160 Jahre Kettwig
20.08.2007 | 10:35 Uhr 2007-08-20T10:35:30+0200NRW soll zum kinder- und familienfreundlichsten Land in Deutschland werden. So will es die Landesregierung. ...
... Dieser Weg wird ein weiter sein - doch die Entwicklung von Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren bringt das bevölkerungsreichste Bundesland einen großen Schritt nach vorn. Erklärtes Ziel ist es, bis 2012 3000 Familienzentren vorweisen zu können.
Und eines davon wird das Kinder- und Familienzentrum Kettwig sein. Seit dem 1. August besteht es, und nach einem Jahr erfolgt die Zertifizierung, erhält die Einrichtung quasi das Gütesiegel. Heike Kappert, Leiterin der Kindertagesstätte St. Matthias, und Susan Buchner-Rak, Leiterin der Evanglischen Kindertageseinrichtung Rheinstraße, führen das Zentrum gemeinsam. Heike Kappert: "Die Stadt ist an uns als größte Einrichtung herangetreten und hat nachgefragt, ob wir Interesse haben - und das hatten wir."
Eines von 18 Essener Familienzentren sind die Kettwiger dann - und weisen gleich zwei Besonderheiten auf. Pfarrer Thomas Garnjost von der Evangelischen Kirchengemeinde: "Wir knüpfen an die ökumenische Tradition der Gründerväter des Gemeindezentrum Rheinstraße an." Und außerdem hat der Verbundgedanke oberste Prioriät. Mit einer Paar-, Lebens- und Erziehungsberatung wird man zusammenarbeiten, mit dem Allgemeinen Sozialen Dienst, den Grundschulen, Kindergärten und Jugendzentren, . dem Kinderheim St. Josefshaus, Sprach- und Ergotherapeutischen Praxen. Und die vollständige Liste ist noch bedeutend länger. Monika Greese von der Evangelischen Kirchengemeinde: "Jeder wird bei uns willkommen sein. Die drei Säulen sind Beratung, Betreuung und Bildung." Gudrun Gerschermann vom Kinderheim St. Josefshaus ergänzt: "Schon vor der Geburt eines Kindes kann unser Angebot in Anspruch genommen werden. Und an was muss alles gedacht werden, wenn ein Kind dann geboren ist? Und wenn es später Probleme mit der Erziehung gibt?"
Mögliche Probleme gibt es viele - möglichst viele Lösungen will das Kinder- und Familienzentrum anbieten. Susan Buchner-Rak: "Alle, die mit Kindern zu tun haben, werden unser jetziges Angebot ergänzen." Denn "in Sachen Vernetzung kann man einfach noch mehr machen", sagt Gudrun Gerschermann. In der derzeitigen Entwicklungsphase müsse man einfach auch schauen, "was die Kettwiger brauchen".
Eine Lenkungsgruppe hat sich gebildet, die aus jeweils einem Trägervertreter und einem Leitungsvertreter besteht. Regelmäßige Treffen werden stattfinden, um "auch festzustellen, wie wir die vorhandenen räumlichen Ressourcen der Kirchen am besten nutzen", sagt Pfarrer Thomas Garnjost. "Wir werden sicherlich auch nach Vor der Brücke gehen - und kommen so den Menschen wieder ein Stückchen näher."
So wird das neue Kinder- und Familienzentrum Kettwig "irgendwann ein Stück Normalität" - da ist sich Monika Greese sicher.
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