Flüchtlingshilfe bereitet sich vor

Auf dem ehemaligen Kutel-Betriebsgelände an der Hammer Straße in Essen-Fischlaken wird in Kürze mit dem Bau des Erstaufnahmelagers begonnen.
Auf dem ehemaligen Kutel-Betriebsgelände an der Hammer Straße in Essen-Fischlaken wird in Kürze mit dem Bau des Erstaufnahmelagers begonnen.
Foto: www.blossey.eu

Essen-Fischlaken..  Der Begriff Asyl bezeichnet einen Zufluchtsort, ein Obdach, den Schutz vor Gefahr und Verfolgung und die zeitlich begrenzte Aufnahme Verfolgter. Mit der Bitte um Asyl werden voraussichtlich ab Ende 2015 bis zu 800 Menschen in die Erstaufnahmeeinrichtung in Fischlaken an der Hammer Straße kommen. Die Bauarbeiten für das Projekt des Landes NRW auf dem ehemaligen Kutel-Betriebsgelände beginnen in Kürze.

Dorthin hatte Essens Sozialdezernent Peter Renzel erstmals Anfang November 2014 zu einer Informationsveranstaltung geladen. Denkbar herber Kritik sah er sich damals ausgesetzt - die Initialzündung für einige Werdener, eine lokale Flüchtlingshilfe zu gründen, um ein Signal zu setzen, um ein positives Klima im Stadtteil zu schaffen.

Initiator Andreas Brinck fand nach Gründung der Facebook-Gruppe „Werden hilft“ schnell engagierte Mitstreiter. Weit mehr als 100 kamen zu den öffentlichen Treffen in die Domstuben. In verschiedenen Arbeitskreisen bereitet man sich jetzt auf den Tag X vor. Integration, Kommunikation, Netzwerk, Spenden, Sprache, Warenhaus.

Beispiel: Arbeitskreis Warenhaus. Das Ziel: Weit mehr als „nur“ eine Kleiderkammer will man ausstatten und betreuen. Man will auch Anlaufstelle sein, für „Human touch“ in der Einrichtung sorgen, wie es ein Teilnehmer formuliert.

„Werden hilft“ wird gemeinnützig

Die Werdenerin Rhena Beckmann-Fuchs koordiniert die Gruppe. Die Räume der Domstuben sind ausgebucht, man weicht auf die Kegelbahn aus. 20 Interessierte sind zum ersten Treffen an diesem Montagabend gekommen. Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen. Eine ehemalige Kommunalpolitikerin, ein Mann, der in der Nähe des künftigen Bau-Geländes lebt, ein Mann aus Frohnhausen, eine Frau von der Evangelischen Gemeinde in Werden.

Rhena Fuchs-Beckmann hat sich mit einigen Mitstreitern die Kleiderkammer der Asylunterkunft im Opti-Park an der Altendorfer Straße angeschaut und sie weiß, „dass in Sachen Kleiderkammern Land, Stadt und der künftige Betreiber auf ehrenamtlichen Einsatz vertrauen“. „Werden hilft“ ist bald ein eingetragener Verein, kann Geldspenden annehmen. Davon kann man Unterwäsche und Socken kaufen. „Und wir brauchen Wintersachen. Die Menschen kommen im Dezember zu uns“, sagt Rhena Beckmann. „Und es werden auch viele junge Menschen sein.“ Schuhe werden fehlen, Koffer und Reisetaschen.

Von der Duldung bis zur Abschiebung - alles wird an einem Ort behandelt. In Fischlaken. Die Zeit, die die Menschen dort verbringen, wollen die Mitglieder von „Werden hilft“ im Rahmen ihrer Möglichkeiten so positiv wie möglich gestalten.

Heute werden sich einige Mitglieder der Flüchtlingshilfe mit Vertretern der Grundstücksverwaltung der Stadt Essen (GVE) treffen. „Wir haben viele Fragen. Wir müssen wissen, wie viel Platz wir für unser ‘Warenhaus’ zur Verfügung haben, wie wir eingebunden werden.“

Noch steht der künftige Betreiber des Asyls in Fischlaken nicht fest - wenn, dann wird „Werden hilft“ sicherlich wieder eine ganze Menge Fragen haben.