Stolperfallen für Senioren

Sicher ist sicher: Ein Rollator etwa hilft Senioren oder Menschen, die wacklig auf den Beinen sind. Zu 100 Prozent Stürze verhindern kann aber auch dieses Hilfmittel nicht. Daher: Immer die Augen offen halten.Foto:dpa
Sicher ist sicher: Ein Rollator etwa hilft Senioren oder Menschen, die wacklig auf den Beinen sind. Zu 100 Prozent Stürze verhindern kann aber auch dieses Hilfmittel nicht. Daher: Immer die Augen offen halten.Foto:dpa
Foto: dpa-tmn
Was wir bereits wissen
Arzt-Patientenseminar „Unfallversorgung“ im St. Josef Krankenhaus stößt bei den Menschen auf regen Anklang.

Essen-Werden..  Eine unachtsame Bewegung im Alltag nur – zum Beispiel ein Stolpern über den Fußabtreter im Flur – kann schwerwiegende Folgen haben. Menschen stürzen im Alter dabei meistens auf die Hüfte, und dafür gibt es viele Gründe: Die Seh- und Hörfähigkeit lassen nach, die Muskeln bilden sich zurück, und das vermindert auch die Reaktionsfähigkeit. Bei Unsicherheiten im Stehen und Gehen kann es fatale Folgen haben. Diagnose: Oberschenkelhalsbruch.

Eine typische und leider auch häufige Verletzung, denn gerade bei älteren Menschen reicht schon eine geringe Krafteinwirkung, etwa ein seitlicher Sturz, um einen Bruch zwischen Hüftkopf und Schenkelhals zu verursachen. Die Angst davor ist groß, und so fand das Arzt-Patientenseminar nun am St. Josef Krankenhaus zum Thema „Unfallversorgung im Alter, in der Jugend und Kindheit“ regen Anklang. Dr. Tobias Philipp, Sektionsleiter Unfallchirurgie, konnte die Besucher beruhigen: „Lange war ein Oberschenkelhalsbruch für ältere Menschen eine Horrorvorstellung. Heute stehen die Patienten am ersten oder zweiten Tag nach einer Operation meist wieder auf eigenen Beinen.“

Ein Grund: Osteoporose

Nach einem Oberschenkelhalsbruch zog man früher besorgt die Augenbrauen zusammen: Wer deshalb lange im Bett liegen musste, wurde oft schwach und schwächer. Heute sollen frisch Operierte so früh wie möglich laufen. Fast immer sei ein Oberschenkelhalsbruch eine Folge von Osteoporose, dem „Knochenschwund“.

Ein Oberschenkelhalsbruch wird inzwischen immer operiert. „Eine Operation dauert im Schnitt nicht länger als 35 bis 75 Minuten, je nach Schwere. Deshalb gibt es selbst bei sehr alten Patienten kaum Probleme. Ganz wichtig aber ist, dass die Patienten schnell wieder auf die Beine kommen.“

Eine gesunde Lebensführung mit einer ausgeglichen Ernährung und Sport wie Walken oder Fahrradfahren stärke die Knochen. Auch wichtig: Stolperfallen in den eigenen vier Wänden erkennen. Fußabtreter, Teppiche mit abstehenden Enden oder Telefonkabel quer durch die Wohnung sind typische Sturzauslöser. Philipp: „Das häusliche Umfeld sollte im Alter entsprechend gestaltet werden, zum Beispiel mit nächtlicher, automatischer Beleuchtung oder Haltegriffen im Badezimmer.“ Der Mediziner empfiehlt ebenso das Tragen von Stoppersocken oder Sturz-Protektionshosen in der Nacht. Starb früher die Hälfte der Patienten aufgrund der langen Bettlägerigkeit oftmals an Thrombose oder Lungenentzündung, liegt die Mortalität heutzutage bei rund 5%.

Im St. Josef Krankenhaus finden regelmäßig Workshops statt. Informationen zu den nächsten Veranstaltungen: 0201 84 08 12 12 oder www.sankt-josef-werden.de