Kampf gegen die Herkulesstaude

Für Menschen und viele Tiere gefährlich, sind Herkulesstauden für Schafe ein Leckerbissen.
Für Menschen und viele Tiere gefährlich, sind Herkulesstauden für Schafe ein Leckerbissen.
Foto: WAZ / FotoPool

Essen-Kettwig..  Wer mit einem Schiff der Weißen Flotte von Mülheim nach Kettwig fährt, sieht im Sommer unzählige der bis zu zwei Meter hohen Herkulesstauden an den Ruhrufern. Von Jahr zu Jahr werden es mehr - die Pflanzen wuchern, ihr Bestand ist kaum in den Griff zu kriegen. Und für den Menschen und die meisten Tiere kann der Kontakt durchaus unangenehme Folgen haben, denn die Staude - auch Riesen-Bärenklau genannt - bildet photosensibilisierende Substanzen, die in Kombination mit Sonnenlicht phototoxisch wirken. Berührungen in Verbindung mit Tageslicht können bei Menschen und Säugetieren zu schmerzhaften Quaddeln und blasenbildenden, schwer heilenden „Verbrennungserscheinungen führen.

Verdrängen statt bekämpfen - so lautet das Motto des Essener Unternehmens Capdog. Seit 2011 bringt Capdog im Auftrag von Grün und Gruga Schafherden während der Vegetationszeit in die Heisinger Aue, um dort die Herkulesstaude zu bekämpfen. Denn was für andere Tiere gefährlich ist, ist für die Schafe ein richtiger Leckerbissen. Und in diesem Frühjahr will Grün und Gruga auch der Herkulesstaude auf Kettwiger Gebiet zu Leibe rücken. Voraussichtlich Ende April oder Anfang Mai wird eine Schafherde die so genannte „Hundewiese“ in Vor der Brücke beweiden. Rund eine Woche lang können sich die Tiere an den noch jungen Pflanzen so richtig satt essen.

Das Konzept „verdrängen statt bekämpfen“ ist ein Beweidungsprojekt, das auf fast allen Flächen zum Einsatz kommen kann. Dabei ist die Herkulesstaude ein ziemlich hartnäckiger Gegner, denn sie versucht das ganze Jahr über zur Blüte zu kommen, Samen zu verteilen und sich weiter unkontrolliert zu vermehren.

Durch regelmäßige Beweidung einer Fläche wird die Knolle geschwächt und stirbt irgendwann ab. Das gleiche Ergebnis erzielt man auch, wenn man drei bis vier Mal im Jahr mäht. Aber diese Aktion ist um ein vielfaches teurer als die regelmäßige Beweidung mit Schafen.

Hundebesitzer werden also in absehbarer Zeit auf den Spaziergang über die „Hundwiese“ verzichten müssen - allerdings nur kurzfristig und für eine gute Sache.