Erso Indulux schließt Ende August

Die Firma Erso Indulux gab es schon zu Zeiten der selbstständigen Stadt Kettwig - davon zeugt noch das Schild, dass neben der Firmenhalle steht.
Die Firma Erso Indulux gab es schon zu Zeiten der selbstständigen Stadt Kettwig - davon zeugt noch das Schild, dass neben der Firmenhalle steht.
Foto: WAZ FotoPool

Essen-Kettwig..  „Für mich geht mein Lebenswerk den Bach runter - anders kann man es nicht ausdrücken oder schön reden.“ Manfred Wäller zuckt mit den Schultern und schaut ernst. Der Unternehmer hat im April seinen elf Mitarbeitern schweren Herzens zu Ende November gekündigt, am 31. August gehen bei der kleinen Traditionsfirma Erso Indulux die Lichter aus. Bis Ende des Jahres werden die Firmengeschäfte und die damit verbundenen eigenen Probleme abgewickelt.

Der 73-Jährige hat lange mit sich gerungen und gemeinsam mit seiner Tochter und Mit-Geschäftsführerin Sabine Geulen nach Lösungen gesucht. Doch diese gibt es nicht. „Die Entwicklung am Markt stagniert seit mehreren Jahren, der EU-Beschluss zum Verbot herkömmlicher Glühbirnen, der Preisdruck aus Fernost, die Verlagerung weg vom Großhandelseinkauf zur Bestellung im Internet – das alles hat uns das Genick gebrochen“, erklärt Wäller.

Das Kerngeschäft der Firma Erso Indulux umfasst die Fertigung von Industrie-Leuchten und Steckvorrichtungen. Gerade im Bereich Leuchten gab es neben dem Glühbirnen-Verbot eine Trendwende: „Heute werden Baustellen anders organisiert, die Handwerker benötigen unsere Produkte nicht mehr. Und wenn, dann kauft der Dachdecker seine Leuchte nicht mehr beim Großhandel, sondern im Netz. Außerdem sind unsere Leuchten leider nicht für LED geeignet.“

Die Mitarbeiter trugen die Kündigung zwar mit Fassung, aber die Aussichten sind nicht besonders rosig. Viele von ihnen seien seit Jahrzehnten dort beschäftigt und der Arbeitsmarkt gebe nicht viel her, erklärt der Firmeninhaber. Er befürchtet, dass eine Vermittlung schwierig werden könne. Der rüstige Unternehmer ist seit 1966 im Geschäft tätig und übernahm 1970 von seinem Vater die Firma. Gegründet wurde das Unternehmen 1952 in Solingen, vier Jahre später erfolgte die Ansiedlung in Kettwig.

Was nun mit dem 6000 Quadratmeter großen Gelände und der 3000 Quadratmeter großen Halle passiert, ist noch nicht geklärt. Der Versuch, mit einer anderen Firma zu fusionieren, scheiterte. Wäller fand auch keinen, der sein Unternehmen übernehmen wollte. „Die stehen ja alle vor demselben Problem“, erklärt er.

So gibt es bereits Interessenten anderer Gewerbe - dazu mochte sich der Geschäftsführer jedoch derzeit noch nicht äußern. Zu sehr stecke er noch im laufenden Prozess und mag noch nicht konkret über das Ende nachdenken. Er ist sich aber ziemlich sicher, dass es zu einem Verkauf des Grundstücks kommen wird.