In der Familie Katz sind alle jeck

Die Werdener  Karnevalsfamilie Katz, die sich seit mehreren Generationen bei der KG Völl Freud Werden aus Essen engagiert: (v.l.) Siegrid Notthoff, Jonas Husemann,  Astrid Husemann, Werner Katz und Hedi Katz.
Die Werdener Karnevalsfamilie Katz, die sich seit mehreren Generationen bei der KG Völl Freud Werden aus Essen engagiert: (v.l.) Siegrid Notthoff, Jonas Husemann, Astrid Husemann, Werner Katz und Hedi Katz.
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Essen-Werden..  Seit fünf Generationen ist die Familie Katz mit dem Werdener und Essener Karneval untrennbar verbunden. Das Karnevals-Gen übertrug sich auf alle Nachkommen. Jüngster Erbe des Narren-Gens ist der dreijährige Jonas Husemann, Sohn von Astrid, der Präsidentin der 1. Große Karnevalsgesellschaft Völl Freud. Da ist Jonas seit dem ersten Lebensjahr Mitglied.

Gerhard Katz war Mitbegründer

„Man muss es sich nur ansehen, wenn er in der Uniform oder im Chorkostüm unaufgeregt einmarschiert“, schwärmt Urgroßvater Werner Katz, Ehrenpräsident der KG Völl Freud. Dessen Vater Gerhard Katz, Jahrgang 1901, kam aus dem Katholischen Jungmännerverein und war 1929 Mitbegründer, Vorsitzender und später Präsident des Vereins.

Kaum eine Funktion oder Tätigkeit im Verein gibt es, die die Katzens nicht engagiert ausgeübt haben oder noch ausüben. Präsidentin Astrid Husemann, Generation Vier, gehörte schon in jungen Jahren der Tanzgarde und dem Fanfarencorps an. Sie war Kinderprinzessin der Stadt Essen und trainiert mit ihrer Mutter Sigrid Notthoff jetzt die Große und Kleine Garde sowie das Tanzmariechen. Und schreibt zudem ideenreich die Choreographien für die Tänze mit interessanten Titeln. Beispiel? „Schön ist die Zeit der jungen Liebe“. Den Hintergrund dazu malte Werner Katz . Von ihm übernahm sie 2012 das Amt des Sitzungspräsidenten.

Werner Katz ist von ihrer Fähigkeit hellauf begeistert: „Sie führt die Sitzungen mit viel Charme und Präzision durch - egal ob bei der Gala- oder Kindersitzung, im Seniorenheim oder bei der Veranstaltung für Behinderte.“ Außerdem spielt die Allrounderin im Fanfarencorps Tenorhorn bei Martins- und Rosenmontagsumzügen.

Generation Drei vertritt Mutter Sigrid Notthoff, seit drei Jahren Vereinsvorsitzende. Sie tanzte, spielte und sang Stimmungslieder und ist heute als Trainerin, Näherin, Zeremonienmeisterin, Termingestalterin, Programmplanerin und in der Comedygruppe „Die Spätlese“ tätig. Einfach eine Alleskönnerin.

Von ihr erzählt Vater Werner: „Nebenbei gebar sie drei Töchter, die alle mal Kinderprinzessinnen der Stadt Essen wurden.“ Sie gehört dem Verein seit über 50 Jahren an und erhielt viele Auszeichnungen.

50 Jahre war auch Werner Katz Präsident der KG Völl-Freud. Den Verein hat er geprägt - wie kein anderer – mit viel Leidenschaft und Kreativität. Der 85-Jährige ist einer der bedeutendsten und bekanntesten Karnevalisten in und um Essen. Weit über seinen Heimatverein hinaus setzte er karnevalistische Akzente, war 20 Jahre Vorstandsmitglied im Festkomitee Essener Karneval und 2. Rosenmontagszugleiter. Der Nestor der hiesigen Narretei trat auf als Clown, Zeremonienmeister, Stimmungssänger und Büttenredner.

Er gründete das Fanfarencorps, die Tanzgarde und initiierte die 1. Kinder-Karnevals-Sitzung in Werden. Auch Ehefrau Hedi Katz trat in die aktive karnevalistische Laufbahn ein - als Kassiererin, Zeugmeisterin, Aufmarschleiterin und Mitglied der Spätlese.

Bei Katzens zu Hause findet man jede Menge Kostüme und Kulissen. Werner Katz, der Fanfare und Horn spielt, war jüngstes Mitglied im früheren Komitee des Werdener Karnevals und baute schon 1939 mit seinem Vater einen Umzugswagen.

Er stellte jede Menge internationale Beziehungen her - zu Frankreich, Rumänien, Belgien, Holland und insbesondere England, wo er in Nottingham zum Vizepräsidenten ernannt wurde.

Jonas Husemann scheint für eine Karriere bei Völl-Freud geradezu prädestiniert zu sein. Katz: „Wenn er durchhält, kann er meine 75 Jahre Mitgliedschaft durchaus noch toppen.“