Verkehrschaos: Politik kann Fehlverhalten der Eltern nicht regeln

Eine Lösung auch für Ketttwig? In Rüttenscheid sind so genannte Seniorenlotsen ehrenamtlich im Einsatz.
Eine Lösung auch für Ketttwig? In Rüttenscheid sind so genannte Seniorenlotsen ehrenamtlich im Einsatz.
Foto: WAZ Fotopool

Essen-Kettwig..  Allmorgendliches Chaos an der Schmachtenbergstraße: Autos halten vor der Grundschule, Kinder werden herausgelassen, geparkt wird oftmals in der zweiten Reihe, der Platz ist knapp. Und das gleiche Bild nach Schulende.

Eine Schülermutter wandte sich jetzt an die Bezirksvertretung. Sie begleitet ihren Sohn zu Fuß und stellt fest, dass vor der Schule „Autofahrer trotz unübersichtlicher Verkehrssituation zügig durchfahren. Ein gut gekennzeichneter Zebrastreifen an dieser Stelle würde die Sicherheit der Kinder aus meiner Sicht erhöhen“. Für die Kommunalpolitiker keine Lösung, „denn ein Zebrastreifen täuscht nur Sicherheit vor“, sagt Michael Nellessen (CDU). „Vor der Schule wurden Schwellen angelegt, es gibt so genannte ‘Nasen’, die die Fahrbahn verengen, aber das Fehlverhalten der Eltern kann die Politik nicht regeln. Hier enden unsere Zugriffmöglichkeiten.“

Maßnahmen haben nichts genützt

Bei Messungen sei festgestellt worden, dass drei bis fünf Prozent der Autofahrer in diesem Temp 30-Bereich zu schnell seien - und das seien Schülereltern gewesen. Nellessen: „Gerade in dieser Woche hat es einen Unfall gegeben. Beim Zurücksetzen wurde eine gehbehinderte Frau umgefahren.“

Harald Neef (SPD): „Die Eltern müssen die Kinder nur einfach vernünftig zur Schule bringen, denn alle anderen Maßnahmen haben ja bislang nichts genützt.“ Parteikollege Daniel Behmenburg verweist auf ein Rüttenscheider Projekt. Dort sind so genannte Seniorenlotsen ehrenamtlich im Einsatz. Das Projekt - initiiert von der Verkehrswacht - läuft erfolgreich seit 2006. Behmenburg: „Die Verwaltung sollte uns mitteilen, unter welchen Voraussetzungen solch ein Lotsendienst eingerichtet werden kann. Und vielleicht kann man uns das mal vorstellen.“

Michael Nellessens Bitte an die beiden Kettwiger Bezirksbeamten Winfried Bitzer und Harald Schopp, die regelmäßig zu Gast bei den Sitzungen der Bezirksvertretung im Kettwiger Rathaus sind: „Zu den Stoßzeiten müssten Knöllchen verteilt werden. An die, die mit Warnblinklicht in zweiter Reihe parken oder auf den Anwohnerparkplätzen, wo jetzt der Unfall passiert ist.“