Stühle werden zu „Lieblingsplätzen“

Vier Macher, ein Gedanke:  Andreas Baeck, Ralf Kuhlmann, Künstler Reinhard Gäbel und Sandra Baeck mit einem der Kunstwerke.Foto:Alexandra
Vier Macher, ein Gedanke: Andreas Baeck, Ralf Kuhlmann, Künstler Reinhard Gäbel und Sandra Baeck mit einem der Kunstwerke.Foto:Alexandra
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Ungewöhnliche Kunstaktion mit Stühlen des Kinderheims St. Josefshaus begeisterte zahlreiche Besucher im Spielzeuggeschäft „Frechdachs“.

Essen-Kettwig..  Dichtes Gedränge neulich bei der Eröffnung der „Lieblingsplätze“, eines ganz und gar außergewöhnlichen Kunstprojektes im Spielzeuggeschäft „Frechdachs“. Das Kinderheim St. Josefshaus hatte erneut eine kreative Charity-Aktion gestartet. Jedes Jahr überlegt sich das Team ein wahrlich ausgefallenes Motto. „Ich bin überwältigt, was hier zustande gekommen ist. Dies ist ein deutliches Zeichen, wie sehr sich die Menschen mit unserer Einrichtung auseinander setzen. Wir haben hier gemeinsam etwas ganz Tolles geschafft“, freute sich Heimleiter Ralf Kuhlmann.

Hattinger Kunst-Therapeut

Neben ihm zeigt sich der Hattinger Kunst-Therapeut Reinhard Gäbel mit seiner mobilen Kunstwerkstatt für die Gesamtkonzeption verantwortlich. Und so lautete die Aufgabe, aus einem an sich schlichten Stuhl einen ganz persönlichen „Lieblingsplatz“ zu kreieren

Dabei gab es gestalterisch keinerlei Grenzen. Der Stuhl muss hinterher nicht mehr als Sitzmöbel dienen – und konnte somit völlig beliebig verändert werden. Wobei von einer „Beliebigkeit“ aber auch rein gar nichts zu sehen war.

Der Aufforderung folgten Kettwiger Unternehmen, die beiden Kindertagesstätten, mehrere Vereine und die Wohngruppen des St. Josefshauses. Dabei herausgekommen sind unterm Strich 52 individuelle und äußerst kreative Stühle, die zum Teil auch eine ganz klare Botschaft darstellen.

Die Teilnehmer fassten ihre Gedanken dazu in wenigen Zeilen zusammen. „Wo war ich in dieser Welt? Man muss genau hinsehen, es gibt unendlich viele Lieblingsplätze auf dieser Welt“. Zeilen wie diese beschreiben einen Stuhl, der offensichtlich von Weltenbummlern gestaltet wurde.

Ganz im launigen Comic-Style gestaltete die Außenwohngruppe „Felix“ des Kinderheims ihren „Batman-Stuhl“. Dieser wurde sogleich als einer der ersten verkauft, was die Jungs sichtlich begeisterte.

„Unser Lieblingsplatz ist einem Thron nachempfunden. Er zeigt links den Schlossturm und rechts dann eine Kröte, denn der Name Hugenpoet bedeutet: die Kröte im Pfuhl, also die Huge im Poet.“ So erklärte das Schloss-Team das gewählte Motiv.

Direkt im Eingangsbereich war von einem Stuhl gar nichts mehr zu sehen. Stattdessen begrüßte ein großer Gockel die Gäste, der Karnevalsverein „Rote Funken“ aus Ratingen präsentierte sich mit seinem Markenzeichen.

Neben viel Witz gab es aber auch ernste Botschaften: So einen Stuhl zum Thema „Entwicklungshilfe“ und die Frage nach dem „Platz im Leben“. Dass dieser auch einmal unbequem sein kann, damit beschäftigte sich das Essener Lebenshilfeprojekt „Care for Children“.

Finanziert wird die Kunstaktion übrigens durch Spenden von der Künstlerin Marianne Kühn und der Ärztin Anne-Lise Ruijs aus Kettwig. Bislang wurden bereits 42 Stühle zu jeweils 69 Euro verkauft. Die weiterem Objekte können noch erworben werden. Also.