Polizei musste Prälatenweg sperren

Auf ein Streufahrzeug der Essener Entsorgungsbetriebe warten die Anwohner des Prälatenweges in Kettwig vergeblich. Die steile Straße steht seit 2011 nicht mehr auf dem Streuplan.
Auf ein Streufahrzeug der Essener Entsorgungsbetriebe warten die Anwohner des Prälatenweges in Kettwig vergeblich. Die steile Straße steht seit 2011 nicht mehr auf dem Streuplan.
Foto: Jakob Studnar

Essen-Kettwig..  Winterchaos mit Ansage. Sobald es schneit und friert, wird der Prälatenweg zur Rutschbahn. Um 22.45 Uhr in der Nacht zum Dienstag ging nichts mehr - die Polizei musste die Straße, die steil hinab führt und über die Straße Am Bilstein nach einer scharfen Rechtskurve in die Emil-Kemper-Straße mündet, sperren lassen. Erst diente ein Polizeiwagen als Absperrung, dann wurden Baken aufgestellt.

Und wieder einmal fragen sich nicht nur die Anwohner, warum diese Straße wohl aus dem Streuplan der Stadt Essen herausgenommen wurde? Eine Sparmaßnahme kann es nicht sein, denn auch der nächtliche Einsatz wird ordentlich ins Geld gegangenen sein.

2011 wurde der Prälatenweg durch einen Ratsbeschluss herabgestuft und unterliegt nicht mehr dem Winterdienst der Essener Entsorgungsbetriebe. Auch andere Straßen in Kettwig sind aus dem Streuplan geflogen.

Auf Facebook machte sich noch in der Nacht zum Dienstag ein Anwohner so seine eigenen Gedanken: „Ich bin mal wieder baff, was die Stadt so alles auf die Kette bekommt. Blitzschnell wurde heute Nacht reagiert. Da der Prälatenweg wegen Glatteis nicht mehr befahrbar war, schickte man ein Team von Spezialisten. Und warum das alles? Weil die Stadt nach einem Ratsbeschluss den Prälatenweg mit 13 Prozent Gefälle aus dem Streuplan genommen hat. Kosten sparen. Nun frage ich mich, was kostet wohl die Durchfahrt eines Streuwagens mit der nötigen Menge Salz, um solch eine Straße befahrbar zu halten? Weniger als rund zwei Stunden Einsatz eines Polizeiwagens mit dazugehörigem Personal, das die Straße absperrt, bis der Absperrwagen kommt, der Einsatz eines Absperrwagens mit einer Person, die dann die Straße absperrt, der Einsatz eines Absperrwagens, der dann irgendwann mal die Absperrung wieder aufhebt...“

Wieder jede Menge Blechschäden

Auf dem Prälatenweg gab es übrigens wieder eine Menge Blechschäden - wie in den vergangenen Wintern auch. Dieses Mal wurden ein Audi, ein Fiat, ein Land Rover und eine Wand „Opfer“ des Glatteises.

Der Facebook-User stellt noch folgende Frage: „Der Absperrwagen konnte, da er ein Sondersignal hat, entgegen der Einbahnstraße fahren. Könnte mir vielleicht morgen früh jemand so ein Teil mal leihen, da ich ja morgen auch zur Arbeit muss?“