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Bildung

Jung, kreativ und erfolgreich

15.02.2010 | 15:38 Uhr

Kettwig. Henrik Dransfeld und Kevin Röhl gewinnen den Deutschen Jugendsoftwarepreis.

Sie bezeichnen sich als junges und kreatives Schülerunternehmen, besuchen die Klasse 13 des Theodor-Heuss-Gymnasiums und haben noch gut 30 Schultage bis zum Abitur. Anders als andere Absolventen wissen die beiden jungen Männer aus Kettwig schon sehr genau, wohin sie ihr Weg führt. Denn im Januar 2010 wurden die beiden design- und informatikbegeisterten Abiturienten für ihr Gemeinschaftsprojekt "Energenius" mit dem Deutschen Jugendsoftwarepreis ausgezeichnet.

THG-Schüler machen in 30 Schultagen Abitur

Schon im vergangenen Jahr gewann ihre Schüler-Firma mit Namen "2GrafX" den Deutschen Jugend-Multimediapreis. "Bei der Verleihung in Dresden wohnten wir in der Jugendherberge", erzählt Henrik Dransfeld. "Und, welch Zufall, wir teilten es mit Patrick Reinhold, dem Jugendsoftwarepreis-Gewinner des Jahres 2008. Damals kam die Idee auf: Das können wir auch, wenn wir uns gegenseitig ergänzen."

Einzeln hatten die 18-jährigen Web-Experten bereits erfolgreich an mehreren Wettbewerben teilgenommen. So holte Kevin Röhl 2009 den Preis für die beste Kamera im Panasonic-Video-Wettbewerb. Denn die Interessen der zwei jungen Programmierer, die am Kettwiger Gymnasium beide den Leistungskurs Mathematik belegt haben, sind vielseitig.

So auch ihr Angebot. Die "2GrafX" (oder auch Two Graphics) programmieren Websites mit diversen Attributen. Dazu gehören Animation in 2D oder 3D, 3D-Grafik und jede Art von designerischer Gestaltung. Auch Plakate, Flyer oder Visitenkarten kann man bei ihnen passend zum Webdesign bestellen. "Jeder möchte heute eine eigene Website haben", kann Kevin Röhl berichten. "Ob es ein Privatmann ist oder auch ein kleiner Einzelhändler."

In Kettwig, so Kevin, habe sich das Angebot schon herumgesprochen. "Dass aber auch unser multimediales Lernspiel "Energenius" ein kommerzieller Erfolg würde, hatten wir nicht geplant." Rund 50 Anfragen gab es bereits in den vergangenen Wochen.

Der "Energenius" entführt den Besucher per CD in ein dreidimensional programmiertes Physiklabor. Dort hat man die Möglichkeit, verschiedene Arten von Energie und deren physikalische Gesetze kennen zu lernen.

Kern der Idee, bei der es auf den spielerischen Erwerb von Wissen ankommt, ist: Von nichts kommt nichts. Das heißt, Energie kommt nicht aus dem Nichts, sondern basiert immer auf Ausnutzung von Energiequellen.

Der Schüler wird dabei in er Art Rollenspiel als junger Forscher in das Jahr 1956 versetzt, wo er einen Anruf des Wirtschaftsministeriums erhält. Seine Aufgabe lautet: Entwickle neue Technologien zur Energiegewinnung, um der kommenden globalen Energiekrise vorzubeugen. Überprüft werden soll das Projekt eines Forscherkollegen, der behauptet, er habe eine Maschine entwickelt, die mehr Energie produziere, als man ihr zuführt.

Kevin Röhl und Henrik Dransfeld stellen dazu die ganz entscheidende Frage: Ist das die unglaubliche Revolution oder bloß ein betrügerischer Unfug? Mithilfe von einem interaktiv per Mausklick zu erforschenden 3D-Labor kann der Schüler die Antwort auf diese spannende Frage finden.

Ein programmiertes Röhrenradio

Da ist zum Beispiel ein äußerst detailreich programmiertes altes Röhrenradio, das ihm auf seiner Suche nach der Lösung hilft, ebenso wie eine digital animierte Schultafel. Auf ihr kann man ausführliche Radio- und Filmbeiträge zu den einzelnen Energiearten anklicken und sich auf diese Weise multimedial und fast spielerisch mit dem Thema vertraut machen.

Adventure-Sektor diente der Inspiration

An den Wänden des liebevoll virtuell gestalteten Labors finden sich zudem hilfreiche Zettel, auf denen man Formelsammlungen auftun kann. Ein Intro, Musik und die selbst aufgenommenen Stimmen von Mitschülern runden die mit spielerischer Spannung aufgeladene Atmosphäre ab.

"Bei der Programmierung inspiriert hat mich der Adventure-Sektor", erläutert Henrik Dransfeld. So wie er räumt auch Kevin Röhl ein, dass die schulische Ausbildu ng für das Projekt von geringerer Bedeutung war. "Am THG gab es im Physikunterricht nicht den Schwerpunkt Energie." Allerdings sei der Informatikunterricht eine Hilfe gewesen, da man Programmiersprachen lernen konnte. "Den größten Teil unserer Kenntnisse", sagt Kevin, "haben wir uns privat angeeignet."

Ausgleich zur Arbeit ist der Basketball

Einen Ausgleich zur Arbeit am PC finden sie beim Basketball, Henrik trainiert die U16-Mannschaft beim KTV 1870. Er möchte nach dem Abitur Design studieren, Kevin interessiert sich für einen kombinierten Studienplatz aus Informatik und Design. "Es sollte auf jeden Fall Mediendesign sein, das ist umfassender als Grafikdesign."

Denn da sei auch 3D, Webdesign und Film mit dabei. En passant verrät Kevin dann auch noch, dass er einen eigenen Beitrag zum laufenden Wettbewerb um den Jugend-Video- und Fotopreis eingereicht hat.

Zusammen planen die beiden jungen Männer bereits ein neues Softwareprojekt. Genaueres wird aber an dieser Stelle noch nicht verraten.

Beatrix Stan

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