Gutes Ende für Rehbock „Horst“

Rosemarie Rütschlin von der Tierrettung Essen e.V. und Rehbock „Horst“.
Rosemarie Rütschlin von der Tierrettung Essen e.V. und Rehbock „Horst“.
Foto: WAZ FotoPool

Essen-Kettwig. Sein Lebensraum ist wahrscheinlich der Wald am Bögelsknappen. Doch am Donnerstag verließ der junge Rehbock sein Revier. Stundenlang irrte er durch die Straßen, Anwohner sahen ihn auf dem Gelände der Realschule. Als das scheue Tier auf einer Wiese an der Akademiestraße äste, öffnete eine Anwohnerin ihre Tür, ließ ihre Hunde nach draußen. Die hetzten den Rehbock in einen Garten an der Beetstraße, aus dem er sich nicht befreien konnte.

Ein Anruf bei der Tierrettung Essen, und kurze Zeit später sind Stephan Witte und seine Kollegin Rosemarie Rütschlin vor Ort. Eine lange und aufreibende Rettungsaktion beginnt. Erst am frühen Abend kann der Rehbock, die Anwohner der Beestraße hatten ihn mittlerweile „Horst“ getauft, betäubt werden.

Tierarzt Dr. Jan Apelt von der Tierklinik in Altenessen war zur Einsatzstelle gerufen geworden. Er kann den am Maul verletzten Rehbock mittels eines Narkoseblasrohres außer Gefecht setzen. Die Fahrt geht zuerst in die Tierklinik. Dort werden die Wunden an Ober- und Unterkiefer versorgt. Viele Telefonate folgen, und am späten Abend ist eine Lösung gefunden. Die Tierretter bringen „Horst“ nach Grevenbroich in die Wildtierstation des Umweltzentrums Schneckenhaus.

Da sich die Tierretter ausschließlich durch Spenden finanzieren, haben die Anwohner der Beetstraße gesammelt - und 270 Euro kamen zusammen. Übrigens: Pfingsten wird eine Beetstraße-Abordnung „Horst“ in Grevenbroich besuchen.