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„Tiere sind Türöffner“

08.11.2012 | 16:15 Uhr
„Tiere sind Türöffner“
Dorothee Hoffmann und Vierbeiner „Lilly“ im Maltesterstift St. Bonifatius.Foto: Reiner Worm

Essen. Direkt hinter dem Essener Hauptbahnhof an der Selmastraße liegt das Malteserstift St. Bonifatius.120 alte Menschen werden dort auf den Stationen betreut. Viele davon sind dement. Genau vor zwei Jahren hat das moderne Haus in der Innenstadt eröffnet.

Von Anfang an mit dabei ist Muris Podrug. Der Sozialpfleger und seine kleine Hündin „Lilly“ sind bei den Bewohnern beliebt. Der quirlige Vierbeiner ist eine gelungene Mischung. Ein bisschen West Highland Terrier, ein bisschen Papillon. „Und sie ist bei den alten Menschen ein absoluter Türöffner“, sagt Podrug. „Viele von ihnen hatten früher selbst einen Hund.“ Und „Lilly“ lässt sie erinnern - obwohl diese Erinnerungen oft immer weniger werden...

Auf andere Städte ausweiten

An diesem Morgen ist Marc Engelhardt wieder einmal in St. Bonifatius im Einsatz. Der Kettwiger ist Hundetrainer und bildet derzeit für die Malteser Hund-Mensch-Teams aus, die in verschiedenen sozialen Einrichtungen zum Einsatz kommen werden. „Lilly“ hat ausgelernt. Sie ist mit ihren sieben Jahren ein absoluter Profi, wird bald in den „vorzeitigen Ruhestand“ gehen. Marc Engelhardt: „In anderen Bundesländern gibt es bereits Pilotprojekte. Wenn diese Aktion in Essen gut angenommen wird, soll sie auf das Ruhrgebiet ausgeweitet werden.“

60 Teams hatten sich nach einem Aufruf gemeldet - zwölf sind übrig geblieben. „Die Hunde müssen tolerant sein. Sie müssen sich gern anfassen lassen, nicht erschrecken, wenn mal eine Krücke umfällt“, sagt Engelhardt. Nicht nur in Altenheimen, sondern auch in Schulen und Kindergärten werden die Teams unterwegs sein. „Die Rasse spielt bei den Besuchshunden keine Rolle. Und die Ausbildung gliedert sich in Theorie und Praxis.“

Am 16. November wird die aktuelle Staffel bei ihm die Prüfung ablegen, und am Tag danach gibt es, wenn alles gut gelaufen ist, das Zertifikat. Hund und Mensch sind ehrenamtlich im Einsatz. So wie Julia Klösters und Australian Shepherd „Mister Maloux“. Dass diese beiden die Prüfung bestehen, steht außer Frage. Die Kommunikation zwischen dem Hund und der jungen Frau stimmt. Beide sind entspannt, beide mögen Menschen. Heike Großheimann, Pflegedienstleiterin im Maltesterstift, ist sicher, „dass gerade die alten Menschen sehr positiv auf den Kontakt mit den Hunden reagieren. Dass jetzt hier vor Ort mit den Teams trainiert wird, gefällt uns allen sehr gut.“

Während „Mister Maloux“ eindrucksvoll zeigt, wie man per „Pfotendruck“ den Aufzug ruft, besucht „Lilly“ die 84-jährige Dorothee Hoffmann. Die Seniorin freut sich über den Kontakt. Und „Lilly“? Die lässt sich geduldig streicheln,

Im Januar wird Marc Engelhardt die zweite Staffel ausbilden. Der Bedarf ist groß.

Sabine Moseler-Worm


Kommentare
09.11.2012
07:50
Allheilmttel Hund
von ruettensu | #1


Ja, die Welt ist schön.

Ich denke wir sollten es Menschen überlassen, sich um Menschen zu kümmern.
Und nicht immer versuchen, Tiere dazu einzuspannen.

Obwohl von freien Tieren kann man bei Lebewesen, die zum Essen und auf die Toilette gehen vom Menschen abhängig sind, eigentlich nicht mehr reden.

Hoffe nur, wenn ich bald ins Altenheim komme, das ich mich gegen sowas noch irgendwie wehren kann...

1 Antwort
„Tiere sind Türöffner“
von cherry87 | #1-1

Tatsache und nachweisbar ist, dass durch Tiere (z.B. Hunde) demente Leute viel aufgeschlossener reagieren und u.U. die Medikation reduziert werden kann. Selbst unsere Hunde, die nicht ausgebildet sind, tragen zum Wohlbefinden der Senioren bei.

Wir, die wir für die mobilen Dienst in Essen-Werden arbeiten, haben schon mehrfach erlebt, dass Hunde, die immer zuhören, nie widersprechen und immer gut drauf sind, eine positive Lebensqualität ermöglichen können. Bei totkranken Menschen können sie stundenlang im Zimmer verbleiben. Diese Menschen fühlen sich dann nicht alleinegelassen und können ihren letzten Lebensabend würdevoll beschließen.

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