Firma Gooran macht in Autos

Spieglein, Spieglein an der Wand . . . Ob dieser T1-Bus der schönste im ganzen Land ist, ist unklar. Schön aber ist er in jedem Fall, und zwar bildschön. Einer von der Firma Classic Cult Cars aus Kettwig
Spieglein, Spieglein an der Wand . . . Ob dieser T1-Bus der schönste im ganzen Land ist, ist unklar. Schön aber ist er in jedem Fall, und zwar bildschön. Einer von der Firma Classic Cult Cars aus Kettwig
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der T1 raubt immer mehr Menschen fast den Atem und ist längst legendär. Ein Grund, warum die Firma Gooran nun auch in Autos macht.

Essen-Kettwig..  Das Auto. Für manche schlichtes Mittel zum Zweck, es gibt aber auch diese gar edlen Chromjuwelen, die manch Menschen schier den Atem rauben. Der Jaguar E-Type etwa ist so ein Hingucker, oder auch der längst legendäre Ford Mustang Shelby GT 500.

Der Hype nimmt zu

Mehr und mehr jedoch rücken auch Brot-und Butter-Autos in den Fokus der Fans. Käfer und Ente sind Kult, der Fiat 500 wird verehrt wie Dino Zoff, zumindest in Italien. Und seit einer Zeit bricht regelmäßig ein Hype aus, als seien die Beatles in der Stadt, wenn nur das Wort VW Bus die Runde macht. Vor allem der Ur-Bulli steht längst ganz hoch im Kurs. Fast wie bei „Schiffe versenken“: T1? Treffer!

Autoquartett: Eine Karte, auf die nun auch die Geschäftsleute Yossef und Boris Gooran sowie Amir Moradbakhti setzen, seit sie 2014 zusätzlich zu den Stammunternehmen die Firma Classic Cult Cars gründeten und dort schwerpunktmäßig mit dem VW Bulli handeln, natürlich dem T1.

Schon urig, was da an der Ringstraße 48 im zentralen Kettwiger Mittelfeld zu sehen ist. Inmitten sehr ungewöhnlich anmutender Dinge, die Vater und Sohn Gooran im Rahmen ihres Kerngeschäfts anbieten, zwischen Antiquitäten und Möbel-Unikaten aus China oder Indonesien und fernöstlicher Gartengestaltung, da stehen sie nun. VW Bullis vom Typ T1, die lange Zeit dem Handwerker als brave Lastesel dienten oder zugerauchte Hippies und von LSD und anderen Trips benebelte Blumenkinder in den Sechzigern auf den großen Hippie-Trails nach Goa, Bangkok oder Kathmandu kutschierten.

„Der Vater hatte früher einen T1, mit dem er in Belgien auf die Möbelmärkte fuhr“, so Boris Gooran. Eine Liebe, die nie wirklich verblasste und irgendwann in der Idee mündete, es einmal zu versuchen.

Als der T1 1950 in Produktion ging, kostete er gut 6000 D-Mark und war kaum teurer als ein Käfer mit dem, was damals als Vollausstattung galt. Nach und nach verschwanden die Wagen von der Bildfläche, ‘67 stellte VW den ersten Kleinbus überhaupt nach 17 Jahren ein und warf den Nachfolger auf die Straße. Bald 50 Jahre ist das her und daher auch kein Wunder, dass T1-Modelle immer seltener werden, obschon einst 1,8 Millionen gebaut worden waren.

Aber noch gibt es genügend, und für Geld bekommt man bekanntlich ja ohnehin fast alles. „Je nach Zustand kosten sie heute zwischen 20 und 40 000 Euro“, so Boris Gooran, für Samba-Busse in Topform werden gerne auch schon mal sechsstellige Summen aufgerufen.

Wie das Geschäft mit einem der Deutschen liebsten Kinder laufen wird, muss sich noch zeigen. Boris Gooran: „Natürlich verkaufen wir nicht jeden Tag einen, aber so ein, zwei im Monat dann schon.“

Mit Speck fängt man Mäuse: Dass die Bullis und auch Kommissions-Fahrzeuge wie der Porsche 911, der Bel Air oder der Apache aus dem Hause Chevrolet mitten im Gooran-Geschäfts-Getümmel platziert wurden, freut auch andere. Die Herren der Schöpfung, die sonst eher draußen warten, wenn die Holde nach Möbeln schaut . . . T1? Treffer, versenkt.

1978 gründete Yossef Gooran (63) das Unternehmen in Mülheim. Heute ist er mit Sohn Boris Geschäftsführender Gesellschafter von „Gooran Haus & Garten“, „Das Wohnoutlet by Gooran“ und „Keramik Factory Outlet“. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 90 Mitarbeiter, jährlich werden über 100 Seecontainern am Zentrallager an der Ringstraße 48 in Kettwig umgeschlagen. Seit 2014 neu hinzu kam die Firma Classic Cult Cars.