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Zehn Jahre Bürgerbusverein

Kettwig bleibt mobil

20.05.2012 | 15:50 Uhr
Kettwig bleibt mobil
Die Kettwiger Bürgerbusfahrer hatten am Jubiläumstag ausgesprochen gute Laune.

Die Sonne lacht gnädig. Wie meist, wenn Kettwig feiert. Am Donnerstag hatte der Bürgerbusverein geladen. Zum zehnjährigen Bestehen, zum Festakt in den Alten Bahnhof, zum Mittagessen und zu einer entspannten Feier auf dem Rathausvorplatz.

Stadtführung für die Gäste

„Sieht das nicht toll aus...“ Gerd Pippereit zeigt auf die insgesamt 25 Bürgerbusse, die entlang der Schulstraße parken. Frisch gewaschen, der Chrom glänzt. Aus Finnentrop und Cronenberg, aus Kreuztal und Kevelaer sind sie angereist, die Kolleginnen und Kollegen. In ihren Städten und Dörfern haben sie ebenfalls eine Erfolgsgeschichte geschrieben. So wie die Frauen und Männer in Kettwig, die durchweg ehrenamtlich auf den Straßen unterwegs sind.

Gerd Pippereit ist einer von 40 Kettwiger Bürgerbusfahrern, Beisitzer im Vorstand des Vereins und von Beginn an dabei. Es ist kurz nach 15 Uhr. Auf der Bühne spielen Frank Weise und seine Band, Cäcilia Kogler vom Heimat- und Verkehrsverein bringt Bürgerbus-teams von auswärts im Rahmen einer Stadtführung auf den neuesten Stand, und die Bürgerbusfahrer aus Lohmar haben endlich einen Sitzplatz gefunden.

„Der Kuchen geht langsam zur Neige. Aber Bier haben wir noch genug“, sagt Gerd Pippereit und lacht. Obwohl - dieser Tag, so schön er ist, hat einen bitteren Beigeschmack. Der „Chef“ des Vereins ist nicht dabei. Das Gesicht, der Macher, der Motor. Wolfgang „Orle“ Orlowski liegt an diesem Tag im Krankenhaus. „Wir hatten während des Festaktes eine Live-Schaltung, haben per Handy mit ihm gesprochen“, sagt CDU-Ratsherr Guntmar Kipphardt. Kipphardt hatte damals die Aktion Bürgerbus mit ins Rollen gebracht, ist dem Verein eng verbunden. Und gemeinsam mit Manfred Scherrer, der mit seinem Team für die Organisation des Jubiläumstages zuständig war, übernahm er für „Orle“ im Alten Bahnhof die Begrüßung der Gäste.

Schon Stunden vorher hatten die Kettwiger Fahrer fleißig Brötchen geschmiert, aufgebaut, vorbereitet. Zelt, Tische, Bänke - all das stellte die Kettwiger Rudergesellschaft zur Verfügung. Gemeinsame Sache machen ist Ehrensache. Wie auch das Gratulieren an diesem Tag. Denn wer in Kettwig von A nach B kommen muss und in Ickten oder Vor der Brücke wohnt, ist auf den Bürgerbus angewiesen. „Der Verein ist ungemein wichtig für die Mobilität der Menschen“, sagt Guntmar Kipphardt.

Derweil ruht sich Orga-Leiter Manfred Scherrer kurz auf einer Bank im Schatten aus. Er hat eine komplizierte Fuß-OP hinter sich und sichtlich Schmerzen. „Aber eine Veranstaltung, die so gut läuft, entschädigt für alles“, sagt er.

Sabine Moseler-Worm



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