Workout-Park teurer als gedacht

Vanessa Poth bei der Präsentation im Löwental in Essen-Werden. Hier soll ein Street Workout-Park  seinen Platz finden. Doch noch fehlt den Initiatoren ein Teil des benötigten Geldes.
Vanessa Poth bei der Präsentation im Löwental in Essen-Werden. Hier soll ein Street Workout-Park seinen Platz finden. Doch noch fehlt den Initiatoren ein Teil des benötigten Geldes.
Foto: WAZ

Einen Dämpfer haben die Bemühungen, einen Workout-Park im Löwental zu errichten, bekommen: Die Kosten, die Grün und Gruga vorgelegt haben, liegen mit 20 000 Euro weit über der Summe, mit der die Initiatoren der Gruppe „Calisthenics Essen” um Kristian Schäfer gerechnet haben. Nun hoffen die Aktiven, Sponsoren für ihre Idee zu gewinnen, effektives Eigengewichtstraining an professionellen Geräten für alle in Werden zu ermöglichen.

Mit transportablen Ringen, die die Sportler um Bäume geschwungen haben, sowie tragbaren Reckstangen, an dem sie für die geladenen Pressevertreter vorturnen, demonstrieren sie am Spielplatz des Löwental-Parks, wie das Training unter freiem Himmel aussehen könnte. Nur, dass die Geräte des ersehnten Workout-Parks, auch Calisthenics genannt, fest installiert werden sollen. „Auf diese Art könnte jeder, der es möchte, etwas für seine Fitness tun”, erläutert Schäfer. „Der Park kostet keinen Eintritt und das Geld für ein Fitness-Studio spart man sich auch.”

Mit solcherlei Argumenten hat Schäfer zuletzt auch die Politik von seiner Idee überzeugt: Die Jugendbeauftragte Daniela Rittkowski hat in der Bezirksvertretung für die Idee geworben: „Die Bezirksvertretung hat den Antrag gestellt, dass Grün und Gruga einen Kostenvoranschlag für solch einen Park im Löwental erstellen.”

Dieser liegt nun rund 12 000 Euro über der Summe, mit der die Initiatoren gerechnet haben: Schäfer hatte ursprünglich nur 8000 Euro anvisiert. „Die Bezirksvertretung würde 5000 Euro zuschießen, aber bei der Summe, die der Workout-Park laut Berechnung kosten soll, wäre das natürlich bei weitem nicht genug”, so Rittkowski. Ein höherer Zuschuss sei jedoch aufgrund der Haushaltssituation nicht möglich.

Die Diskrepanz in den Berechnungen kommt Schäfers Ansicht nach zustande, weil man von unterschiedlichen Grundvoraussetzungen ausgegangen sei: „Grün und Gruga hat für den Park 100 Quadratmeter berechnet”, so Schäfer. „Uns würden jedoch für den Anfang 50 bis 60 Quadratmeter reichen”.

Außerdem habe die Verwaltung teure Fallschutzplatten in ihre Berechnung aufgenommen: Diese sollen Stürze abmildern und Verletzungen verhindern. Ein Fallschutz sei notwendig, denn schon allein wegen der Nähe zum Spielplatz sei es nicht auszuschließen, dass sich auch Kinder an die Stangen hangeln und dabei hinfallen. „Doch es muss ja nicht gerade das teuerste Modell sein”, meint Schäfer: Eine einfachere und kostengünstigere Variante mit Sand sei seiner Meinung nach ausreichend. Rittkowski will nun in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung dafür plädieren, Grün und Gruga noch mal neu rechnen zu lassen.

Die Gruppe „Calisthenics Essen” ist indes nicht untätig: Sie hat am Samstag die Patenschaft für den Spielplatz am Löwental übernommen. „Wenn wir hier in unmittelbarer Nachbarschaft unseren Workout-Park errichten, ist es nur sinnvoll, dass wir auch am Spielplatz nach dem Rechten sehen”, so Schäfer, der auch Vater einer kleinen Tochter ist. „Und da meine Frau aktuell wieder schwanger ist, werden wir sowieso viel Zeit hier verbringen”, sagt er und lächelt.

Zudem will man ein Benefiz-Sommerfest auf die Beine stellen: Dort wollen die Fitness-Freunde für ihren Werdener Workout-Park Geld sammeln. Nicht zuletzt soll im Internet eine Crowdfunding-Aktion gestartet werden.