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Wechsel der evangelischen Gemeinde Kettwig ist besiegelt

12.01.2016 | 13:00 Uhr
Wechsel der evangelischen Gemeinde Kettwig ist besiegelt
Kirchenkreiswechsel in Kettwig: (von links) Pfarrerin Petra Gunkel, Superintendent Helmut Hitzbleck (Mülheim), Superintendentin Marion Greve (Essen), Pfarrerin Silke Althaus und Pfarrerin Gudrun Weßling-Hunder reichen sich symbolisch die Hände.Foto: Stefan Arend

Essen-Kettwig.   Ein „Kirchenkreis-Gottesdienst“ in der Kirche am Markt hat den ungewöhnlichen Wechsel der evangelischen Gemeinde von Mülheim nach Essen besiegelt.

Bald zehn Jahre lang haben die Kettwiger Protestanten für den Wechsel von Mülheim nach Essen gerungen. Mit dem „Kirchenkreis-Gottesdienst“ am Sonntag in der Kirche am Markt ist dieser Schritt offiziell besiegelt worden. Es ist eine Zäsur. Denn dass eine Gemeinde den Kirchenkreis wechselt, gilt in der Landeskirche Rheinland als ziemlich ungewöhnlich, wenn nicht sogar einzigartig.

Die reinen Fakten: Seit Anfang dieses Jahres gehören die gut 6200 Gemeindeglieder aus Kettwig zum Kirchenkreis Essen, der dadurch auf 146.000 Gläubige anwächst. In den nunmehr 28 Gemeinden des Kirchenkreises Mülheim verbleiben rund 47.700 Protestanten. Von einigen wenigen Straßenzügen abgesehen sind die Grenzen des Kirchenkreises Essen jetzt identisch mit denen der Stadt.

Silke Althaus, seit 2004 Pfarrerin in Kettwig, gehört mit zu jenen, die den Kirchenkreis-Wechsel angestoßen und in den letzten sechs Jahren maßgeblich forciert haben. Der gut besuchte Gottesdienst, an dem auch auffällig viele Essener teilnahmen, sollte bewusst ein Zeichen setzen. „Der Wechsel ist kein bloßer Verwaltungsakt, sondern für die ganze Gemeinde erlebbar“, sagt die Pfarrerin und fügt hinzu: „Wir schauen nach vorn, es fängt etwas Neues an.“

Kirchenkreis Essen verzichtet zunächst auf die Einnahmen

Vorbei sind die Zeiten, als die Kettwiger Protestanten auf zwei Hochzeiten tanzen mussten. Vorbei die Zeiten umständlicher Parallelstrukturen und doppelter Wege – etwa zum Mülheimer Kirchenkreis zu gehören und mit dem Jugendamt der Stadt Essen auf dem wichtigen Sektor Kindergärten zusammenarbeiten zu müssen. „Der Impuls zum Kirchenkreis-Wechsel ist deshalb von uns ausgegangen, wir haben es durchfechten müssen“, betont Pfarrerin Althaus. Noch vor zwanzig Jahren seien die Kirchenkreise weit entfernt gewesen vom Leben der Gemeinden, die oft kleinen Königreichen glichen. „Längst haben die Gemeinde entdeckt, dass sie in großen Einheiten stärker sind.“

Die Frage, wo Kettwig sinnvoll zu verorten sei, beantwortete die Gemeinde mit: Essen. „Essen ist ein lebendiger Kirchenkreis, einer, der in Bewegung ist“, sagt Silke Althaus. Nun, Mülheim ließ Kettwig aber nur sehr ungern gehen. Wie so oft, so spielt auch hier das Thema Geld die entscheidende Rolle. Denn mit den 6200 Kettwiger Protestanten drohten auch kostbare Kirchensteuer-Einnahmen verloren zu gehen. Deshalb fand man diesen Kompromiss: In den nächsten fünf Jahren muss der Kirchenkreis Essen zugunsten von Mülheim auf alle Einnahmen verzichten, die die Gemeinde Kettwig einbringt – 180 000 Euro im Jahr, 900 000 Euro bis 2020.

Während das benachbarte Werden katholisch dominiert ist, gilt Kettwig seit Jahrhunderten als eine Hochburg des Protestantismus. Die Wurzeln der evangelischen Gemeinde an der Ruhr reichen zurück ins Jahr 1607.

Gerd Niewerth

Kommentare
12.01.2016
20:03
Wechsel der evangelischen Gemeinde Kettwig ist besiegelt
von Refutschie | #2

Wenn man sich das Foto so anschaut erkennt man, die Reformation war ein Fehler!

2 Antworten
Wechsel der evangelischen Gemeinde Kettwig ist besiegelt
von buschul | #2-1

Schade, dass Sie die Notwendigkeit der Reformation von diesem Foto abhängig machen. Ich finde aus Gründen, auf die ich hier jetzt nicht eingehen kann, innerhalb der Evangelischen Kirche bestimmt nicht alles gut. Dessen ungeachtet übersehen Sie aber bitte nicht, dass nicht Luther allein damaliger Verursacher der Reformation gewesen ist, sondern auch die damalige römisch-katholische Kirche.

Wechsel der evangelischen Gemeinde Kettwig ist besiegelt
von kahlenberger | #2-2

Da frage ich mich doch, was "Refutschi" meinen könnte... Meint er/sie etwa die Geschlechterverteilung auf dem Foto? Dann kann ich nur sagen: Die Reformation war das Beste, was uns passieren konnte! Wann öffnet die Katholische Kirche das Priesteramt endlich für Frauen? Der evangelischen Kirche jedenfalls haben Pfarrerinnen gut getan!
Aber vielleicht klärt uns "Refutschi" ja noch auf darüber, was er/sie meint...

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Wechsel der evangelischen Gemeinde Kettwig ist besiegelt
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2016-01-12 13:00
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