Rennstrecke Schmachtenberg

Die Verkehrssituation vor dem KiK-Neubau (r.) und der Schmachtenbergschule könnte sich nach Ferienende zuspitzen.
Die Verkehrssituation vor dem KiK-Neubau (r.) und der Schmachtenbergschule könnte sich nach Ferienende zuspitzen.
Foto: WAZ FotoPool

Essen-Kettwig..  Alles läuft nach Plan. „Voraussichtlich am 20. August ziehen wir ein“, sagt Martin Fischer. Einziehen in den neuen Kindergarten an der Schmachtenbergstraße. Auf dem Gelände der Schmachtenberggrundschule hat die Allbau AG dafür gesorgt, dass die Kinderinitiative Kettwig (KiK) nach dem Brand des Kita-Containers am Bögelsknappen ein neues Zuhause findet. Martin Fischer, Vorsitzender des KiK-Trägervereins: „Das Wetter war natürlich nicht optimal. Der Estrich muss jetzt austrocknen, und dann werden die Fliesen gelegt.“

Zwei Tage, nach dem die KiK-Kinder in die neuen Räume gezogen sind, beginnt gleich nebenan die Schule. Und darüber macht sich Max Voormann so seine Gedanken. Er wohnt schon lange im Schmachtenbergviertel und kennt die Verkehrssituation genau. „Seit der Bebauung von Kettwig-Nord Mitte der 1970er Jahre hat sich die Schmachtenbergstraße, die Verbindung zum Kettwiger Zentrum, wachsend nachteilig für die Anlieger entwickelt. Rennstrecke bergauf und bergab - trotz 30-Zone -, lebensgefährlich besonders für Schulkinder und ältere Anwohner. Seine Befürchtung, wenn Kita und Schule ihren Betrieb aufnehmen: „Die Halte-, Park- und Fahrsituation wird unzumutbar.“

Da Max Voormann gern zu Problemen auch gleich die passende Lösung liefert, hat er sich mit einer Liste von Vorschlägen an den Kettwiger Bezirksbeamten Winfried Bitzer gewandt. Max Voormann: „Er wird diese Vorschläge ans Verkehrskommissariat Mülheim weitergeben.“ Voormanns Hoffnung: „Alle Beteiligten und Verantwortlichen müssen schnellstens zu einem Konsens kommen.“

Und der könnte so aussehen: Die Schmachtenbergstraße sollte im Bereich von Kita und Schule für den laufenden Verkehr - Linienbusse ausgeschlossen - schlecht oder unpassierbar werden. Da könnte ein Abzweig über die Straßen Auer Höhe und An der Nittlau für Abhilfe sorgen. Eine öffentliche Fläche zur neuen Straßenführung (für Anlieger) stünde auf dem Friedhof zur Verfügung.

Doch Max Voormann hält auch ein abgespecktes Konzept bereit. Die einzelnen Punkte: Einbau von Zickzack-Schikanen (Pflanzinseln, Aufpflasterungen, Blumenkübel), um die Autofahrer zum langsamer fahren zu zwingen; Halteverbot auf der rechten Straßenseite bergab von Auer Höhe bis Am Bilstein, damit Kinder, die vor Schule und Kita abgesetzt werden, nicht durch den fließenden Verkehr gefährdet werden; Einrichtung von Haltezonen im Bereich Auer Höhe, damit die Kinder abgesetzt und aufgenommen werden können (auch der Wegfall von Parkplätzen muss dann in Kauf genommen werden), Zuweg- und Haltezonenhinweise, Installation von Geschwindigkeitsmessanlagen (auch mit optischer Anzeige) für tal- und bergfahrende Fahrzeuge, Aufbringung von 30-km/h-Hinweisen auf die Fahrbahn. Dazu Max Voormann: „Auch wenn wir schon 30er-Zone sind - kaum einer hält sich daran.“

Jetzt wartet er auf Reaktionen. Viel Zeit bleibt nicht mehr, bis es noch enger wird auf der Schmachtenbergstraße.