Runder Tisch zum Rathausplatz

Hübsch ist anders: Der Platz vor dem Kettwiger Rathaus.
Hübsch ist anders: Der Platz vor dem Kettwiger Rathaus.
Foto: WAZ FotoPool

Essen-Kettwig,.  Der Bürgermeister-Fiedler-Platz vor dem Kettwiger Rathaus ist wahrlich keine städtebauliche Charmeoffensive. Altbacken wirkt er, wie aus der Zeit gefallen. Immer wieder wird der Zustand bemängelt, doch „was wir hier in den letzten Jahren machen konnten, war nur Flickschusterei“, sagt Daniel Behmenburg, SPD-Fraktionsvorsitzender der Bezirksvertretung IX.

Fast in jeder Sitzung ist der Platz ein Thema. Erst am Dienstag bat der Heimat- und Verkehrsverein um Unterstützung. Die Grünanlagen verwildern, der Platz müsse begradigt werden und „der Platz sollte so hergerichtet werden, dass er auch als Ort der Kommunikation dienen kann“, schreibt HVV-Vorsitzender Martin Kryl an die BV.

„Das hat mich auf die Idee gebracht, alle, die mit dem Thema befasst sind, zu einem Runden Tisch einzuladen“, sagt Daniel Behmenburg. Sein Vorschlag fand bei den Kolleginnen und Kollegen aller Fraktionen Anklang, und im April wird sich ein „Kompetenzteam“ treffen. „Wir laden natürlich den HVV ein, die Veranstalter, die den Rathausplatz nutzen, Grün und Gruga, das Tiefbau- und das Denkmalamt, Vertreter des Skulpturenparkes und der Marktbeschicker“, sagt Behmenburg. Letztere spielen eine entscheidende Rolle, denn „immer wieder werden wir von Bürgern darauf angesprochen, ob der Weihnachtsmarkt nicht wieder auf dem Marktplatz stattfinden könne. Dazu müssten die Marktbeschicker aber auf die Fläche vors Rathaus ausweichen.“

Die Politik wolle bei diesem Runden Tisch erst einmal alle Meinungen sammeln und „anschließend können wir schauen, was machbar und finanzierbar ist“.

In erster Linie werde es um den Außenbereich gehen, „da wir uns aber auch mit dem Thema Café beschäftigen, wird auch die Nutzung des Rathauses zu Sprache kommen“. Die Idee, durch Außengastronomie für Leben vor dem Rathaus zu sorgen, ist so neu nicht. Als Kandidatin käme Patricia Silberbach in Frage, die seit kurzem das Café Sprenger in den Rathaus-Arkaden betreibt. Ihre Bitte, direkt vor der Tür ihrer Konditorei in den Sommermonaten Tische und Stühle aufzustellen, wurde von der Verwaltung abgelehnt, da anderthalb Parkplätze wegfallen würden. Doch jetzt bekommt sie die Genehmigung doch - quasi auf Probe, für erst einmal eine Saison. „Ich hatte bei dieser Entscheidung schon Bauchschmerzen, aber wir sehen natürlich die Dringlichkeit - die Betreiber müssen ja auch planen können.“

Und Patricia Silberbach plant. Die Genehmigung läuft vom 1. April bis zum 31. Oktober - „und wir werden auch pünktlich zum 1. April eröffnen. Und wir werden das auch richtig schön gestalten“, sagt die Sprenger-Chefin. Die Idee, auch Plätze vor dem Rathaus für ein Café zu nutzen, findet sie nach wie vor reizvoll, aber „da muss man eine Menge investieren“.