Wohnformen für das längere Alter

Der Kettwiger Architekt Peter Fütterer plant Wohnungen für die Generation 55+.
Der Kettwiger Architekt Peter Fütterer plant Wohnungen für die Generation 55+.
Foto: WAZ FotoPool

Essen-Kettwig..  In vielen deutschen Städten sind Gemeinschaftswohnungen längst fester Bestandteil des Marktes. Und der Bedarf wächst. Mit dem Projekt Park-Haus an der Hauptstraße will der Bauträger heimart auch in Kettwig dieses Segment anbieten. Architekt Klaus-Peter Fütterer erklärt, warum das Leben in Gemeinschaftswohnungen Sinn macht.

Er ist Mitglied des Lions Clubs Cosmas et Damian und hat dort in einer Vortragsreihe schon viele Informationen über das „Alter nach der Rente“ weitergegeben. „Heute scheiden viele Menschen schon früh aus dem Berufsleben aus. Und die Lebenserwartung ist gestiegen - sie liegt mittlerweile bei Mitte 80. Uns bleibt also nach dem Berufsleben ein riesiger Lebensabschnitt, über den man sich Gedanken machen muss“, sagt Fütterer.

Einen alten Baum verpflanzt man nicht - sagt man. „Einen alten Baum verpflanzt man wohl“, findet der Kettwiger. „Man sollte sich im Alter von 55+ auch mal Gedanken über andere Wohnformen machen. Die Kinder ziehen aus, die berufliche Belastung lässt nach, und die Wohnungen oder Häuser, in denen man lebt, werden einfach zu groß. Und die Freizeit wird mehr, man möchte vielleicht reisen und etwas von der Welt sehen.“

Da werde die Immobilie schnell zur Belastung. Und man brauche Wohnformen für das längere Alter. An der Hauptstraße hat Fütterer dieses Konzept umgesetzt. Schlafraum, Bad, Küche und eigener Tagesbereich gehören zu den Wohnungen - „das sind autarke Bereiche, die eine hohes Maß an Privatsphäre garantieren.“ Aber es wird auch besonderer Wert auf einen Gemeinschaftsbereich gelegt. Es gibt einen großen Aufenthaltsraum, eine große Terrasse. „Ich finde es wichtig, dass man zwar den Komfort großer Einheiten genießt, aber die Belastungen nicht hat. So gibt es Stellplätze in der Tiefgarage, Fahrradstellplätze, einen Fahrstuhl und den altersgerechten Zuschnitt der Wohnungen - vom Ein-Raum-Appartement bis zur 77 Quadratmeter großen Wohnung.“

Den Aufwand für das Thema Wohnen im Alter reduzieren - das sei Ziel des Projektes. „Ich muss keinen riesigen Raum vorhalten, um mit Freunden den Geburtstag feiern zu können. Das geht im großen Gemeinschaftsbereich“, findet Fütterer. Bei der Auswahl der künftigen Bewohner muss er ein gutes Händchen haben, denn „wichtig ist, dass die Menschen zueinander passen“. Bei den Trägern von Pflegeeinrichtungen fange man später an - da denke man an die Menschen mit 75 und älter. „Aber unser Konzept setzt früher an.“