Streit um ein neues Konzept

Am Standort Mintarder Weg der Schule an der Ruhr sollen - so sieht es das neue Konzept vor - die Dritt- und Viertklässler unterrichtet werden.
Am Standort Mintarder Weg der Schule an der Ruhr sollen - so sieht es das neue Konzept vor - die Dritt- und Viertklässler unterrichtet werden.
Foto: WAZ

Essen-Kettwig..  Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Ab dem kommenden Schuljahr plane die Leitung der Schule an der Ruhr die Klassen 1 und 2 am Standort Gustavstraße und die Klassen 3 und 4 am Mintarder Weg unterzubringen. Einer der Gründe für die Kritik der Eltern: Geschwisterkinder würden dann unterschiedliche Schulen besuchen - davon wären mehr als 30 Mädchen und Jungen betroffen. Außerdem: Längeres gemeinsames Lernen und jahrgangsübergreifender Unterricht seien dann nicht mehr möglich.

Tina Willaschek, kommissarische Leiterin der Schule an der Ruhr, kann die Aufregung nicht verstehen, denn „wir haben im Rahmen von Elternabenden lediglich eine Idee vorgestellt, die wir gemeinsam mit den Eltern beleuchten wollen. Ob das auch der Weg ist, den wir gehen werden, ist noch völlig offen.“ Und zum nächsten Schuljahr würden diese Pläne auf keinen Fall umgesetzt. Das sei auch der Grund dafür, warum Eltern der Kita-Kinder, die die Schule an der Ruhr ab dem Schuljahr 2015/2016 besuchen werden, zu den Elternabenden nicht eingeladen wurden. „Da das Konzept noch nicht umgesetzt wird, sind sie ja davon nicht betroffen“, sagt Tina Willaschek.

Am Donnerstag wurde ein Elternbrief verschickt

Das Konzept, das auf Grundlage einer Kooperation mit der Bildungsinitiative RuhrFutur entwickelt wurde, „würden wir natürlich gern zeitnah umsetzen und uns somit auf den Weg machen. Aber das funktioniert natürlich nur schrittweise, und wir holen die Eltern auf jeden Fall mit ins Boot“, sagt Tina Willaschek.

Am Donnerstag wurde ein Elternbrief verschickt, der „mit den Gerüchten aufräumen soll. Man muss uns glauben, dass diese Idee erst einmal nur der Anfang eines Weges ist“. Und unterstützt werde man dabei vom Schulamt.

Ab Sommer werde an der Schule an der Ruhr wieder Normalität herrschen. Will heißen: Die rund 100 Kinder, die im Februar 2014 wegen Schimmelbefalls in einigen Räumen am Standort Mintarder Weg zur Gustavstraße umziehen mussten, kehren in ihre eigenen Klassenräume zurück.

Doch die Unruhe wird sich bei den Eltern so schnell nicht legen. Am 18. März hatte die Schulleitung die Eltern eingeladen. Ein Vater kritisiert: „Die Information über das neue Schulkonzept erfolgte nur in Form eines 15-minütigen Vortrags, und Fragen wurden nicht beantwortet.“ Tina Willaschek: „Das ist so nicht richtig, denn die weitere Diskussion war mit dem Kollegium möglich.“

Quasi zeitgleich fanden neun Elternabende statt - mit jeweils einem kurzen Vortrag. Und am 12. März gab es ein Geheimtreffen mit Elternvertretern, die „anschließend zum Stillschweigen verdonnert wurden“, wie ein Vater berichtet.

Mangelnde Kommunikation scheint in diesem Fall das größte Problem zu sein - das bestätigt auch eine Mutter: „Aktuell verspricht das Konzept nur Belastungen für die jetzt betroffenen Eltern. Wenn es über Fördertöpfe verfügt, die eine signifikante Verbesserung der Infrastruktur und der Lehrerressourcen zur Folge hat, dann könnte man sicherlich gemeinsam daran arbeiten. Voraussetzung hierfür ist ein offener, ehrlicher und gradliniger Umgang miteinander.“

Viele Eltern fordern eine Elternversammlung zu diesem Thema und kritisieren, dass ihnen diese Möglichkeit bislang versagt wurde. Tina Willaschek: „Die Schulleitung kann eine Elternversammlung nicht versagen. Und das haben wir auch nicht getan.“