Ein Urlaubstag auf der Brehminsel

Studentin Charikleia Korre nutzte den heißen Sommertag Tag zum Lernen im Freien.
Studentin Charikleia Korre nutzte den heißen Sommertag Tag zum Lernen im Freien.
Foto: Funke Foto Services

Essen-Werden..  Eine XXL-Tube Sonnencreme, literweise Wasser, eine Kühltasche, ein MP3-Player, ein Buch, ein Grill und eventuell ein Fußball. Diese Accessoires trägt man dieser Tage bei Temperaturen um die 40 Grad auf der Brehminsel. Mehr braucht es für den perfekten Urlaubstag auf der kleinen Insel im Flusslauf der Ruhr anscheinend nicht. Die große Wiese, auf der vor mehreren hundert Jahren das Vieh weidete, ist besonders im Sommer „the place to be“ für - alle: Fahrradfahrer drehen hier ihre Runden genauso wie Inline-Skater, Hundebesitzer, Mütter mit kleinen Kindern, Väter mit ihren Kumpels, Studenten, Familien, Pärchen, Singles, junge Menschen, Ältere.

Im Schatten der alten Baumbestände liegt Charikleia Korre auf ihrer Yogamatte, vor ihr ein Haufen Bücher und handschriftliche Unterlagen. Zu Hause sei es definitiv zu warm zum Lernen, teilt die Wirtschaftspsychologie-Studentin mit, und: „In der nächsten Woche stehen noch Klausuren an.“ Gelernt werden muss! Auch bei 38 Grad. Da belächle noch mal jemand die armen Studenten.

Ein paar Meter weiter liegt Lucas Ridder auf seiner Wolldecke, mit der er gleich seine große Leidenschaft bekennt: der Hamburger SV. Auf der schwarz-weiß-blauen Raute lässt es sich offensichtlich gut aushalten: „Musik hören und einfach gar nichts tun.“ Das sei laut dem 26-Jährigen die sinnvollste Beschäftigung bei diesen tropischen Temperaturen. Die Brehminsel sei für ihn der ideale Ort zum Chillen. Menschenmassen und Action in einem Freibad? Nein, das ist nichts für den Kurzurlauber. „Auf der Brehminsel geht es gesittet zu“, lacht Ridder und cremt sich nochmal dick ein.

Dass schräg hinter ihm ein paar Jungs das neu angelegte Volleyballfeld kurzerhand zum Fußballfeld umfunktioniert haben und lauthals schreiend über den Platz rennen, das stört ihn nicht. Lange dauert das Spiel mit dem Ball ohnehin nicht. Irgendwie doch zu warm. „Dumme Idee“, bekennt einer der Jungs, verlässt das Feld Richtung Schatten und nimmt erst mal einen großen Schluck aus der Limoflasche. Für die Hobbykicker geht der Tag auf dem Brehm ab sofort ohne Bewegung weiter.

Wie an so vielen Stellen der Insel. Körperliche Aktivitäten werden weitgehend vermieden. Für einige ist mit dem Tragen von kleinen Grills das Höchstmaß an Bewegung erreicht. Vermehrt werden diese portablen Küchen am Rande der großen Wiese aufgebaut, die ersten Rauchschwaden ziehen vorbei.

Andere Sonnenanbeter suchen den direkten Kontakt zum Wasser und mieten sich ein Tretboot am Fuße der Insel. „Ja, wir haben momentan schon ziemlich viel zu tun“, lächelt Tretbootvermieter Peter Müller. Just in diesem Moment gibt er einem jungen Pärchen eine kurze Einweisung und schon schippert das kleine Bötchen raus.

Über zu wenig Arbeit kann sich auch Mali Sirin, Betreiber des Biergartens „Werdener Wiesn“, momentan nicht beschweren. Der junge Gastronom hatte sich in den letzten Tagen allerdings ein wenig mit der Getränkebestellung verkalkuliert. „Jetzt muss ich nochmal los und Bier holen“, nimmt es der 32-jährige Wirt gelassen und schleppt die Bierfässer und Kisten aus seinem Auto.

Und während die einen schwitzend einem Fußball hinterher rennen, andere für Klausuren lernen oder hart in der Sonne arbeiten, macht es sich Sven Gräber ganz einfach an diesem heißen Tag. Ob erlaubt oder nicht: Badehose an und rein ins Wasser! „Bei diesen Temperaturen wird doch wohl mal eine Ausnahme erlaubt sein?!“ Kaum hat er den Satz zu Ende gesprochen, da nimmt er auch schon Anlauf und springt in die Ruhr.