Teelbruch II bekommt Gegenwind

Gegenüber Teelbruch I - im Osten der Meisenburgstraße - könnten sich die Stadtplaner weitere Gewerbeflächen vorstellen.
Gegenüber Teelbruch I - im Osten der Meisenburgstraße - könnten sich die Stadtplaner weitere Gewerbeflächen vorstellen.
Foto: www.blossey.eu

Essen-Kettwig..  Was die Stadtplaner zum Nachweis weiterer Gewerbeflächen aus dem Hut zauberten, hat einen ganz langen Bart. Denn auf der Liste steht eine Fläche, die 2007 bei der Aufstellung des regionalen Flächennutzungsplans wegen gravierender Eingriffe in Natur- und Landschaftsschutz von allen Parteien abgelehnt worden war.

Jetzt steht die Wiedervorlage von Teelbruch II an. Direkt gegenüber von Teelbruch I, auf der anderen Seite der Meisenburgstraße, können sich die Planer die Neuansiedlichung von Gewerbebetrieben vorstellen. Bei der zuständigen Bezirksvertretung IX und vielen Kettwiger Bürgern stößt dieser Vorschlag auf heftige Kritik.

So verteilte Hartmut Albrecht vor der Sitzung Flugblätter - der Tenor: Stoppt den Flächenfraß der Stadt Essen. Damit will Albrecht, der selbst in Ickten lebt, „das schützen, was noch da ist“.

Mit 17,7 Hektar würden Teelbruch II und eine weitere Fläche an der Meisenburgstraße der Stadt Luft verschaffen, denn „der Erweiterungsbedarf vieler Essener Firmen ist groß, und die Qualität der vorhandenen Flächen ist schlecht“, sagte Dr. Dietmar Düdden, Geschäftsführer der Essener Wirtschaftsförderung (EWG). Und auch Ronald Graf, Leiter des Planungsamtes der Stadt Essen, warb für die Fläche: „Gewerbebetriebe an Autobahnen nutzen die Lage als Schaufenster.“ Sowohl bei Flächen für Gewerbe als auch bei Wohnbebauung bestehe im Bezirk IX eine Unterdeckung.

Doch bei der Auswahl bewies die Stadt kein glückliches Händchen. Patrick Widmaier von der CDU-Fraktion: „Der Königsweg wäre, bereits verdichtete Flächen zu nutzen. Aber sie stellen immer wieder dieselben Flächen vor. Das funktioniert nicht. Ich würde mir ein Gesamtkonzept für den Essener Süden wünschen.“ Und auch Bezirksbürgermeister Michael Bonmann ist mit den städtischen Vorschlägen keineswegs einverstanden: „Wir haben eine gesamtstädtische Verantwortung, und wir sind das grüne Polster der Stadt. Keiner steht hier Schlange, um eine Gewerbefläche zu bekommen.“ Im bestehenden Gewerbegebiet Teelbruch gebe es Leerstand und auf dem ehemaligen Gelände der Scheidtschen Tuchfabrik an der Ringstraße stünden noch rund 9000 Quadratmeter zur Verfügung.

Geeignete Flächen melden

Wenn nicht Teelbruch II, was dann? Roland Graf: „Jeder sollte sich bitte bei uns melden, der eine geeignete Fläche kennt.“

In Kürze müssen die einzelnen Essener Bezirke den Stadtplanern eine Prioritätenliste vorlegen.