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Alt Werden drohte Schließung

Rettung in letzter Sekunde

02.07.2013 | 17:08 Uhr

Essen-Werden. In letzter Minute konnte Schlimmeres verhindert werden. Das am 1. Mai in Kraft getretene Nichtraucherschutzgesetz hätte beinahe in Werden sein erstes Opfer gefordert. Die Rede ist von der Gaststätte „Alt Werden“ an der Heckstraße, die eigentlich zum 30. Juni hätte schließen müssen. Nicht aber, weil Gäste sich in den Räumlichkeiten eine Zigarette angezündet hätten – nein, Wirt Kristian von der Stein schickt, wie es das Gesetz vorschreibt, seine Gäste zum Rauchen konsequent nach draußen - und genau da liegt das Problem.

Die Freiluft-Raucher verursachten in den letzten Wochen offensichtlich zu viel Lärm. Der wiederum führte dazu, dass Anwohner sich belästigt fühlten und regelmäßige Anzeigen beim Ordnungsamt erstatteten. Die Beschwerden, so erfuhr der Wirt, gingen dabei immer von einer Familie aus, die noch nicht einmal in unmittelbarer Nähe der Gaststätte wohnt.

Seiner Pflicht, die Gäste zu beaufsichtigen und den Lärmpegel zu kontrollieren, ist Inhaber Kristian von der Stein also nicht gerecht geworden. Sowohl er als auch sein Personal haben dafür Sorge zu tragen, dass die Gäste erstens nicht im Schankraum rauchen und zweitens, dass sich der Geräuschpegel vor der Tür in Grenzen hält.

Geräuschpegel vor der Türmuss sich in Grenzen halten

Aber: „Wie soll das funktionieren? Ich kann den Gästen zwar sagen, dass sie zum Rauchen vor die Tür müssen, aber ihnen doch nicht das Reden verbieten“, fragt sich von der Stein. Zumal, und das sei das Kuriose an der Sache, es sich zum Teil noch nicht einmal um seine Gäste handeln würde, sondern gelegentlich auch um Passanten, die sich einfach nur in Höhe der Gaststätte aufhalten würden. Denn die Tatsache, dass gerade an den Wochenenden ab und an Jugendliche, meist lautstark, durch die Straßen ziehen, ist nicht neu.

Es flatterte jedenfalls ein Schreiben in von der Steins Briefkasten, mit dem Hinweis, dass er seine Gaststätte zum 30. Juni schließen müsse. Nur zwei Tage vor Ablauf dieser Frist kam es zu einem Gespräch zwischen dem Ordnungsamt und Kristian von der Stein sowie seinem Anwalt Frank Roeser, den er zwischenzeitlich kontaktierte. Aus dem, wie Frank Roeser mitteilte, „sehr konstruktiven und fairen Treffen beim Amtsleiter des Ordnungsamtes“, resultiert nun eine schriftliche Vereinbarung, Ergebnis: Die Schließungsanordnung wurde vorerst als gegenstandslos erklärt. In der Vereinbarung wurde festgehalten, dass von der Stein sich der Stadt gegenüber dazu verpflichtet, mit sofortiger Wirkung dafür Sorge zu tragen, dass Lärmstörungen nach 22 Uhr unterbleiben. Folglich muss der Wirt eine zusätzliche Aufsichtsperson beauftragen, die den unzulässigen Lärm verhindern muss. Sprich: eine Person mehr am Abend bezahlen, die diesen Job übernimmt.

Zusätzlich hat von der Stein sich dazu verpflichtet, ein Schild im Eingangsbereich aufzuhängen, in dem auf die Belange der Nachbarschaft hingewiesen wird. Nicht nur auf dem Schild, sondern auch persönlich bittet der Wirt seine Gäste um Rücksichtnahme, damit diese auch weiterhin ihr Bierchen im Alt Werden trinken können.

Julia Witte

Kommentare
03.07.2013
17:31
Rettung in letzter Sekunde
von rapo | #1

oft die kleiche spießig-miefige Klientel, die erst dafür sorgt, dass in Kneipen nicht geraucht werden knn und, wenn die Gäste dann zum Rauchen vor die...
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2013-07-02 17:08
Kettwig und Werden