Das aktuelle Wetter Essen 10°C
Stadtplanung

„Seeblick“ soll abgerissen werden

30.10.2012 | 17:44 Uhr
„Seeblick“ soll abgerissen werden
Das Restaurant Seeblick war eines der beliebtesten Ausflugziele in Kettwig.Foto: Reiner Worm

Essen-Kettwig. „Aus dem Restaurant und von den Hecken umsäumten Terrassen genießen Sie eine herrliche Aussicht auf das Ruhrtal und den Kettwiger See“ - so steht es noch immer auf der Internetseite des „Seeblick“.

Die Seite gibt es noch, das Restaurant auf der Rötsch - direkt neben der Fachklinik - ist seit Monaten geschlossen. Und wenn es nach den Plänen der neuen Grundstückseigentümer geht, soll das Gebäude abgerissen werden.

Diese Pläne wurden der Bezirksvertretung in der gestrigen Sitzung präsentiert. Elf Wohneinheiten sollen in einem kantigen Mehrfamilienhaus Platz finden - CDU-Ratsherr Hanslothar Kranz brachte seine Kritik plakativ auf den Punkt: „Das ist eine der schönsten Gastronomien mit einer der schönsten Aussichten im Ruhrgebiet. Das hätte eine ansprechendere Architektur verdient. Einen Preis verdient sich damit keiner. Von der Rückseite sieht das Gebäude aus wie ein Gefängnis...“

Verhindern könne man diese Bebauung nicht, da Paragraph 34 des Baugesetzbuches gelte. Evelyn Meyer vom Amt Stadtplanung und Bauordnung: „Das geplante Gebäude fügt sich in die vorhandene Bebauung ein - und da ist vor allem die Fachklinik maßgebend.“

Vom Einfügen in die vorhandene Bebauung könne bei diesem „Wohnbunker“ wohl keine Rede sein. Dr. Frank Roeser: „Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es keine Mehrfamilienhäuser. Das passt alles nicht zusammen. Überall auf Essener Stadtgebiet verschwinden diese besonderen Stellen, diese Highlights. Sie werden einfach verschandelt.“

Silvesterfeuerwerk auf der Rötsch, mit einem herrlichen freien Blick auf den Stausee und die Altstadtkulisse - all das würde dann der Vergangenheit angehören. Daniel Behmenburg (SPD): „Es gibt direkt neben dem Grundstück einen zugewachsenen Aussichtpunkt. Vielleicht könnte man den im Zuge der Bauarbeiten freischneiden?“

Und auch Heidi Szech (CDU) liegt das Thema „Aussichtsplattform“ am Herzen. Doch Evelyn Meyer konnte den Kommunalpolitikern da nur wenig Hoffnung machen: „Wir können da gar nichts machen. Das ist ein Privatgrundstück.“

Sabine Moseler-Worm


Kommentare
01.11.2012
23:59
„Seeblick“ soll abgerissen werden
von Gmork | #2

Wenn erst einmal die Grundstücke Scheidtsche-hallen und Markmann und Moll bebaut
worden sind , wird man sehen das sich dieser Wohnbunker perfekt in das neue Kettwiger Bild einfügen wird.
Das einzige was dann noch Stört ist die schöne Altstadt aber da wird es auch noch lösungen geben .
Kettwig ist in Essen angekommen..... Snief

31.10.2012
08:00
Und die Bilder?
von ruettensu | #1

Wie wäre es denn, die Bilder von den geplanten Neubauten mal in der Zeitung vorzustellen. Oder sind diese so unansehnlich, das man diese nicht sehen darf.
Man darf wieder mal Schlimmes befürchten, wahrscheinlich eine Betonschachtel a’la Bauhaus.
Machen wir uns aber nichts vor:

Die Lage und der Ausblick von da oben sind klasse.

Und als Eigentümer wäre ich im Anbetracht der Tatsache, dass man zur Zeit jedes Minigrundstück in Kettwig irgendwie bebauen kann und dann zu horrenden Preisen verkaufen kann, schön blöd wenn ich mir an dem Grundstück dort oben keine goldene Nase verdiene.

Des weiteren: Wenn es offensichtlich keinen Pächter/Betreiber gibt, der diese Lage als Potential für ein Spitzenlokal erkennt, dann kann man nichts machen.

Was bleibt ist: Wieder mal geht ein Stück Kettwig verloren auf dem Weg von der Garten- zur anonymen Schlafstadt.

Umfrage
Die A40 und A52 im Essener Osten sind seit Mittwochabend gesperrt. Dort muss ein alter Bergbauschacht verfüllt werden. Wie reagieren Sie?

Die A40 und A52 im Essener Osten sind seit Mittwochabend gesperrt. Dort muss ein alter Bergbauschacht verfüllt werden. Wie reagieren Sie?

 
Aus dem Ressort
Straußenfarm in Essen landet Volltreffer mit XXL-Ostereiern
Ostern
Auf dem Rutherhof in Schuir sorgen Strauße für die Frühstückseier. Längst haben sich die besonderen Hingucker zum Osterfest herumgesprochen. Schließlich sind die Rieseneier recht ergiebig: Ihr Inhalt entspricht etwa 25 bis 30 Hühnereiern. Dafür dauert es auch gut 90 Minuten, bis es hart gekocht ist.
Zwischen Werden und Kettwig durch eine Idylle wandern
100 Orte (74)
Ein Tipp für Essener Naturfreunde und alle, die die Ruhe lieben: Wer früh losgeht, kann auf dem Rad- und Wanderweg zwischen Werden und Kettwig das hier urwüchsige Flussufer fast ohne Ausflugsdruck erleben. Wer einkehren möchte: Das Lokal „Zwölf Apostel“ hat einen idyllischen Biergarten.
Baden in der Ruhr könnte mit Hygiene-Ampel möglich sein
Umwelt
Wissenschaftler haben in den letzten zwei Jahren die Wasserqualität der Ruhr und des Baldeneysees untersucht. Sie kommen zu dem Ergebnis: Eine Hygiene-Ampel könnte eine Chance für einen eingeschränkten Badebetrieb sein. Denn: Nach Starkregen werden die Schadstoff-Grenzwerte klar überschritten.
Muskeltraining mit 100 – Essener Senioren immer fitter
Alter
In Kettwig trifft sich regelmäßig eine Gruppe, die gezielt am Muskelaufbau arbeitet - auch eine 100-Jährige macht mit. Wie durch aktuell vorgestellte Zahlen des Zensus’ bekannt wurde, leben auch in Essen überdurchschnittlich viele 100-Jährige – aktuell
Minister bleibt hart beim Hochwasserschutz am Baldeneysee
Baldeneysee
Der Hochwasserschutz an Ruhr und Baldeneysee sorgt vor Ort für Unruhe: In Überschwemmungsgebieten sind Neubauten oder Erweiterungen nämlich verboten. Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) machte nun klar, dass er eine strikte Linie verfolgt und keine Ausnahmen zulassen will.
Weitere Nachrichten aus dem Ressort