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Bauverein Kettwig

Angestaubtes Image abgelegt

31.07.2012 | 16:01 Uhr
Angestaubtes Image abgelegt
Jochen Kraft ist der Geschäftsführer des Bauverein Kettwig.

Essen-Kettwig. Mit stetig wachsendem Selbstbewusstsein und deutlich gesteigerter Transparenz präsentiert sich der Bauverein Kettwig.

Vor 94 Jahren wurde die Genossenschaft gegründet - und mittlerweile hat sie ihr angestaubtes Image abgelegt.

Geschäftsführer Jochen Kraft ist der Motor der Verjüngungskurses. Und er ist ein begeisterter Netzwerker. Kooperationpartner für den größten Verein des Stadtteils mit über 1600 Mitgliedern hat er gesucht und auch gefunden. In der Kinder- und Jugendhilfe St. Peter, der IG Bahnhof, dem FSV Kettwig und Blau Weiß Mintard, dem Evangelischen Seniorenzentrum und dem TVK 1886. So lässt er die Mitgliederversammlungen auch an wechselnden Orten stattfinden. Jüngst zum gegenseitigen Kennenlernen im Gewölbekeller in der Nähe des Leinpfades bei der Kinder- und Jugendhilfe und vielleicht demnächst „auch mal in einem Altenheim, um die Scheu vor dieser Institution abzubauen“, sagt.

Der gebürtige Kettwiger macht sich aber auch Sorgen um die Entwicklung, die der Stadtteil nimmt. „Wir verlieren so langsam das Zusammengehörigkeitsgefühl, das uns immer so stark gemacht hat. Wir müssen wieder mehr miteinander reden.“ Dabei könnte der Bauverein von Rechts wegen ein ordentliches Wörtchen zu sagen haben, denn immerhin gehören 613 Wohnungen in 139 Häusern mit einer Gesamtgröße von 33 000 Quadratmetern zum Bestand. Und darum ist Jochen Kraft auch sehr daran gelegen, „dass sich die Menschen hier in Kettwig wohlfühlen“.

Das Umfeld muss stimmen, die Angebote zeitgemäß sein. Er beobachtet hingegen, „dass die Vielfalt der Geschäfte abnimmt. Und so treibst du die Leute raus aus dem Stadtteil“. Da sei der zu erwartende Zuzug durch die Neubauvorhaben auf dem Gelände der ehemaligen Scheidtschen Hallen und das Ten-Brinke-Projekt „eine große Chance, denn da kommt eine kaufkraftstarke Klientel, die Kettwig gut tut“.

Angst vor Konkurrenz hat er nicht, denn „wir haben hier definitiv zu wenig Wohnraum. Heute gibt es auch mehr und mehr Singles, und auch der Bedarf an großen Wohnungen nimmt zu“. Die Warteliste beim Bauverein ist lang, und dabei gelte es auch immer, „als Genossenschaft darauf zu achten, dass wir vernünftigen und auch bezahlbaren Wohnraum anbieten“. So bleibe man bei Neuvermietungen generell fünf Prozent unterhalb des Mietspiegels, lege kleine zu großen Wohnungen zusammen und denke auch mehr und mehr an junge Familien.

Vielen unterschiedlichen Herausforderungen muss sich der Bauverein mittlerweile stellen - doch die nimmt Jochen Kraft gern an. „Wir haben auch eine gesellschaftspolitische Verpflichtung. So hegen und pflegen wir unseren Bestand natürlich, wollen aber auch sorgsam mit vorhandenen Ressourcen umgehen.“ Energetische Sanierung ist ein wichtiges Thema, dass Schritt für Schritt umgesetzt wird. „Das stemmen wir aus Eigenmitteln, ohne öffentliche Kassen zu belasten.“

Auch dem weiter steigenden Bedarf an altengerechten Wohnung will der Bauverein Rechnung tragen. „Komplette Barrierefreiheit wird aber nicht möglich sein - das gibt der Bestand einfach nicht her.“

Die Zufriedenheit derzeitiger und künftiger Bauverein-Mitglieder ist ihm wichtig. „Die entsteht allerdings auch schon dadurch, dass unsere Mieter unkündbar sind und sich wie Eigentümer fühlen können.“ Und außerdem kann der Kettwiger Bauverein-Genosse auch noch mit dem Ertrag seiner Einlagen höchst zufrieden sein. Denn wo gibt es heutzutage schon vier Prozent Dividende?

Sabine Moseler-Worm

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Kommentare
01.08.2012
11:33
Angestaubtes Image abgelegt
von AltKettwiger | #1

Die Selbstdarstellung des Bauvereins in dem Artikel ist schon ein wenig selbstverliebt. Als langjähriges Mitglied habe ich festgestellt, dass bestimmt so manches Haus oder Wohnung renoviert und verschönert wurde. Aber die andere Seite wurde nicht erwähnt. Häuser und Wohnungen die diesem schönen Bild nicht entsprechen. Häuser die innen wie außen dringend renoviert werden müssten, es teilweise auch versprochen wird, aber sich vermutlich aus Geldmangel nichts passiert. Wenn ein Haus von außen mit Rissen übersät ist, die dann mit einer andersfarbigen Spachtelmasse zugeschmiert wurden, eine Isolierung der Fassade nicht stattgefunden hat, das Treppenhaus in einem so schlechten Zustand ist, das man keinen Besuch einladen möchte, da man sich schämt, dann sollte man nicht davon sprechen das man seinen Bestand hegt und pflegt und energetische Sanierung betreibt. Doch…natürlich wurde das schon getan. Viele Häuser wurden schon saniert. Aber bis zu diesem Haus sind die Handwerker nicht gekommen.

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