Nur geringe Nachfrage nach Gewerbeflächen

Direkt an der Ruhr bietet die Grundstücksgesellschaft Kettwig Gewerbeflächen an.
Direkt an der Ruhr bietet die Grundstücksgesellschaft Kettwig Gewerbeflächen an.
Foto: www.blossey.eu

Essen-Kettwig..  Flächenknappheit ist in Essen ein großes Thema - die Stadt sucht händeringend nach Platz für Wohnen und Gewerbe und ist bei ihren Planungen besonders im Essener Süden fündig geworden.

Doch die vorgeschlagenen Flächen - vor allem Teelbruch II entlang der Meisenburgstraße - stoßen auf viel Kritik.

Dabei hätte ein Anruf bei der Grundstücksgesellschaft Kettwig (GGK) genügt. In bester Lage zwischen Ringstraße, Bachstraße und Stausee stehen 9000 Quadratmeter zur Verfügung. 7000 Quadratmeter sollten für Gewerbe genutzt werden, der Rest für Wohnbebauung. Doch davon hat man sich schon längst verabschiedet, denn „unser KreativQuartier ist komplizierter zu entwickeln als gedacht“, sagt Heinz Schnetger, seit zehn Jahren Geschäftsführer der GGK. „Die Nachfrage nach Gewerbeflächen ist nicht so groß wie vermutet. Und das macht uns das Leben schwer.“

25 Millionen Euro werden die GGK-Gesellschafter in die Entwicklung des Kreativquartiers stecken. Und auf der Homepage heißt es „...Der Germania Campus in Münster. Die Hacke­schen Höfe in Berlin. Zwei Beispiele dafür, dass geschichtsträchtige Standorte zur Marke wer­den“. Und solch eine Marke soll auch das KreativQuartier werden. Da sich die Interessenten für eine gewerbliche Nutzung nicht gerade die Klinke in die Hand geben, hat man umgeplant.

Plan B lautet: Nur noch 4000 Quadratmeter für Büros, Verkaufen und Gastronomie - und 5000 für Wohnprojekte. Fürs Wohnen steige die Nachfrage stetig, weiß Heinz Schnetger. „Natürlich finde ich es auch spannend, wenn es mehr preiswerten Wohnraum geben würde, aber der Kämmerer wird städtische Grundstücke sicherlich nur zu marktüblichen Preisen abgeben“ - und da sei ja auch Vivawest, die auf dem ehemaligen Markmann & Moll-Gelände bauen lassen und 123 Mietwohnungen auf den Markt bringen werden.

Auf dem ehemaligen GGK-Gelände an der Ringstraße, als direkter Nachbar des künftigen KreativQuartiers, hat Kondor Wessels den ersten Bauabschnitt fertiggestellt. „Und die Vermarktung läuft sehr erfolgreich“, weiß Heinz Schnetger. Eine Mischung aus Eigentum und Mietwohnungen hat Kondor Wessels dort umgesetzt. Und es wird auch einige Einfamilienhäuser geben. „Ich traue diesem Konzept einiges zu, auch wenn viele Kettwiger das kritisch sehen. Veränderungen in solch einem gewachsenen Stadtteil sind einfach immer schwierig.“

Wenn die Wirtschaftsförderung signalisiere, „dass sie zehn Interessenten für uns haben, fangen wir sofort an, unsere Gewerbeflächen zu entwickeln. Es gibt viele, die nach Kettwig wollen, aber die ÖPNV-Anbindung ist einfach nicht gut. Und der Essener Süden ist generell nicht auf dem Schirm der Investoren.“ Obwohl der Essener Stadtteil Kettwig viel zu bieten habe - „wir werden jetzt in andere Richtungen schauen. Nach Düsseldorf und Ratingen.“

Im historischen Teil der ehemaligen Scheidtschen Hallen sind „Kunstraum“ und „Wollboden“ als Ausstellungsräume jetzt schon sehr begehrt und meist ausgebucht. „Wir wollen Künstlern, Galeristen und Hochschulen eine Plattform bieten“, sagt Heinz Schnetger. Sie bilden quasi den Grundstock für das künftige KreativQuartier.

Und dann ist da auch noch das GGK-Projekt „Gesundheitshaus“. Am Ende der Güterstraße, in Anbindung an den Kaiser’s Parkplatz, „entsteht in tolles Projekt. Nur noch drei Einheiten sind zu vermieten. Mitte oder Ende August wird der Bereich für die Praxen voraussichtlich fertig sein. Und DM zieht Mitte September ein - die machen bei allen unseren Vorstellungen mit, weil sie von dem Gebäude überzeugt sind. Und anders als bei anderen DM-Filialen wird es zwei offene Schaufenster geben.“

Kein Parkplatz falle für den Neubau weg - die Tiefgarage und eine Neuordnung der Stellplätze machen das möglich.

Die Zufahrten werden über die Ringstraße und die Güterstraße erfolgen, die Anlieferung voraussichtlich über die Güterstraße.