Kein Saisonstart zu Pfingsten: Freibad Kettwig bleibt zu

Das große Schwimmberbecken (r.) wird gesperrt, das L-förmige Nichtschwimmerbecken (l.) wird jetzt beheizt.
Das große Schwimmberbecken (r.) wird gesperrt, das L-förmige Nichtschwimmerbecken (l.) wird jetzt beheizt.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Freibad Kettwig: Der Saisonstart verzögert sich um etwa eine Woche. Nichtschwimmerbecken wird jetzt aufgeheizt - Schwimmerbecken muss saniert werden.

Essen-Kettwig..  Zwölf Stunden lang soll am Pfingstsonntag die Sonne scheinen. Doch wer das Kettwiger Kombibad im Teelbruch besuchen will, muss in der Halle seine Bahnen ziehen. Denn die für Samstag geplante Eröffnung wird sich um mindestens eine Woche verschieben.

Den Grund teilt Renate Kusch vom Presseamt der Stadt mit: „Weil das große Schwimmerbecken während der kompletten Saison gesperrt bleiben muss, wird jetzt das Wasser im L-förmigen Nichtschwimmerbecken aufgewärmt - doch dazu muss die Beckenheizung verlegt werden.“

Für die vielen Frühschwimmer, die sich Jahr für Jahr auf den Saisonstart freuen, sicherlich nur ein schwacher Trost. Das Nichtschwimmerbecken ist sicherlich kein Ersatz für das große Sportbecken. Wann das wieder genutzt werden kann, ist derzeit noch völlig unklar.

Wasser tritt aus Schwimmbecken aus

Mittlerweile liegt dem Ausschuss für die Sport- und Bäderbetriebe auch die detaillierte Begründung für die Sperrung vor. So wurde bereits im August 2014 festgestellt, dass an einem Ende des Schwimmerbeckens Wasser austritt. Im September begann man dann mit der Ursachenforschung. Ein Fachmann wurde hinzugezogen, Ausschachtungsarbeiten vorgenommen - doch das Leck konnte nicht gefunden werden.

Im März 2015 nahm man dann die Suche wieder auf. Es wurde weiter ausgeschachtet - ohne Ergebnis. Und auch die Untersuchung des Rohrleitungssystems mit einer Kamera brachte die Fachleute nicht weiter.

Erst die Überprüfung der Ablaufleitungen führte zum Erfolg. Genau gegenüber der Stelle, an der das Wasser austritt, - am anderen Ende des 50 Meter langen Schwimmerbeckens - sind die Anschlüsse der Überlaufrinne an das Leitungssystem durchgerostet und teilweise sogar ganz abgerissen. So konnten über einen längeren Zeitraum unbemerkt große Wassermengen austreten. Fast umlaufend wurde das Becken unterspült, es haben sich große Hohlräume gebildet.

Große Lösung kostet 1,1 Millionen Euro

Zwei Szenarien sind möglich: Das Schwimmerbecken wird komplett freigelegt, die defekten Rohrleitungen repariert und die Hohlräume verfüllt. Rund 220 000 Euro würden diese Arbeiten kosten.

Die Alternative : Da Fliesenbeläge, Beckenanstrich und Dehnungsfugen nach 40 Jahren in schlechtem Zustand sind, kann die Dichtigkeit des Beckens nicht mehr garantiert werden.

Letztendlich lautet die Empfehlung: Aufgrund des desolaten Zustands empfiehlt sich eine komplette Sanierung. Kostenpunkt: Rund 1,1 Millionen Euro.

Für welche Variante sich die Stadt entscheidet, ist noch nicht klar. Eines jedoch steht fest: Viele Schwimmer werden sich in dieser Saison auf jeden Fall gegen einen Besuch des Freibades im Teelbruch entscheiden.