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Mehr Schutz für den Brehm

28.10.2012 | 13:50 Uhr
Mehr Schutz für den Brehm
Für sie ist die Brehminsel eine Herzensangelegenheit: (v.l.) Dr. Dietmar Rudert, Monika Reich-Püttmann und Dr. Heino Thiele vom Bürger- und Heimatverein.Foto: Herbert Höltgen

Essen-Werden. Es ist einer der letzten und warmen Herbsttage. Noch ein bisschen geschenkter Sommer. Der Wind kräuselt die Oberfläche des Heyerstrangs. Die Sonnenstrahlen kämpfen sich durch die Blätter der hohen Bäume auf der Brehminsel. Es ist früher Nachmittag. Zwei junge Frauen haben auf der großen Wiese eine Decke ausgebreitet, schütten dampfenden Kaffee aus einer Thermoskanne in Becher. Eine alte Frau mit einem Rollator läuft langsam über die Holzbrücke, die „den Brehm“, wie die Werdener ihre grüne Insel liebevoll nennen, direkt mit der Altstadt verbindet. Eine Gruppe Jungen spielt Fußball.

Infotafel soll über die Historie des Brehm Auskunft geben

Wir treffen uns mit Monika Reich-Püttmann, Dr. Heino Thiele und Dr. Dietmar Rudert vom Werdener Bürger- und Heimatverein. Sie machen sich Gedanken über die Zukunft des Brehms und verbinden unzählige Geschichten mit dem für Werden so wichtigen Stück Grün. Direkt hinter der Holzbrücke steht ein Metallpfosten mit einem leeren Rahmen. „Dort war mal ein Schild, dass über den so gefährlichen Bärenklau informierte“, sagt Dietmar Rudert. Den konnte man auf dem Brehm ausrotten. Jetzt wünscht man sich, dass dort kein weiteres Verbotsschild hinkommt, „sondern eine Infotafel, die Aufschluss über die Historie der Brehminsel gibt“, sagt Rudert.

Und noch einen weiteren Wunsch formuliert Monika Reich-Püttmann: „Der Brehm sollte wieder ein Altstadtpark werden. So wie früher.“ Eine gemeinsame Sorge beschäftigt die engagierten Werdener. Der Brehm könne zu einer Veranstaltungsfläche für große Events werden und somit seinen Charakter verlieren. Heino Thiele bringt es auf den Punkt: „Schützt den Brehm und stärkt das Ruhrufer.“ Events gehörten an die Ruhr und ins Löwental - aber nicht auf den Brehm.

Im Rahmen der Aktion „Werden ans Wasser“ ist gerade im Bereich der Ruhrpromenade in den vergangenen Monaten eine Menge passiert. Die Ideen der Mitglieder eines Arbeitskreises hatte man bei der Stadt dankbar aufgegriffen und umgesetzt. Nur die Sache mit dem Biergarten hat noch nicht funktioniert. Seit Mai lagen die Unterlagen dem Bauordnungsamt vor. Heino Thiele: „Die sind wohl offensichtlich verschütt gegangen. Die Kempkens-Brüder mussten einen neuen Antrag stellen.“

Kein zweiter unkontrollierter Zugang zum Brehm, keine Großveranstaltungen, Auslichten des Unterholzes - das ist das, was sich die Bürgervertreter wünschen. Und weniger Müll. Gemeinsam mit den Essener Entsorgungsbetrieben kümmert sich Werdens „Saubermann“ Thomas Buch, der vom Bürgerverein und dem Werbering finanziert wird, um den Müll auf dem Brehm. Und die beiden Jugendlichen Florian Leifeld und Maximilian Waldvogel sind nach wie vor in ihrer Freizeit als „Brehm-Kümmerer“ im Einsatz.

Vandalismus ist ebenfalls auf dem Brehm ein Thema. „Bis Mitte der 1960er Jahre war am Ende der Brücke ein Tor. Aber finden sie mal jemanden, der auf- und abschließt“, sagt Dietmar Rudert.

Problematisch sind nach wie vor vor allem die schönen Sommerwochenenden. Wildes Grillen, unzählige zerbrochene Flaschen, Lärm. Heino Thiele: „Das ist immer sehr bitter. Da kann man sich so viel Mühe geben, wie man will...“

Aufgeben werden sie aber nicht. Und immer weiter und immer wieder für „ihren Stadtpark“ werben.

Sabine Moseler-Worm

Kommentare
29.10.2012
12:43
Mehr Schutz für den Brehm
von Hubelwusel | #1

Vielleicht sollten Sie mal schildern wie der Alltag in diesem Sommer in diesem "Stadtpark " aussah. Müll und Unrat aller Orten, Ratten liefen am...
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1 Antwort
Mehr Schutz für den Brehm
von AdAkta | #1-1

Kann ja sein, dass das ein bisschen "altmodisch" ist, aber ich frage mich auch, ob das Nachräumen und immer wiederkehrende in Stand setzen des Durcheinanders, - was ich im Übrigen sehr wertschätzend anerkenne in Bezug auf die Durchführet -, der richtige Schritt ist. Wenn ich in meiner Jugendzeit was kaputt, durcheinander oder absichtlich verdreckt habe, musste ich es auch wieder in Ordnung bringen. Ich habe nicht das Gefühl, dass mir das geschadet hat. Dazu gab es natürlich Leute, - aus der gesamten Gesellschaft -, die gemeinsam auf die allgemeine Ordnung geachtet haben. Wir waren auch nicht umgeben von Ordnungshütern, sondern von den ganz normalen Bürgern unserer Stadt. Da hat halt jeder ein Stück Verantwortung übernommen und aufmerksam gemacht. Sind unsere Devisen "Wegschauen statt Einstehen" und "Ich nicht, aber die Anderen" vielleicht die falsche Haltung?

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2012-10-28 13:50
Kettwig und Werden