Kickertraining für die Kleinsten

Der FSV-Fußballkindergarten mit den Trainer Frank Renczewitz und Dirk Petermann.
Der FSV-Fußballkindergarten mit den Trainer Frank Renczewitz und Dirk Petermann.
Foto: WAZ FotoPool

Essen-Kettwig..  Frühjahr 2014. Nur noch wenige Monate bis zur Fußball-WM in Brasilien. Bei Fans steigt das Fieber. Britta Renczewitz ist solch ein Fan. Schon immer. Sie leitet einen kleinen Kindergarten in Kettwig, ihr Mann ist ewig und drei Tage beim FSV aktiv. Die Schnittmenge ist schnell gefunden - ein Fußballkindergarten.

Seit April trainieren Frank Renczewitz und Dirk Petermann vom FSV Deutschlands Fußballzukunft. Und die Jungs und Mädels, die im Winter einmal in der Woche in die Turnhalle der Schmachtenbergschule kommen, üben denkbar früh. Drei und vier Jahre alt sind sie. Zwischen Hose und Stutzen ist kaum Platz, verdeckt werden die Beine von Trikots, in die man noch hineinwachsen muss. Doch der Spaß ist schon groß – wo der Ball ist, da sind auch sie.

Die Eltern sind bei den Trainingsstunden dabei. Immer donnerstags um 17 Uhr. Jetzt noch in der Halle, wenn das Wetter es zulässt, auf dem Sportplatz an der Ruhrtalstraße. „Wir wollen die Koordination schulen, das Gefühl für den Ball wecken. Und über den Sport finden die Kleinen auch neue Freunde – der Gemeinschaftsgeist ist bei einem Mannschaftssport wie dem Fußball ganz wichtig“, sagt Dirk Petermann.

Während er antwortet, lässt er den kickenden Nachwuchs nicht aus den Augen. Anstrengend sei das Training, aber es mache auch viel Spaß. Dirk Petermann ist Vorsitzender des FSV Kettwig und in dieser Funktion an neuen Spielern natürlich höchst interessiert. Er lacht: „Wie die Kleinen sich entwickeln, kann man natürlich jetzt noch nicht sagen. Hauptsache, die Kinder haben Freude am Sport.“

An diesem Nachmittag ist der Fußball fast ausschließlich Männersache. Laura ist das einzige Mädchen. Moritz, Marvi, Yussuf und Felix bilden derweil eine willensstarke Angriffseinheit, laufen auf das gegnerische Tor zu – doch die dicke Turnmatte, auf der sich eigentlich der Keeper befinden sollte, ist leer. Ben hat sich an die Sprossenwand verzogen.

Auch am leeren Tor geht der Ball vorbei – doch Moritz, der ein Deutschland-Trikot mit der Nummer 9 trägt, jubelt trotzdem. Und das sitzt schon mal. Die Siege können kommen.

Schalke, Gladbach – viele der Kleinen zeigen mit ihrer Trainingskleidung deutlich, welcher Bundesliga-Mannschaft ihre Sympathie gehört. Felix (5) hat fürs Ruhrgebiet einen eher etwas ausgefallenen Geschmack. FC Saarbrücken steht auf dem blauen Trikot. Echte Liebe kennt eben keine Liga – und Felix liefert auch gleich die Erklärung: „Das ist Papas Mannschaft.“

Mal nachrechnen. Bei der Fußball-WM 2030 könnte der eine oder andere der kleinen FSV-Kicker im deutschen Kader stehen. Man weiß ja nie...