Mozart zum Mitmachen
09.02.2012 | 15:56 Uhr 2012-02-09T15:56:00+0100
Essen-Kettwig.Mucksmäuschenstill ist es in der Aula der Schule an der Ruhr, kurz bevor die drei Darsteller der Kölner Opernkiste zum ersten Mal die Bühne betreten. Der Saal ist gut gefüllt mit jungen Schülerinnen und Schülern, die am Donnerstagmorgen zur Aufführung von Mozarts Oper die „Zauberflöte“ am Standort Mintarder Weg kamen.
Gespannt blicken sie jetzt auf Stefan Mosemann und seine beiden Kollegen, die mit Hilfe des Plüschtiers Sammy die Tonlagen einer Oper erklären. Doch erklären müssen sie nicht viel. Die Kinder wissen schon Einiges und beteiligen sich gern am Geschehen.
Auch das Verteilen der Nebenrollen dauert nicht lange. Kinder, die kleine Dialoge lesen oder das Wasser und Feuer darstellen sollen, sind schnell gefunden. Einzig die Suche nach der Königin der Nacht, die von einem Lehrer gespielt werden soll, erweist sich als schwierig. Erst als in der gesamten Aula Sprechgesänge erschallen, lässt sich Klaudius Ziolkowski erweichen und übernimmt die Rolle. Unter dröhnendem Applaus absolviert er seine Sprechrolle schließlich mit Bravour.
„Es ist toll, den Kinder zu vermitteln, wie viel Spaß man an Opern haben kann“, schwärmt Stefan Mosemann. Vor etwa einem Jahr hatte der Bass-Sänger die Idee für die Kölner Opernkiste und zieht seitdem mit seinem Ensemble von Schule zu Schule im Umfeld Kölns. Als er zu Elisabeth Kläsener, Musiklehrerin der Schule an der Ruhr, Kontakt aufnahm, zögerte sie nicht lange und lud die Opernsänger nach Kettwig ein.
Gemeinsam mit den Kindern wurden dann einige Lieder der „Zauberflöte“ sogar zweistimmig eingeübt, und zum 256. Geburtstag von Mozart gab es in der Klasse 4b sogar eine Geburtstagstorte. Auch fantasievolle Masken wurden gebastelt. In der Aula wimmelt es nur so von wilden Löwen, Nashörnern und vielen anderen Tieren, die den Prinzen Tamino bedrohen.
Bald ist dann der große Moment gekommen, in dem einige Kinder selbst mitwirken dürfen. „Viel Glück!“, wünschen die Klassenkameraden Anna, bevor sie auf die Bühne geht. Doch nervös zu sein braucht sie nicht, denn Helena Günther und Arne Bovensmann kümmern sich liebevoll um die jungen Schauspieler und Schauspielerinnen. Die beiden ausgebildeten Opernsänger stellen das verliebte Paar Pamina und Tamino da, sind aber auch in Doppelbesetzungen wiederzufinden.
Als das Paar alle Prüfungen bestanden hat, die ihnen noch im Weg standen, und auch der Vogelmensch Papageno seine große Liebe gefunden hat, sieht man in der Aula lauter strahlende Gesichter. Die Kinder sind begeistert und schrecken nicht mal davor zurück, Stefan Mosemann nach Autogrammen zu fragen.
Während sie sich noch immer über die Aufführung unterhalten, verlassen die Kinder langsam die Aula und gehen zurück in ihre Klassenräume. Doch an Unterricht ist jetzt wohl erst mal nicht zu denken.
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