatz
Der ablehnende Bescheid ist auch aus einem weiteren Grund unverständlich: Das Flachdach über den Toiletten wurde in der Vergangenheit sogar als Parkplatz genutzt.
Situation unverändert
Karl-Heinz Speder, Verwaltungsbeauftragter des Bezirks, kann auch keinen Anlass zur Hoffnung geben: „Die Situation ist nach wie vor unverändert. Die Toiletten sind nicht öffentlich, sondern nur für die Marktbeschicker gedacht. Im übrigen stellt die Stadt Essen laut Beschluss gar keine öffentlichen Toiletten. Das sind leider die Fakten.”
Und so bleibt Kettwig weiterin ohne öffentliches WC – und das lulu ohne zusätzliche Außenplätze.
21:19
Irgendwo habe ich folgendes gelesen:Kettwiger Themen sind ihm vertraut. Wollen wir mal sehen, Herr Britz.
21:14
Irgendwo habe ich doch gelesen: Kettwiger Themen sind ihm vertraut, na werden mal sehen, Herr Britz.
17:10
Im übrigen stellt die Stadt Essen laut Beschluss gar keine öffentlichen Toiletten (Karl-Heinz Speder, Verwaltungsbeauftragter des Bezirks).
Dann gibt es also in ganz Essen keine öffentlichen Toiletten? Wenn das so ist und es sich tatsächlich um einen Beschluss des Stadtrates handelt, sich aus der Verantwortung für die Abhilfe der Bedürfnisse der Bürger und Besuch unserer Stadt zu stehlen, dann sollte man die Parteienvertreter vor der kommenden Kommunalwahl zu dem Thema befragen. Beschlüsse sind schließlich nicht in Stein gemeißelt und können - bei besserer Einsicht - revidiert werden.
Bei diesem Beschluss ging es sicherlich um Kosteneinsparung. Aber: in vielen Städten gibt es von Privatfirmen betriebene, automatisch sich selbst reinigende Toilettenanlagen, die für die Städte keinen zusätzlichen Kosten verursachen und den Betreibern sogar Gewinn bringen.
Soweit zum Thema öffentliche Toiletten allgemein. In diesem speziellen, Kettwiger Fall scheint das Statik-Argument nur vorgeschoben zu sein, um in Sachen öffentliche Toiletten keinen Präzedenzfall zu schaffen. Denn wenn die Stadt nicht zur Stellung öffentlicher Toiletten verpflichtet ist, kann sie ja auch in Kettwig nicht den lulu-Wirtinnen Sondernutzungrechte auf öffentlichen Grund einräumen, und als Gegenleistung dafür den Betrieb der öffentlichen Toilette annehmen.
Vielleicht ist ein Kompromiss möglich, bei dem die Wirtinnen zu ihrer Terrasse kommen und die Stadt offiziell nichts mit dem Betrieb einer öffentlichen Toilette zu tun hat:
Warum wird den Wirtinnen nicht das Toilettenhäuschen mitsamt Flachdach verpachtet - gegen eine symbolische Pacht von 1,- Euro jährlich? Mit der Verplichtung, die Toiletten für die Marktbetreiber zu öffnen (mit der Genehmigung zu weiteren Öffnungszeiten auch für die Öffentlichkeit) und der Verpflichtung das Gebäude außen und innen instand zu halten und die Statik des Daches auf Benutzung als Biergarten überprüfen zu lassen.