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Zwei Zirkuskinder aus Peking

09.08.2012 | 15:46 Uhr
Zwei Zirkuskinder aus Peking
Erik und Ellen Henning leben in Peking - und sind beim Kinderzirkus Josefina in Kettwig zu Gast.

Essen-Kettwig. Wenn heute Nachmittag die Scheinwerfer angehen, und die Musik erklingt, endet für 104 Mädchen und Jungen mit der großen Kinderzirkus-Gala ein besonderes Ferienerlebnis. Vier Tage lang haben sie geprobt - und zeigen in „Josi und die Wunderlampe“, was sie gelernt haben.

An der Aktion des Kinderheims St. Josefshaus, die übrigens bereits um zwölften Mal stattfindet, beteiligen sich auch Erik und Ellen Henning. Und - darauf darf gewettet werden - sie haben den sicherlich längsten „Anfahrtsweg“ aller Teilnehmer, denn die Geschwister leben in Peking. Und die chinesische Hauptstadt ist immerhin 7785 Kilometer Luftlinie entfernt.

Rückkehr nach Deutschland geplant

Allerdings sind sie natürlich nicht nur wegen der Zirkusaktion nach Kettwig gekommen. Evelyn Henning: „Wir besuchen in jedem Sommer die Mutter meines Mannes, die in Kettwig lebt. Und Jahr für Jahr hat die Kinder schon das große blaue Zirkuszelt fasziniert...“

Und die Großmutter, Angela Drengenburg, hat sich dann auch gekümmert und Erik (5) und Ellen (7) angemeldet. „Die Kinder sind total begeistert“, sagt Evelyn Henning. Davon, dass so viele andere Mädchen und Jungen mitmachen - und ganz besonders „von der Musik und dem gemeinsamen Singen. Das ist für sie überhaupt das Allerschönste“.

Es kann gut sein, dass Erik und Ellen auch 2013 wieder dabei sein werden, denn „wir kommen wahrscheinlich noch in diesem Jahr nach Deutschland zurück.“

Fünf Jahre lang haben sie dann in Peking gelebt. Eddy Henning arbeitet dort für die Deutsche Bank. Eigentlich sollte der Aufenthalt fernab von Deutschland nur drei Jahre dauern, aber dann wurde er verlängert. Erik war gerade einmal fünf Wochen alt, als seine Eltern nicht nur das Land, sondern gleich den Kontinent wechselten.

Mittlerweile sprechen die Kinder chinesisch und englisch, weil sie in Peking eine englische Schule besuchen. Und natürlich ihre Muttersprache Deutsch.

Auch Evelyn Henning kann sich gut verständigen - „fürs Einkaufen reicht es“, sagt sie und lacht. Die Grammatik sei relativ einfach, aber „jeder einzelne Buchstabe kann in verschiedenen Lauten gesprochen werden und hat dann auch völlig verschiedene Bedeutungen“. Wenn sie Erik sprechen höre, wisse sie genau, wie das gehe, „aber ich kann das lange nicht so gut.“

Wo die Hennings in Deutschland leben werden, ist noch nicht klar. „Durch den Aufenthalt in Peking sind wir da ziemlich flexibel geworden.“ Und wo auch immer die Familie letztendlich wohnen wird, der Besuch bei Angela Drengenburg und die Zirkuswoche sind schon jetzt fest eingeplant.

Sabine Moseler-Worm



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